Buchvorstellung
Zeitzeugen aus Holz und Stein in Knetzgau
Die Statue des heiligen Johannes Nepomuk steht an der Straße von Knetzgau nach Sand neben dem Radweg in der Nähe der Brücke.
Die Statue des heiligen Johannes Nepomuk steht an der Straße von Knetzgau nach Sand neben dem Radweg in der Nähe der Brücke.
Foto: Christiane Reuther
F-Signet von Christiane Reuther Fränkischer Tag
Knetzgau – Gerhard Thein geht in einem Buch der Geschichte von Bildstöcken und Flurdenkmälern nach und ist auf manches Rätsel gestoßen.

Franken nimmt mit seinen Bildstöcken und Flurdenkmälern eine kunstgeschichtlich interessante Sonderstellung ein. Die Erhaltung und die Pflege dieses weit verstreuten Überlieferungsschatzes ist eine wichtige Zukunftsaufgabe für die fränkische Heimatkunde. Gerhard Thein, Betreuer des Gemeindearchivs und ehemaliger Mitarbeiter der Gemeinde Knetzgau, hat in einem Buch mit dem Titel: „Zeitzeugen aus Holz und Stein 15. - 21. Jahrhundert der Gemeinde Knetzgau“ Bildstöcke und Flurdenkmäler aus Knetzgau und den Gemeindeteilen festgehalten. Herausgeber ist die Gemeinde Knetzgau.

124 Einzelobjekte – eine Fundgrube für den Volkskundler

Das Buch ist laut Geleitwort von Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus eine Fundgrube für Volkskundler. Insgesamt sind 124 Einzelobjekte beschrieben. Der größte Teil der vorhandenen Exponate sind „Zeugen des Glaubens“, wie der Autor die Flurdenkmäler nennt. Für den einen oder anderen „Zeitzeugen“ würde der Begriff Flurdenkmäler nicht zutreffen, da es keine religiösen Bildstöcke sind, sondern aus verschiedenen Gründen geschaffene Denkmäler aus Holz und Stein. Obwohl sie erst vor 30 bis 40 Jahren erstellt wurden, ist wohl der Grund dafür und das, was sie darstellen sollen, heute schon fast unbekannt. Wie etwa der Brunnen auf dem Vorplatz am Rathaus oder das Relief im Treppenaufgang zum Ratssaal in Knetzgau.

Zeuge der neueren Zeit: „Eine Gemeinde lebt“ nennt sich das von Michael Dörner geschaffene Holzrelief, das den Treppenaufgang zum Ratssaal in Knetzgau schmückt.
Zeuge der neueren Zeit: „Eine Gemeinde lebt“ nennt sich das von Michael Dörner geschaffene Holzrelief, das den Treppenaufgang zum Ratssaal in Knetzgau schmückt.
Foto: Christiane Reuther

Denkmal an der Autobahnmeisterei bliebt ein Rätsel

Dem Autor geht es darum, das noch vorhandene Wissen für die Nachwelt festzuhalten. Wie wichtig ihm dies alles ist, zeigt der Versuch, das Geheimnis um das Denkmal an der Nordseite der Autobahnmeisterei in Knetzgau zu lüften – leider ohne Erfolg. Es wurde um 1990 beim Bau der Autobahn erstellt. Auch bei den Kriegerdenkmälern würden laut Autor vielerorts Informationen über den Zeitpunkt der Errichtung und den Namen der Künstler fehlen. Bei vielen anderen Objekten ist es Thein nach jahrelangen Recherchen gelungen, Licht ins Dunkel zu bringen. So konnte er unter anderem die Deutung des im Gemeindeteil Hainert vorhandenen Holzkreuzes mit zwei Doppelbalken herausfinden.

Denkmäler standen häufig der Flurbereinigung im Weg

Nach den Flurbereinigungen in den 1950er und 1960er Jahren standen die alten Flurdenkmäler auf einmal in der Mitte eines Ackers. Sie wurden abgebaut und am Wegesrand abgelagert oder „entsorgt“. Es gab aber auch Personen, die sich um den Erhalt der Denkmäler große Verdienste erworben hätten. Das sog. Siebenschläferdenkmal in Oberschwappach würde es zum Beispiel ohne den Einsatz des Steigerwaldclubs und seines damaligen Vorsitzenden nicht mehr geben.

Der Nepomuk wurde aus dem Bach geholt

Die Jagdgenossenschaft Knetzgau hat in jüngster Zeit die Nepomukstatue an der Staatsstraße nach Sand erneuern und mit einem Dach versehen lassen. Es ist laut Thein bereits die dritte Statue, die dort aufgestellt ist. Die erste lag nach einem großen Hochwasser im Jahre 1896 im Bach und wurde erst durch den Einsatz des damaligen Pfarrers Diel mit großzügigen Spenden der Bevölkerung 1898 wieder aus dem Bach geholt und aufgestellt.

Das Buch kann im Bibliothekszentrum (BIZ) in Haßfurt und in der Gemeindebücherei Knetzgau ausgeliehen werden. Bei der Gemeinde Knetzgau kann es bei Angelika Barthel für 10 Euro erworben werden.

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