Brauchtum
Steinbach: Segen für guten Traubenjahrgang
Die  Traubensegnung war für  (v. l.) die Weinprinzessin des Abt Degen-Weintals Anna-Lena Werb, Sonja Horn vom Heimatgeschichtlichen Arbeitskreis, Pfarrer  Mathias Rusin und Traubenmädla Clara Schmitt ein besonderes Ereignis.
Die Traubensegnung war für (v. l.) die Weinprinzessin des Abt Degen-Weintals Anna-Lena Werb, Sonja Horn vom Heimatgeschichtlichen Arbeitskreis, Pfarrer Mathias Rusin und Traubenmädla Clara Schmitt ein besonderes Ereignis.
Foto: FT
F-Signet von Günther Geiling Fränkischer Tag
Ebelsbach – Ein Gottesdienst ist der offizielle Startschuss für die diesjährige Weinernte. Anfang des Monats sammelten die Winzer jedoch schon Früchte.

Die Segnung der ersten Trauben hat eine lange Tradition und wird schon im dritten Jahrhundert nach Christus bezeugt. Während eines Festgottesdienstes fand dieser Brauch am Sonntag auch wieder in dem kleinen Winzerort Steinbach statt. Die Winzer brachten ihre Trauben zum Altar. Dort segnete sie Pfarrer Matthias Rusin, der damit offiziell die Weinernte eröffnete

Der Initiative des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises Ebelsbach und seinem damaligen Vorsitzenden Roland Mayer ist es zu verdanken, dass seit dem Jahre 2006 dieser alte Brauch in Steinbach wieder mit Leben erfüllt wird. Die Vorsitzende des Arbeitskreises Sonja Horn hieß in diesem Jahr auch die Weinprinzessin des „Abt-Degen-Weintales“ Anna-Lena Werb und das neue Traubenmädla Clara Schmitt willkommen.

Wein führt Menschen zusammen

Im Gegensatz zu den Vorjahren musste man jedoch auf die Traditionsfigur des „Abt Degen“ in der Person von Richard Schlegelmilch verzichten, der aus gesundheitlich Gründen vor einiger Zeit sein Amt niedergelegt hatte. Pfarrer Rusin stellte seine Worte unter das Gleichnis vom „ungerechten Verwalter“ und ging auf Aspekte der guten Weinherstellung, auf den gerechten Lohn und auf den Effekt ein, dass man über den Wein auch gute Freunde gewinnen könne.

Weinprinzessin Anna-Lena Werb, die selbst aus einem Weinbetrieb kommt, blickte auf den aktuellen Weinjahrgang zurück. Bei dem hatte die Ernte schon Anfang September begonnen. Grund dafür war der trockene Sommer. Im Unterschied zu einem normalen Weinjahr erfolgte dies aber nicht nur mit frühreifen Sorten wie Bacchus, sondern auch mit Silvaner. Werb gab ihrer Freude Ausdruck, „dass die Trauben trotz der starken Trockenheit erstaunlich gut durch das Jahr gekommen sind und die Niederschläge der letzten Wochen ihnen noch einmal gutgetan haben.

Segen für gutes Gelingen der Traubenernte

Die Hauptlese wird bis Ende September erledigt sein und die Weinliebhaber können sich auf einen ausgewogenen Jahrgang freuen.“ Sonja Horn stellte dann die Bedeutung des Segensgebetes heraus, das symbolisch für ein gutes Gelingen der Traubenernte und einem guten Wein stehen soll.

Traubenmädla Clara Schmitt sprach dann den Prolog, der mit dem Satz abschloss „wir bitten Gott um sein Geleit, in den Weinberg hinauf und weit und breit“. Wegen der schlechten Witterung nutzte man dann den geschmückten Kirchenraum auch dazu, die neuen Trauben mit Brot und einem Gläschen des vorjährigen Weines zu verkosten.

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