Handwerk
Meisterstücke für die Zukunft
19 Schreinergesellen haben an der Meisterschule in Ebern ihren Abschluss gemacht.
Garderoben und Schränke dominierten bei den Ausstellungsstücken des 47. Meisterkurses an der Schreinermeisterschule Ebern.
Foto: Helmut Will
F-Signet von Helmut Will Fränkischer Tag
Ebern – 19 Schreinergesellen haben an der Schule in Ebern ihren Meister gemacht. Warum der Kurs 74 vor besonderen Herausforderungen stand.

Er habe etwas anderes machen wollen, was nicht direkt mit praktischen Möbeln zu tun habe, sagt Johannes Fiedler. „Bei meiner Oma habe ich eine Standuhr gesehen und deshalb habe ich mir eine Standuhr als mein Meisterstück ausgewählt.“ Der 22-Jährige aus dem oberfränkischen Wilhelmsthal, der den Kurs als Schulbester mit der Note von 1,27 abgeschlossen hat, baute sein Meisterstück in einer moderneren Form mit einem mechanischen Uhrwerk, nicht im klassischen Stil. „Die Lehrer wirkten bei der Planerstellung unterstützend mit, aber die Entscheidung lag letztlich bei mir“, sagt Johannes Fiedler.

19 Schreinergesellen haben an der Meisterschule in Ebern ihren Abschluss gemacht.
Die Idee für sein Meisterstück lieferte die Standuhr seiner Oma. Eine modernere baute Schulbester Johannes Fiedler, der sie stolz präsentiert.
Foto: Helmut Will

Er habe 157 Stunden gebraucht, um sein Meisterstück erstrahlen zu lassen. Zu Hause habe er einen von seiner Mutter geführten Betrieb, er sei aber schon auf den Weg zum Betriebswirt an der Handwerkskammer in Bayreuth und werde nach Abschluss in den elterlichen Betrieb einsteigen, sagt er. Fiedler bedauert, dass im ersten Vierteljahr Corona dem Kurs einen Strich durch die Rechnung gemacht habe. Der Start war für 18 Gesellen und eine Gesellin von ungünstigen Umständen geprägt. Mitten im Winter-Lockdown begannen sie ihre Ausbildung zum Schreinermeister/zur Schreinermeisterin an der Meisterschule für das Schreinerhandwerk in Ebern. „Ein wirklicher Kontaktaufbau zu den Mitschülern war da nicht möglich, aber die Schule hat den Onlineunterricht hervorragend organisiert und das Schulklima ist überwältigend“, sagt der 22-Jährige. Alle 19 Absolventen konnten ihre Meisterausbildung unter Leitung von Michael Schäfer erfolgreich abschließen.

19 Schreinergesellen haben an der Meisterschule in Ebern ihren Abschluss gemacht.
Schulleiter Dr. Oliver Dünisch (rechts) und Kursleiter Michael Schäfer (links) mit den drei Schulbesten (weiter von links): Johannes Fiedler, Bester mit der Note 1,27, Christian Fetschele, Platz 3 mit der Note 1, 47 und Luise Dötsch, Platz 2 mit der Note 1,43.
Foto: Helmut Will

Und so verlief nach dem schwierigen Start der 74. Meisterkurs in den vergangenen eineinhalb Jahren gut, so dass alle eine „Schulfamilie“ wurden und den Kurs erfolgreich abschließen konnten. Am Sonntagnachmittag nahmen die Absolventen ihre Meisterbriefe in Empfang.

Die Eberner Meisterschüler stammten aus dem ganzen Bundesgebiet

Die Abschlussbesten ehrte Kursleiter Michael Schäfer zusammen mit dem Schulleiter. Das waren neben Johannes Fiedler Luise Dörsch aus Röslau, Landkreis Wunsiedel, mit der Note 1,43 und Christian Fetschele mit der Note 1,47. Den Sozialpreis erhielt Jonas Elmerich aus Ellern, Landkreis Rhein-Hunsrück in Rheinland-Pfalz.

19 Schreinergesellen haben an der Meisterschule in Ebern ihren Abschluss gemacht.
Stolze Absolventen haben ihre einzige weibliche Mitschülerin in die Mitte genommen. Mit auf dem Foto Lehrkräfte (links) mit Schulleiter Dr. Oliver Dünisch (4. v. links) und Kursleiter Michael Schäfer (8. v. links), sowie (von rechts) Michael Bissert, Präsident der Handwerkskammer Unterfranken, Geschäftsleiter des Zweckverbandes Meisterschule Ebern, Armin Zankl und Bernhard Daxenberger, Präsident des Fachverbandes Schreinerhandwerk in Bayern.
Foto: Helmut Will

Schulleiter Oliver Dünisch, Leiter der Fachschule für das Schreinerhandwerk in Ebern, begrüßte zum Abschluss des 74. Kurses, mit dem die Ausstellung der Meisterprüfungsstücke verbunden war, die Gäste. Die Meisterschule sei seit 38 Jahren Bestandteil der Eberner Schullandschaft. An die Absolventen gewandt sagte Dünisch, sie hätten einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Besonders freute er sich, dass niemand „auf der Strecke“ geblieben sei. Er könne diesen Kurs mit vielen guten Bildern im Kopf verabschieden und freue sich, dass die Absolventen die Meisterschule Ebern für den Weg in ihre weitere berufliche Zukunft gewählt hatten.

Bürgermeister Jürgen Hennemann: Die Stadt Ebern ist stolz, die Meisterschule in ihren Mauern zu haben

Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) lobte das soziale Miteinander an der Schreinermeisterschule. Die Stadt sei stolz, diese Einrichtung zu haben. Die Meisterschüler beteiligten sich an verschiedenen Projekten in Zusammenarbeit mit der Stadt. „Die gute Zusammenarbeit wollen wir gerne weiter pflegen und beleben“, sagte der Bürgermeister. Michael Bissert, Präsident der Handwerkskammer Unterfranken, hob die tollen Leistungen der Absolventen hervor.

19 Schreinergesellen haben an der Meisterschule in Ebern ihren Abschluss gemacht.
Garderoben und Schränke dominierten bei den Ausstellungsstücken des 47. Meisterkurses an der Schreinermeisterschule Ebern.
Foto: Helmut Will

Nachdem Schulleiter Oliver Dünisch und Kursleiter Michael Schäfer die Zeugnisse an die Absolventen übergeben hatten, sprach Sebastian Meetz für die Schüler Abschiedsworte für den Kurs 74. Diese waren gewürzt mit lustigen Anekdoten aus dem Schulleben und dem Dank an alle Bediensteten der Schule, Lehrer und Schulleiter. Simon Mittmann aus Ohrenbach, Landkreis Ansbach, wurde im Bereich Kaufmännische Fächer, Christian Fetschele aus Krumbach im Landkreis Günzburg im Bereich Gestalterische Fächer ausgezeichnet. Im Bereich Technisch-handwerkliche Fächer zeichnete der Schulleiter Johannes Fiedler aus.

Die Veranstaltung wurde von Felix Müller moderiert, musikalisch begleitet wurde sie von Annemarie Lins am Keyboard. Wer wollte, konnte anschließend an einer Schulführung teilnehmen.

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