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Bauprobleme am Haßfurter Schulzentrum
An der Fassade am Schulzentrum Haßfurt muss noch gebaut werden
Die Verbandsmitglieder des Stadtrates und des Kreistages vor der Fassade am Schulzentrum Haßfurt, an der noch Arbeiten auszuführen sind; ebenso gilt dies für den Zugang und die Außenanlagen.
Foto: Günther Geiling
Haßfurt – Bei einer neuerlichen Ausschreibung für Arbeiten an der Fassade des Schulzentrums Haßfurt sind die Kosten explodiert.

Nahezu 2100 Schülerinnen und Schüler gehen in diesem Schuljahr am Schulzentrum in Haßfurt in die Grundschule, Mittelschule oder ins Gymnasium. Dort flossen in den letzten 20 Jahren weit über 40 Millionen Euro in die Gebäudeerweiterungen und -sanierungen. In der nahen Zukunft warten aber trotzdem noch zwei größere Projekte wie die Sanierung der Dreifachturnhalle und die Neugestaltung der Außenanlagen auf ihre Verwirklichung.

An der Fassade des Schulzentrums Haßfurt muss noch gebaut werden
Im Bereich des zukünftigen Haupteingangs an der Nordwand des Schulzentrums sind noch die entsprechenden Arbeiten auszuführen.
Foto: Günther Geiling

Die Mitglieder der Verbandsversammlung des „Schulzentrums“ trafen sich zu Beginn ihrer Sitzung vor dem Haupteingang des Schulgebäudes am „Tricastiner Platz“, um sich ein Bild von der Fassade zu machen. Rund um den Haupteingang und an einigen anderen Stellen gilt es noch Restarbeiten zu erledigen. Bei einer neuerlichen Ausschreibung für Arbeiten an dieser Fassade sind aber die Kosten explodiert und auf ein Mehrfaches angesetzt worden.

Die Mitglieder aus dem Kreistag und dem Stadtrat blickten an einigen Stellen hinter die vorgehängte Fassade mit der Dämmung und auf den Unterbau. „So können wir es nicht belassen. Ob die Bedingungen wieder besser werden, weiß auch niemand von uns“, sagte Geschäftsführer Peter Kuhn vom Planungsbüro Baur & Consult.

Problem mit dem Materialnachschub

Egal welches Material man auch nehme, bleibe die Arbeit darunter gleich. Dazu komme die Problematik im Metallbau, dass man kein Material bekomme. Der Vorsitzende des Zweckverbandes Landrat Wilhelm Schneider gab zu bedenken, dass man bei der Betrachtung von einem ganz anderen Basiswert ausgehe, diese Preise nicht mehr realistisch seien und man sie im Vergleich anders bewerten müsse. „So belassen oder machen! Eine Alternative haben wir eigentlich nicht. Es wird wahrscheinlich nicht besser.“ So wird man diesen Punkt noch einmal überdenken und auf der nächsten Sitzung abschließend behandeln.

 

Turnhallen wurden für Ukraine-Flüchtlinge genutzt

Marcus Fröhlich, neuer Geschäftsleiter des Zweckverbandes Schulzentrum Haßfurt, gab dann einen Bericht von der Umfunktionierung der beiden Turnhallen Ost und West in Notunterkünfte für Flüchtlinge aus der Ukraine. Seit Anfang März seien die Vorbereitungen dazu gelaufen, habe man die Hallen unterteilt und schon am 16. März wäre die erste Belegung in der Halle West erfolgt und am 21. März wäre die Halle Ost in Betrieb genommen worden. Bei der Einrichtung sei man durch das THW unterstützt worden und das BRK habe sich um die medizinische Versorgung, Corona-Tests und zusammen mit der Awo um die Verpflegung gekümmert. So sei eigentlich alles gut gelaufen. Zum Glück habe man auch auf Dolmetscher zurückgreifen können. Dies sei wichtig gewesen bei der Aufklärung über die Corona-Impfung, aber auch für weitere Schutzimpfungen, wenn zum Beispiel Kinder in eine vorschulische Einrichtung gehen.

Wie aus der Lehrerschaft mitgeteilt wurde, gibt es am Schulzentrum derzeit zwei „Willkommensklassen“, die auch noch an den Standorten der weiterführenden Schulen in Hofheim, Ebern und Eltmann vorhanden wären. Derzeit habe man in Haßfurt am Schulzentrum 20 Schüler, und es laufe ganz gut. Man habe sich darauf eingestellt, dass sich diese Schülerzahl noch verdoppeln könnte.

Landrat Wilhelm Schneider sprach von einer großen Zufriedenheit und vertrauensvollen Mitarbeit der Kommunen bei der Lösung dieses Flüchtlingsproblems, so dass alles ohne Anordnungen laufe. Ein großer Vorteil wäre jedoch ein Dolmetscher vor Ort. Das Wichtigste für die Flüchtlinge selbst wäre eine W-Lan-Einrichtung, um die Verbindung in ihre Heimat herzustellen. Bis jetzt seien 700 Flüchtlinge im Landkreis Haßberge angekommen, davon waren 240 Kinder.

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