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Ritter, Dichter, Kirschenlust
Haßberge Tourimus präsentiert neuen Wanderweg
Die Bettenburg dient heute als Tagungszentrum und ist nach wie vor in Familienbesitz.
Die Bettenburg dient heute als Tagungszentrum und ist nach wie vor in Familienbesitz. // Rudolf Hein
Signet des Fränkischen Tags von Rudolf Hein
Bundorf – Vor 200 Jahren starb der „Kirschbaron“ Christian Truchseß von Wetzhausen. Das will der Haßberge-Tourismus in vielfältiger Weise aufgreifen – und Kirschen werden auch eine Rolle spielen.

Genau 200 Jahre ist es am Donnerstag, 19. Februar, her, dass Christian Truchseß von Wetzhausen zu Bettenburg im Alter von 70 Jahren starb. Nach seinen Jugendjahren auf Schloss Bundorf zog es ihn hinaus in die Welt. Nach seinem Studium in Leipzig und einer Kavalierstour nach Berlin, Prag und Wien trat er in die landgräfliche Garde zu Kassel ein, in der er es bis zum Major brachte.

Pfauen Bettenburg
Im Burghof wohnen einige Pfauen. Der Herr im Pfauenhause begrüßt gerne die Besucher. // Rudolf Hein

Am Ende seiner Militärzeit zog er sich auf Schloss Bettenburg oberhalb von Manau zurück und widmete sich ganz anderen Dingen. Er entwickelte sich zum Pomologen, zum Sachverständigen für Arten und Sorten von Obst, bestimmte und beschrieb mehr als 400 Kirschsorten. Er ließ einen Landschaftspark nach dem Vorbild des Bergparks Wilhelmshöhe in Kassel anlegen. Ganz im Geiste der Romantik am Anfang des 19. Jahrhunderts wollte er dadurch verklärte Erinnerungen an die glorreichen Zeiten der Ritter und ihr edles Wirken wachhalten.

"Bettenburger Literatenrunde" mit Literaten, Künstler, Philosophen

Im Laufe der Zeit scharte er Literaten, Musiker, Philosophen und anderes gelehrtes Volk um sich und begründete die „Bettenburger Tafelrunde“, in der sich bedeutende Persönlichkeiten trafen. Zu ihnen gehörten Friedrich de la Motte-Fouqué, Verfasser romantischer Kunstmärchen und Rittererzählungen, Jean Paul aus Bayreuth, der den Truchseß als „letzten Ritter Frankens“ verehrte, sowie der noch junge Friedrich Rückert, der sich durch die Aufnahme in die illustre Runde im Jahre 1814 geehrt und geschmeichelt fühlte, und den die „Alten“ gerne unter ihre Fittiche nahmen.

Der heutige Besitzer der Bettenburg, Christian Freiherr Truchseß von Wetzhausen, wohnt selbst in Bundorf.
Der heutige Besitzer der Bettenburg, Christian Freiherr Truchseß von Wetzhausen, wohnt selbst in Bundorf. // 

Es gibt historische Gründe zuhauf, das touristische Jahresthema des Landkreises dem illustren Herrn zu widmen. „Vom Genuss inspiriert – Tafelrunde in den Haßbergen“ lautet der Titel. Zur Vorstellung der Einzelheiten hatte Wilhelm Schneider, Landrat und Vorsitzender des Tourismusverbandes, am Montag auf die Bettenburg eingeladen. Schneider zeigte sich erfreut, dass der Tourismus in den Haßbergen eine stabile Entwicklung zeigt. Es entstehen sogar neue Übernachtungsmöglichkeiten, wie die Stelzenhäuser in Geusfeld oder das Feriendorf „Chalets Haßberge“ in Kirchlauter.

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) ist in Personalunion Vorsitzender des Tourismusverbandes Haßberge.
Landrat Wilhelm Schneider (CSU) ist in Personalunion Vorsitzender des Tourismusverbandes Haßberge. // 

Zentrales Element wird ein neuer „poetischer“ Rundwanderweg sein, eine „Tafelrunde“ im engeren Sinne. Er führt von Hofheim aus über 9,2 Kilometer zum Bettenburger Landschaftspark. Der Weg wird von insgesamt elf Informationstafeln gesäumt, die über die wichtigsten literarischen Freunde des Truchseß informieren, darunter Gustav Schwab von der Schwäbischen Dichterschule, Ernst Wagner, Pomologe und Poet sowie Johann Wolfgang von Goethe, der zwar nie auf der Bettenburg zu Besuch war, aber Truchseß persönlich kannte.

Eröffnung des neuen Wanderweges im April

Anlässlich der feierlichen Eröffnung des Wanderwegs im Rahmen des 3. Deutschen Burgenwinkel-Wandertags am Sonntag, 26. April, wird ein umfangreiches Programm mit Führungen und Verpflegung geboten – sowie eine Begegnung mit Rückert-Texten. Zudem kann man sich dort über die 10. Ausgabe der Musiktage des Rückert-Ensembles in Ebern informieren, die durch eine Ausstellung zum heutigen Wirken des Weltpoeten ergänzt wird.

Jahrespressekonferenz Bundorf Haßberge Tourismus
Der gesammelte Sachverstand in Sachen Tourismus in den Haßbergen mit einer Werbetafel für den neuen Rundwanderweg. // Rudolf Hein

Kirschen und andere Spezialitäten

Ein weiteres Thema ist unweigerlich die Kirsche in all ihren süßen und sauren Varianten. Der Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege Haßberge hat den Kirschbaum zum Baum des Jahres gekürt. Die Gartenbauvereine erziehen und veredeln alte Kirschsorten. Über 30 hochstämmige Kirschbäume stehen interessierten Bürgern zum Verpflanzen in den eigenen Garten bereit.

Am 19. April findet ein Rundgang mit Rangerin Katja Winter von Rabelsdorf nach Altenstein statt und am 20. Juni kann man im Schlossgarten in Wetzhausen zusammen mit Henriette Dornberger Kirschen nicht nur anschauen, sondern auch schmecken, riechen und in hochprozentiger Form trinken.

Das Zeiler Altstadt-Weinfest wird 40 Jahre alt, die Tradition der Rosenmessen am Mainufer in Haßfurt wird fortgesetzt … die Liste der Veranstaltungen ist lang und kann als Flyer kostenfrei bei Haßberge Tourismus (09523-50337-10) angefordert werden. E-Mail info@hassberge-tourismus.de, Homepage hassberge-tourismus.de/tafelrunde-in-den-hassbergen.

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