Ansturm auf Grundstücke
In der Gemeinde Kirchlauter wird eifrig gebaut
Die Bautätigkeit war in den letzten Jahren so groß, dass nahezu alle Bauplätze In Kirchlauter und Neubrunn verkauft und schon bebaut sind, wie hier der Blick in die Siedlung "an der Leite" in Kirchlauter zeigt. Die Gemeinde will deswegen weiteres ...
Die Bautätigkeit war in den letzten Jahren so groß, dass nahezu alle Bauplätze In Kirchlauter und Neubrunn verkauft und schon bebaut sind, wie hier der Blick in die Siedlung "an der Leite" in Kirchlauter zeigt. Die Gemeinde will deswegen weiteres Bauland erschließen.
Foto: Günther Geiling
F-Signet von Günther Geiling Fränkischer Tag
Kirchlauter – Bauwerber in Kirchlauter oder Neubrunn, die noch nicht bedient wurden, gucken in die Röhre. Die Gemeinde schlägt sich mit dem Oskar-Kandler-Zentrum herum.

Kirchlauter hat in der Einwohnerzahl Neubrunn überholt, bedingt durch das Baugebiet ,Leite‘, aber Neubrunn schlägt zurück, wenn alle ,an der Maas‘ eingezogen sind. Unsere Einwohnerentwicklung hat sich damit stabilisiert.“ Diese Worte stellte Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) an den Beginn der Bürgersammlung, die nach der langen Pandemie-Pause auf großes Interesse stieß.

Die Einwohnerzahl der beiden Ortsteile mit Hauptwohnungen unterscheidet sich bei den beiden Hauptorten Kirchlauter mit 598 und Neubrunn mit 596 äußerst knapp, während sie mit Nebenwohnungen bei 643 zu 624 schon weiter auseinanderliegt. Insgesamt kommt man auf 1310 Einwohner (mit Zweitwohnsitz auf 1379).

Große Nachfrage nach Baugrundstücken in beiden Ortsteilen

In Neubrunn seien bis auf einen Bauplatz alle Grundstücke verkauft und auch der letzte sei schon reserviert. In Kirchlauter seien bis auf eines alle Grundstücke sogar schon bebaut. Verkauft worden seien die Parzellen zu 65 Euro pro Quadratmeter. Und weil die Nachfrage so hoch sei, wolle die Gemeinde nun in beiden Ortsteilen an die Planung und Erschließung weiterer Baugebiete herangehen.

Für das Gewerbegebiet in Kirchlauter, das in Richtung Neubrunn mit einigen Bauparzellen geplant war, habe sich eine neue Situation ergeben, sagte Kandler weiter. Ein Bauwerber wolle das Gebiet im Ganzen für sich erwerben. Die Gemeinde stehe dem aufgeschlossen gegenüber.

Die Kosten fürs Oskar-Kandler-Zentrum sind gestiegen und gestiegen

Bürgermeister Kandler blickte dann auch auf die getätigten Investitionen zurück.

Eine der kleineren Investitionen: Der Pausenhof der Grundschule hat ein Klettergerüst bekommen.
Eine der kleineren Investitionen: Der Pausenhof der Grundschule hat ein Klettergerüst bekommen.
Foto: Günther Geiling

Als größten Posten nannte er das weitere Vorgehen am Oskar-Kandler-Zentrum in Kirchlauter. Kandler brachte die Bürger auf den aktuellen Stand. Einen Förderbescheid vom Amt für ländliche Entwicklung über 763.500 Euro habe die Gemeinde wieder zurückgegeben, weil die Kostenschätzung von 900.000 Euro überhaupt nicht mehr gestimmt habe. Zuerst seien die Kosten auf 1,7 Millionen Euro gestiegen, jetzt liege man schon bei 2,5 Millionen Euro. Dazu kämen noch die Abrisskosten von circa 250.000 Euro.

Nach vielen Gesprächen und reiflicher Abwägung habe man sich deswegen für einen Abriss und einen Neubau des Oskar-Kandler-Zentrums entschieden und von drei Architekturbüros ein Konzept erstellen lassen. Mit einem wolle die Gemeinde nun weiter planen.

Ein Ruck soll durch die Bevölkerung von Kirchlauter gehen

Hierzu gab es einige Diskussionen. „Wie kann ich 800.000 Euro an Förderung einfach in den Wind geben, wenn ich jetzt nur 300.000 Euro erhalte?“, fragte Michael Kaiser. Rainer Kirchner sprach von einer „never ending Story“ und wollte die Kosten wissen, die bisher schon für Planungen ausgegeben wurden. Gemeinderat Reinhold Stöhr (SPD) gab zu: „Die Kosten für eine Sanierung sind uns einfach davongerannt.“

Lilo Stubenrauch (CSU) sah im Neubau „eine Investition auf 20 Jahre“. Dazu werde auch ein Darlehen aufgenommen werden müssen. Aber, so Stubenrauch: „Es ist bestimmt in eurem Sinne, dass etwas Neues entsteht, und dann auch ein Ruck durch die Bevölkerung geht.“ Bürgermeister Kandler sagte: „Wenn wir uns einig sind und das gemeinsam anpacken, haben wir etwas Gutes für Kirchlauter erreicht.“

Als Neuigkeit gab er bekannt, dass die Gemeinde das Gebäude und Gelände der Firma Stubenrauch in Neubrunn zur Einrichtung eines Gemeindebauhofes gekauft habe und dafür 485.000 Euro in den Haushalt eingestellt habe.

Straßenbeleuchtung ist zu dunkel, kritisieren einige Bürger

In einer sehr sachlichen Diskussion brachten die Bürger Wünsche vor. So sei zwar die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt, aber um 6.30 Uhr werde so weit gedimmt, dass man von einer „Funzel“ sprechen müsse und die Kinder auf ihrem Schulweg im Dunkeln stünden, hieß es. Heinz Stretz kritisierte die Wasserpreiserhöhung um 40 Prozent, für die er keinen Grund sehe.

Ein besonderes Thema war der Wunsch nach einem Radweg von Kirchlauter nach Neubrunn, bei dem es vor allem noch an der Bereitschaft von Grundstücksbesitzern liegt, Flächen abzugeben, vielleicht auch aufgrund des angebotenen Grundstückspreises. Es müsse eine angemessene Entschädigung geben.

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