Stadtrat
Solartechnik hält Einzug in Ebern
Eberns Stadtrat ebnete grundsätzlich den Weg für Solaranlagen im Altstadtbereich – allerdings nur mit Auflagen.
Eberns Stadtrat ebnete grundsätzlich den Weg für Solaranlagen im Altstadtbereich – allerdings nur mit Auflagen.
Foto: Archiv/Andy Schöneberg
Ebern – Das Gremium wägte zwischen Klima- und Denkmalschutz ab und entschied: Auch in Eberns Altstadt sollen Kollektoren erlaubt sein – unter Bedingungen.

Soll in Eberns Altstadt der Denkmalschutz über dem Klimaschutz stehen? Der Stadtrat beantwortete dieses Frage in der Sitzung am Donnerstag mit einem klaren Nein – allerdings mit Einschränkungen. Solarkollektoren zum Erhitzen von Wasser oder zur Stromerzeugung dürfen künftig unter bestimmten Voraussetzungen doch auf Dächern in der Altstadt montiert werden.

Nicht erwünscht ist die Errichtung von Solarkollektoren auf einem „Einzeldenkmal“. Erlaubt ist die Montage auf der Dachfläche eines Nebengebäudes oder innerhalb eines Grundstücks ebenerdig mit Ständern. Sofern keine Nebengebäude oder geeignete Freibereiche auf dem Grundstück vorhanden sind, ist auch die Anbringung auf dem Hauptgebäude möglich. Die Solaranlage darf vom öffentlichen Straßenraum aus nicht oder nur geringfügig einsehbar sein. Die Kollektoren sollen in einem möglichst geringen Abstand zur Dachoberfläche angebracht werden und dürfen nicht auf Ständern montiert werden.

Der Stadtrat, beziehungsweise der Bauausschuss, prüfen vorab in Abstimmung mit dem Städteplaner und der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt die beabsichtigten Bauvorhaben. Ebern hat einige wichtige und beeindruckende Stadtansichten (zum Beispiel von der Bundesstraße aus), die aus Sicht des Denkmalschutzes schützenswert sind. Der Stadtrat beschloss einstimmig die Änderung der Gestaltungssatzung.

Neues Feuwerwehrhaus

Ebenso einhellig votierte das Gremium für den Neubau eines Feuerwehrhauses in Unterpreppach. Ursprünglich geplant war der Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses mit integriertem Feuerwehrhaus in der Ortsmitte. Doch mittlerweile belaufen sich die geschätzten Kosten auf circa zwei Millionen Euro, sagte Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD).

Unterpreppach soll ein neues Feuerwehrhaus erhalten – allerdings in kleineren Maßstäben als zunächst geplant.
Unterpreppach soll ein neues Feuerwehrhaus erhalten – allerdings in kleineren Maßstäben als zunächst geplant.
Foto: Archiv/Ecfkehard Kieswewetter

Die ursprünglich zugesagte Förderung in Höhe von 80 Prozent wurde auf einen Festbetrag in Höhe von 500 000 Euro gedeckelt, sodass sich der Eigenteil der Stadt von 665 000 Euro auf 1 385 000 Euro erhöhen würde – „nicht machbar“, meinte der Rathauschef.

Die Ämter hätten die Unterstützung für viele Projekte zugesagt. Das ALE (Amt für ländliche Entwicklung) habe die Mittel jedoch drastisch gekürzt. Der Stadtrat einigte sich daher darauf, den Förderantrag zurückzunehmen und sich von dem Projekt zu verabschieden. Stattdessen soll ein reines Feuerwehrhaus auf der Flurnummer 131/1 im Ruppacher Weg 30 entstehen. Dieses Grundstück gehört der Stadt Ebern bereits. Die Kosten für das Feuerwehrhaus mit zwei Stellplätzen betragen geschätzte 800 000 Euro. Abzüglich der Förderung verbleibt ein Eigenanteil in Höhe von 685 000 Euro bei der Stadt.

Die Freiwilligen Feuerwehren in Fischbach, Frickendorf und Vorbach erhalten neue Tragkraftspritzen des Typs PFPN 10-1000. Dies beschloss der Stadtrat einstimmig. Die vorhandenen Spritzen sind bis zu 57 Jahre alt, weshalb ein Austausch nötig ist. Die Kosten pro neuer Spritze betragen circa 15 000 Euro. Die Förderung durch den Freistaat Bayern beträgt 4700 Euro pro Spritze.

Umbau der Galerie

Das ehemalige Kaufhaus Xaver Mayr, ein Wohn- und Geschäftshaus in Ebern, das viele als xaver-mayr-galerie kennen, soll zur Städtischen Kunstgalerie mit Wohnungen umgebaut werden. Die Maurerarbeiten vergab der Stadtrat an die HTS Frankenbau (Sulzdorf an der Lederhecke). Die Auftragssumme beträgt rund 235 000 Euro brutto. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr beginnen.

Im Rückblick auf das Jahr 2021 stellte Bürgermeister Hennemann fest, dass trotz Corona „überraschend viel passiert“ sei. Der Startschuss zum Bau des Seniorenheims im „Mannlehen“ sei erfolgt. Drei Wohnbauprojekte mit Mehrfamilienhäusern seien angestoßen udn viele Bauanträge seien bearbeitet worden. Der Bürgermeister dankte den Feuerwehrleuten, Bauhofmitarbeitern, sowie Bürgerinnen und Bürgern, die bei dem Jahrhunderthochwasser im Juli im Einsatz waren. Test- und Impfzentrum wurden eingerichtet, die Sanierung des Freibads beschlossen und der Seniorenspielplatz fertiggestellt.

Schwierige Bedingungen

Das kommende Jahr 2022 bezeichnete Hennemann als „schwieriges Jahr“ für die Stadt Ebern. Mit 4,5 Millionen Euro müsse die höchste Kreisumlage bezahlt werden, die es jemals gab. Grund dafür seien die hohen Steuereinkünfte, die die Stadt vor zwei Jahren erhalten habe. Damals zahlte der Staat hohe Ausgleichszahlungen für die Gewerbesteuer. Eine Schuldenaufnahme sei daher wohl unumgänglich. Die Stadt müsse eigene Einnahmen generieren, beispielsweise durch Photovoltaikanlagen. Zweiter Bürgermeister Harald Pascher (FDP) würdigte Bürgermeister Hennemann für dessen unermüdlichen Einsatz für die Stadt.