Kanalsanierung
Sander bekommen im Frühjahr die Bescheide
Nach dem Ende der Kanalbauarbeiten in der St. Nikolausgasse/Pfarrgasse (Archivfoto) stehen nun die Ergänzungsbeiträge fest, die alle Sander Grundstückseigentümer für die Kanalsanierung leisten müssen.
Nach dem Ende der Kanalbauarbeiten in der St. Nikolausgasse/Pfarrgasse (Archivfoto) stehen nun die Ergänzungsbeiträge fest, die alle Sander Grundstückseigentümer für die Kanalsanierung leisten müssen.
Foto: Christian Licha
F-Signet von Christian Licha Fränkischer Tag
Sand am Main – In der Bürgerversammlung gab Bürgermeister Bernhard Ruß bekannt, was auf die Hausbesitzer an Ergänzungsbeiträgen zukommt.

Zufrieden mit dem Leben in der Korbmacher- und Winzergemeinde zeigten sich die rund Anwesenden bei der Bürgerversammlung im Pfarrheim in Sand. Zumindest gab es keine tiefgreifenden Diskussionen bei dieser letzten Bürgerversammlung in der Amtszeit von Bürgermeister Bernhard Ruß, die 2023 nach 30 Jahren zu Ende geht.

In zweierlei Hinsicht ist der 30. Juni 2023 ein interessantes Datum für Sand. Zum einen endet an diesem Tag die Ära Ruß im Rathaus und zum anderen ist dies der geplante Termin, an dem die Bauarbeiten in der St. Nikolausgasse/Pfarrgasse beendet sein sollen.

Der Kanalbau hat 2,38 Millionen Euro gekostet

Neben der Neugestaltung des Straßenraumes, die momentan ansteht, war auch die Kanalsanierung ein wichtiger Punkt bei dieser Baumaßnahme. Nachdem die genauen Kosten hierfür feststehen, verkündete Bürgermeister Bernhard Ruß die Höhe des Ergänzungsbeitrages, der auf alle Sander Grundstücksbesitzer zukommt. 2,38 Millionen Euro hat der Kanalbau gekostet, davon sind knapp 1,55 Millionen Euro beitragspflichtig umlegbar. Umgerechnet bedeutet dies, dass sich die Hauseigentümer mit 0,31 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche und 2,99 Euro je Quadratmeter Geschossfläche an der Kanalsanierung beteiligen müssen, stelle diese doch eine Verbesserung für alle Einwohner dar, so Ruß. Die Bescheide sollen im kommenden Frühjahr erlassen werden.

Gemeinde zeigt in Härtefällen Entgegenkommen

Gleichzeitig betonte der Bürgermeister, dass die Gemeinde in Härtefällen natürlich bereit sei, den Bürgern mit einer individuellen Zahlungsvereinbarung entgegenzukommen.

Zur weiteren Entwicklung der Gemeinde Sand stellte Bürgermeister Ruß mögliche Neubaugebiete vor. So kommen dafür Grundstücke im Gebiet „Oberer Wasen“ im Süden von Sand mit 1,37 Hektar in Frage oder auch der „Altensetz“ (5,04 Hektar), die „Stückäcker“ (7,5 Hektar) oder die „Ruß-Gärten“ (5,5 Hektar). Wichtig sei aber auch die Innenentwicklung, so Ruß, der allgemein die Grundstückseigentümer unbebauter Flächen aufforderte, ihre Verkaufsbereitschaft zum Wohle der Allgemeinheit zu überdenken.

 

Kein Grundstück für ein Pflegeheim zu bekommen

So hat auch die Gemeinde erfahren müssen, dass der Grundstückserwerb schwierig sei. Seit 2006 laufen Bemühungen geeignete Grundstücke für eine Pflegeeinrichtung zu aktivieren. Entweder seien Preisvorstellungen utopisch oder die Besitzer schließen von vornherein einen Verkauf aus. „Es ist die Mithilfe aller gefordert“, sagt Ruß und verwies darauf, dass Eigentum auch verpflichte.

Eingeladen zur Bürgerversammlung war auch Marco Siller, der Geschäftsführer der Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis Haßberge (GUT) sowie der Vorstandsvorsitzende der Bürgerenergiegenossenschaft Haßberge eG (BEG), Gunter Häckner.

Genug Strom für alle Sander Haushalte

„Das Thema Aufbruch haben die Sander verstanden“, sagte Siller in Bezug auf die Energiewende und die in Bau befindliche Freiflächen-Photovoltaikanlage in der Sander Gemarkung. Rechnerisch könne die Anlage, die zum Jahreswechsel in Netzbetrieb gehen werde, den Stromverbrauch aller Sander Haushalte decken. Für die Zukunft werde über Dach-Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden und über Nahwärmenetze in Sand nachgedacht, so Siller.

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