Katastrophenschutz
Da muss was passieren
An dieser Stelle auf Höhe der Eiswiese an der Brücke zum Übergang in die Innenstadt war der Weg gut 50 Zentimeter tief weggespült. Bürgermeister Jürgen Hennemann (Fünfter von links) erläuterte die Sachlage und wie der Schaden ausgebessert wurde.
An dieser Stelle auf Höhe der Eiswiese an der Brücke zum Übergang in die Innenstadt war der Weg gut 50 Zentimeter tief weggespült. Bürgermeister Jürgen Hennemann (Fünfter von links) erläuterte die Sachlage und wie der Schaden ausgebessert wurde.
Foto: Helmut Will
Ebern – Ebern muss in den Hochwasserschutz investieren. Der Bauausschuss machte einen ersten Plan.

Die Hochwasserschäden waren ein Thema, über das die Mitglieder des Bauausschusses bei ihrer Sitzung am Mittwochnachmittag diskutierten. Sie machten sich Gedanken, wie man künftig Schlimmeres verhindern könne. Klar wurde gleich: Eine schnelle Lösung wird es nicht geben.

Die Stadt selbst sei, wie Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) sagte, beim letzten Hochwasser noch recht glimpflich davongekommen. Schulen oder Privatanwesen habe es schlimmer erwischt.

Angeschaut wurden die Schäden, die das Hochwasser in Ebern zwischen der Kapellenstraße und der Eiswiese/Neubrückentorstraße in der Friedrich-Rückert-Anlage angerichtet hat. Die Stadt Ebern hat bereits den Weg an der Eiswiese, der ziemlich weggespült war, wieder hergerichtet. „Der Angerbach war an dieser Stelle acht Meter breit und das Wasser hatte im Weg den Schotter bis zu 50 Zentimeter rausgespült, so etwas war noch nie da“, erläuterte Hennemann. Beschädigt ist die kleine Brücke, die über den Angerbach führt; sie ist derzeit gesperrt. Das müsse sie auch bleiben, sagte Martin Lang vom Bauamt der VG Ebern, da sie einsturzgefährdet sei. „Wir überlegen uns, wie wir das Problem lösen können, damit dort baldmöglichst wieder Fußgänger unseren Anlagering nutzen können“, sagte der Bürgermeister.

Fotos der Zerstörungen im Stadtgebiet

Im kleinen Sitzungssaal der Frauengrundhalle zeigte Martin Lang Fotos, die das Ausmaß der Zerstörungen im Stadtgebiet verdeutlichten. In jedem Fall sei klar geworden, wo das Wasser nicht optimal abfließen könne. Wenn es sich aufstaue, komme es zu Überschwemmungen des umliegenden Geländes und der dortigen Häuser. Das zwischen Gymnasium- und Kapellenstraße im Verlauf des Angerbaches verlegte Wellblechrohr ist 312 Meter lang, 2,90 Meter breit und 1,96 Meter hoch, sagte Lang. Es seien, wie man nach dem Hochwasser bei einer Besichtigung festgestellt habe, auch schon deutliche Korrosionsschäden vorhanden – im kritischen Bereich. Dort müsse das Wasser aus einem Einzugsgebiet von 6,2 Quadratkilometer durch. Martin Lang machte einen Vorschlag: Zunächst sollte eine neue Berechnung zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt stattfinden. Bei der Gestaltung der Friedrich-Rückert-Anlage müsste das Hochwasserproblem mitberücksichtigt werden. Die Angerbachverrohrung müsste saniert werden. Ein Rückhaltebecken im Bereich Mannlehn-Nord wäre denkbar. „Das sind aber schon größere Projekte, und man muss sehen, ob das der Haushalt der Stadt Ebern hergeben kann“, sagte Lang.

Bürgermeister Jürgen Hennemann dankte in diesem Zusammenhang allen, die gegen das Hochwasser gekämpft hatten. Sie hätten damit Schlimmeres verhindert. Nun müsse man zielgerichtet vorgehen.

Bürger können Schäden melden

Martin Lang teilte noch mit, dass es eine Umfrage zu den den entstandenen Schäden gebe. Diese könnten Betroffene auf der Homepage der Stadt Ebern melden. Das sei allerdings nicht als Hinweis zu verstehen, dass die danach auch ersetzt würden. Das betonte auch der Bürgermeister. Möglicherweise aber werde vom Freistaat Bayern ein Programm aufgelegt, um Schäden finanziell auszugleichen, aber das stehe noch nicht fest.

Rußrindenkrankheit verhindert Waldkindergarten

Aus dem Waldkindergarten bei Fierst wird es nichts. Dazu erläuterte Hennemann, dass im geplanten Bereich bei Ahornbäumen die sogenannte Rußrindenkrankheit festgestellt worden sei. Hierdurch würden Sporen freigesetzt, die beim Einatmen Schäden in der Lunge verursachen könnten. „Deshalb müssen wir von dem dort geplanten Waldkindergarten Abstand nehmen“, sagte der Bürgermeister. Nun soll nahe der Pöppelsmühle ein Bauwagen aufgestellt und der Waldkindergarten dort betrieben werden. Für die Aufstellung des Bauwagens ist ein Bauantrag nötig, dem das Gremium das gemeindliche Einvernehmen erteilte. Hennemann zeigte sich zuversichtlich, dass es dort im September losgehen könne. Mit dem Eigentümer der Pöppelsmühle sei geklärt, dass im Falle eines Gewitters die Kinder dort in einer Scheune Unterschlupf finden könnten. Genaueres werde zur gegebenen Zeit bekannt gegeben.