Kostenanstieg
Kein Luxusbad in Ebern
Das Freibad in Ebern: Es sollte in zwei Bauabschnitten saniert werden, aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Stadt das nicht stemmen kann.
Das Freibad in Ebern: Es sollte in zwei Bauabschnitten saniert werden, aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Stadt das nicht stemmen kann.
Foto: Helmut Will
Ebern – Ebern muss eine Freibadsanierung „light“ beschließen, weil eine Generalsanierung nicht finanzierbar ist.

„Wir können uns ein Luxusbad nicht leisten“, war der Tenor in der Stadtratssitzung am Donnerstag. Das Gremium verabschiedete sich einstimmig von einer Generalsanierung des Freibads, deren Kosten mittlerweile auf 3,16 Millionen Euro für nur einen Teil des Bads gestiegen sind. Die Förderung durch den Bund hätte 900 000 Euro betragen, so dass die Stadt Ebern auf Kosten von netto 2,26 Millionen sitzen geblieben wäre – zu viel in den Augen aller Fraktionen des Stadtrats.

Zahlen sind Schall und Rauch

Ursprünglich geplant war eine Sanierung in zwei Schritten. Im ersten Bauabschnitt in den Jahren 2021/2022 sollte der Kinderbereich mit der dazugehörigen Technik erneuert werden. Im zweiten Bauabschnitt sollte in den Jahren 2022/2023 der Sportbereich mit der erforderlichen Technik saniert werden. Die Gesamtkosten waren auf zwei Millionen Euro veranschlagt. Bei einer Förderung von 900 000 Euro hätte der Eigenanteil der Stadt 1,1 Millionen Euro betragen.

Doch die Zahlen sind mittlerweile Schall und Rauch. „Inzwischen hat sich gezeigt, dass die beiden Bauabschnitte mit den angedachten Kosten von zwei Millionen Euro nicht zu realisieren sind“, sagte Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD). Inzwischen gehe man von Kosten von 3,16 Millionen aus, und dies nur für den Bereich des Kinder- und Nichtschwimmerbeckens sowie für den Bau eines barrierefreien Zugangs vom Eingang über den Umkleidebereich zum Kinder- und Nichtschwimmerbereich. Der zweite Bauabschnitt mit Sanierung des Schwimm- und Sprungbeckens samt zugehöriger Technik sei hierbei noch gar nicht enthalten.

900000 Euro Zuschuss – und nicht mehr

Zu der Kostensteigerung hätten Auflagen wie Barrierefreiheit, Energieeinsparung und Verbesserungen für Familien geführt. Alleine der barrierefreie Zugang zum Kinder- und Nichtschwimmerbecken würde durch die Hanglage knapp eine halbe Million Euro kosten, erklärte Hennemann. Die Förderung sei jedoch auf 900 000 Euro gedeckelt. Der Stadtrat entschied sich daher, den Förderantrag zurückzunehmen. Der bisher kalkulierte Eigenanteil in Höhe von 1,1 Millionen soll nun in die Technik und notwendige Sanierungen gesteckt werden.