Gegendemo
Mittwochsaktion auf dem Marktplatz
Den anonymen „Spaziergängern“ wollen die Eberner bei einer Veranstaltung auf dem Marktplatz am Mittwoch etwas entgegensetzen.
Den anonymen „Spaziergängern“ wollen die Eberner bei einer Veranstaltung auf dem Marktplatz am Mittwoch etwas entgegensetzen.
Foto: Ronald Rinklef
Ebern – „Ebern ist bunt“: Vereine, die Stadt, die Bürger, sie alle werden am Mittwochabend denen, die in der Pandemie alles am Laufen hielten, danke sagen.

Die Stadt Ebern mit Bürgermeister Jürgen Hennemann an der Spitze und die Initiative „Ebern ist bunt“ laden ein zu einer Versammlung am nächsten Mittwoch in Ebern am Marktplatz.

Danke für die, die gekämpft haben

Wie Bürgermeister Jürgen Hennemann ausführt, ist es bei dieser Veranstaltung ein Anliegen, allen Helfern und Unterstützern gegen die Pandemie Dank zu sagen.

Hennemann: „Seit 22 Monaten hat die Corona-Pandemie das Land und damit das Leben aller im Griff. 22 Monate, in denen vieles nicht stattfinden konnte, in denen aber viele vieles trotz allem möglich machten und machen. Diesen Menschen danke zu sagen ist das Anliegen der Versammlung am Mittwoch, 19. Januar, 18.30 Uhr, auf dem Eberner Marktplatz.“

Vereine, Kirchen und Stadtverantwortliche sind diesmal dabei

„Nachdem beim ökumenischen Gottesdienst am vorigen Mittwoch die Trauer um die Toten und das Leid im Vordergrund standen, wollen wir nun noch einmal gezielt all jene in den Mittelpunkt rücken, die seit Beginn der Pandemie die Dinge am Laufen gehalten haben“, sagt Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann. Er ruft mit dem Stadtrat, den Kirchen sowie mehreren Eberner Vereinen die Eberner zu der Zusammenkunft auf. Diese Versammlung solle auch den anonymen „Spaziergängen“ etwas entgegensetzen, sagt Hennemann.

Entsetzen über „Diktatur“-Vorwurf

Kurz vor Weihnachten sei Ebern erstmals Ort dieser Veranstaltungen gewesen, die zwar als private Spaziergänge deklariert seien, die sich aber zu Demonstrationszügen ausgewachsen hätten. Sprechchöre wie „Lügenpresse“ oder die Behauptung, die Einschränkungen wegen Corona seien Ausdruck einer „Diktatur“, hätten viele Eberner entsetzt, sagt Hennemann. „Man kann an verschiedenen Corona-Maßnahmen Kritik üben. Bei uns gilt das Recht auf freie Meinungsäußerung. Aber zu behaupten, das Virus gäbe es nicht, ist keine Meinungsäußerung, sondern Lüge.“

Was tatsächlich geleistet wurde

Bei all dem Lärm, den die Impfgegner und Corona-Leugner machen würden, gerate aus dem Blick, was tatsächlich geleistet worden sei und geleistet werde, sagt Thomas Limpert, Eberns Dritter Bürgermeister. Darauf soll am Mittwoch hingewiesen werden. Erinnert werde an die Pfleger und Ärzte, alle, die im medizinischen und im Pflegebereich tätig seien, über die Beschäftigten in den Supermärkten, in den Schulen und Kitas und die Familien, die mit Schulschließungen und Kurzarbeit zurechtkommen mussten, bis hin zu denjenigen, die sich ehrenamtlich um Mitbürger kümmerten, die aus Sorge vor Ansteckung oder wegen Quarantäne nicht mehr vor die Tür gegangen seien. Vorgesehen sind mehrere kurze Redebeiträge.

Musiker sind dabei

Das Blasorchester Ebern hat sich bereiterklärt, zu musizieren. Weil es sich bei der Versammlung um eine politische Veranstaltung handelt, fällt sie unter das Demonstrationsrecht, ist beim Landratsamt angemeldet und darf stattfinden. Die Auflagen: Während der Versammlung sind Masken zu tragen und Abstand zu halten; ein Umzug darf nicht stattfinden. Das gilt übrigens generell in Ebern.

In Ebern wird damit gerechnet, dass sich die Gegner der Corona-Maßnahmen erneut auch wieder am Mittwoch, 19. Januar, 18.30 Uhr, am Bahnhofsvorplatz treffen werden.

Dank der Allgemeinverfügung durch das Landratsamt Haßberge wird es auch bei dieser Gelegenheit nicht möglich sein, zu einem „Spaziergang“, also einer gemeinsamen unangemeldeten Versammlung, aufzubrechen. Grundsätzlich soll erreicht werden, dass man sich an die geltenden demokratischen Regeln für eine Demonstration hält. Diese muss angemeldet und ein Versammlungsleiter sowie Ordner bestimmt werden. Das geschieht bislang bei diesen „Spaziergängen“ nicht.

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