„Net nur der Fasching ist früh dieses Jahr. Auch politisch wird’s spannend – des is doch klar. Denn bei uns in der Gemeinde, man glaubt es kaum, steht die Bürgermeisterwahl mitten im närrischen Raum.“ So klang es aus der Bütt bei der „Heilig-Länder-Fosernacht“, in der es sogar „himmlisch“ wurde. „Wenn in Neubrunn was passiert, weiß unser Bischof es meist schneller als die Feuerwehr.“
Kurzweilig und mit treffenden Spitzen führten die beiden Moderatoren Patrick Hümmer und Annika Morgenroth durch die Büttensitzung in der vollbesetzten „Heilig-Länder-Halle“ und stellten auch gleich das „Kandidaten-Trio“ für die Bürgermeisterwahl vor, „nicht ernsthaft, sondern absolut fair und mit närrischem Humor“.
Portraits der Kandidaten
Das ging los mit „Steffen von der SPD. Der Mann ist vielseitig, das tut schon fast weh. Industriemeister, Landwirt, Jagdvorstand dazu. Wenn der Feierabend macht, liegen die meisten schon lange zur Ruh. Wenn Steffen Bürgermeister wird, fällt mir ein: Die Gemeinde läuft, bei Tag und Nacht und auch bei Mondenschein“.
Eva von der CSU sei die einzige, die Noten verteilt. „Wenn Eva Bürgermeisterin, dann wird eines ganz klar: Hausaufgaben für alle – speziell für den Gemeinderat. Es herrscht Ordnung und Plan und auch mit Logik weiter voran.“ Als Dritten gebe es noch Achim von der „Interessengemeinschaft“, der Koffein in die politische Landschaft bringe. „Kaffeemaschinenverkäufer – der Mann weiß Bescheid. Ohne Kaffee läuft nix, schon gar nicht in der Gemeindearbeit. Sitzungen beginnen nicht ohne Crema und der Haushaltsplan wird stark, schwarz und ohne Schema.“
Unter den Gästen wurde dann Heinz Stretz herzlich begrüßt. „Mehr als 70 Jahre eine feste Institution, politisch der CSU zugerechnet, Jahrzehnte Gemeinderat und zuständig für große Landmaschinen.“ Ein Bulldog sei für ihn ein Familienmitglied mit Hubraum und nicht vergessen werden dürfte seine lange Tätigkeit als Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. Das habe die Dorfgemeinschaft und die Neubrunner Narren dazu gebracht, Heinz Stretz mit dem Titel „Neubrunner Original“ auszuzeichnen, wozu sich großer Applaus einstellte.
Beliebter als der Bischof selbst
Mit Orgelklang im Faschingstakt kam dann der Bischof (Hanni Derra) auf die Bühne. Er sah es als seine Aufgabe an, geeignete Pfarrer in die Pfarreien zu senden und wähle diese auch sorgfältig aus. „Manchmal passt ein Hirte gut in die Ortschaft, aber manchmal muss man nachjustieren.“ Da fiel der Name „Don Martino“ und jeder wusste, dass damit der ehemalige Pfarrer Martin Wissel gemeint war. „Er verstand sich mit den Einheimischen sehr gut und war beliebt, beliebter als der Bischof selbst. Deswegen mussten wir ihn versetzen.“
Bühne frei für Bürgermeister Buschbohn (Lenz Berninger als Bürgermeister Heinz Kandler) und Don Rosino (Kalle Derra als Pfarrer Matthias Rusin), der sofort auf „Distanz-Gottesdienst“ umgestellt habe mit Messen für die Gläubigen zu Hause. „Stern-TV – Stern-TV sieht alles, weiß alles und hört alles“ und: „Bei Stern-TV hast du unbefleckte Empfängnis.“
Nächstes Thema: Der Kirchlauterer Kindergarten ist insolvent. „Um Gottes Willen, gibt es in Kirchlauter keine Kinder mehr?“, fragte Don Rosino. Aber es stellte sich heraus, dass der Verein kein Geld mehr hat. Ebenso sei nicht nur die Kirche leer, sondern auch der Klingelbeutel. Dabei kamen sie auf den Werbespot „wenn der Taler im Klingelbeutel klingt, die Seele in den Himmel springt“.
Bei diesem „Sodom und Gomorra“ sei am Montag wenigstens die obere Wirtschaft der Dorfgemeinschaft voll, und am Sonntag machen die Herren Frühschoppen ab zehn Uhr, freute sich Bürgermeister Buschbohn. Das wunderte Don Rosino: „Aber da sollten sie doch in der Kirche sein oder könnten Stern-TV laufen lassen.“
In die Bütt stiegen die drei Neulinge Gustav Heckelmann, Vincent Möller und Vitus Hümmer, die aus der Pubertät mit ihren bis zu drei kleinen Schwestern erzählten, sowie Emma Kandler, die über alkoholische Getränke und pubertierende Teenager philosophierte. Sie wusste, was Limo, Bier und pubertierende Teenager gemeinsam haben. „Sie stehen unter Druck und wenn man sie schüttelt, knallt’s!“
Für Stimmung im Saal sorgten die Band „Vielschicht“ und die Tanzeinlagen der „Neubrunner Garde“, der Garde der „Bambinis“ und „Bet(w)eens“, die „Lustigen Weiber“ aus Neubrunn sowie die Funkenmariechen und das AH-Männerballett.












