Preis gewonnen
Champions! Nicht nur wegen der Dorferneuerung
Die Hofheimer Allianz ging unter 30 Mitbewerbern aus 17 Nationen in Europa als Sieger hervor
Allianzmanager Philipp Lurz und Integrationsbeauftragte Kerstin Brückner freuen sich über den Gewinn des Europäischen Dorferneuerungspreises.
Foto: Martin Schweiger
Maroldsweisach – Die Hofheimer Allianz ging unter 30 Mitbewerbern aus 17 Nationen in Europa als Sieger hervor. Eine Fülle an Projekten war ausschlaggebend.

„Meine Freunde, wir spielen jetzt in der Champions-League“, zeigte sich Maroldsweisachs Bürgermeister Wolfram Thein am Donnerstag zum Abschluss der Sitzung der Hofheimer Allianz-Gemeinden im Saalbau Hartleb hoch erfreut. Übertrieben hat er damit wohl nicht: Unter 30 Mitbewerbern aus 17 Nationen ging die Hofheimer Allianz, bestehend aus sieben Kommunen (Hofheim, Riedbach, Aidhausen, Bundorf, Ermershausen, Maroldsweisach, Burgpreppach) mit 56 Ortschaften, beim Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis siegreich hervor.

Preisverleihung beim vorherigen Gewinner Hinterstoder in Österreich

Vom 12. bis 14. Mai erfolgte die Preisverleihung im österreichischen Hinterstoder, dem vorherigen Gewinner des Preises. Rund 600 Personen nahmen an der Preisverleihung teil, berichtete Allianz-Manager Philipp Lurz. Die Aufgabe für die teilnehmenden Gemeinden bestand darin, „lokale Antworten auf globale Herausforderungen“ zu finden. Dies gelang nach Ansicht der Jury den Haßberglern am besten. Nach 20 Jahren ist der Preis, der allerdings nicht mit einem Preisgeld verbunden ist, nun wieder in bayerischer Hand.

Die Hofheimer Allianz ging unter 30 Mitbewerbern aus 17 Nationen in Europa als Sieger hervor
Ile-Betreuerin Stefanie Dümig (rechts) lobte die Hofheimer Allianz als „erfolgreichste ländliche Entwicklungsregion Bayerns“.
Foto: Martin Schweiger

Auch Stefanie Dümig vom Amt für Ländliche Entwicklung (Ale) Würzburg, die die Allianz als Ile-Region (Integrierte ländliche Entwicklung) betreut, war voll des Lobes. Unter den 118 Ile-Regionen in Bayern sei die Hofheimer Allianz eine der erfolgreichsten. Sie referierte darüber, dass das Ale nicht nur Kommunen, sondern auch Kleinstunternehmen im Rahmen einer Dorferneuerung fördere, die einen Beitrag zur Grundversorgung lieferten, wie Bäcker, Metzger oder andere Handwerker. Voraussetzungen für eine Förderung seien, dass der Betrieb weniger als zehn Beschäftigte hat, der Jahresumsatz unter zwei Millionen Euro liegt und der Ort weniger als 2000 Einwohner hat.

Nicht nur Unternehmen können von der Hofheimer Allianz profitieren, sondern auch Privatpersonen mit Kleinprojekten

Auch von Privatpersonen initiierte Kleinprojekte, die die ländliche Entwicklung unterstützen, wie das Anlegen einer Streuobstwiese, werden gefördert, so Dümig. Gefördert wird auch die Innenentwicklung von Ortschaften. „Krapfen statt Donut“, laute hier das Motto.

Die Hofheimer Allianz ging unter 30 Mitbewerbern aus 17 Nationen in Europa als Sieger hervor
Gemeinderäte und Bürgermeister der Allianz trafen sich am Donnerstag in Maroldsweisach.
Foto: Martin Schweiger

Dies praktiziere die Hofheimer Allianz bereits seit Jahren, ergänzte Lurz. Doch allein deswegen habe man den Europäischen Dorferneuerungspreis nicht gewonnen. „Eine Fülle an Maßnahmen war ausschlaggebend“, unterstrich er, unter anderem der Breitbandausbau, aber auch die Tätigkeit der Integrationsbeauftragten Kerstin Brückner, die das Zusammenleben und die Integration auch ausländischer Mitbürger fördert.

Jetzt muss das große Fest zur nächsten Preisverleihung geplant werden

Die Preisverleihung des Dorferneuerungspreises 2023 wird im Mai oder Juni nächsten Jahres in Hofheim stattfinden. Lurz erwartet 800 bis 1000 Gäste aus zwölf bis 15 Nationen. Lurz bittet die Vereine, Großveranstaltungen rechtzeitig bekanntzugeben, um Terminkollisionen zu vermeiden. Zudem bat er um Ideen zur Unterbringung der Gäste. Eine Lenkungsgruppe wird den Austragungsort der Festveranstaltungen festlegen. Ein Festkomitee aus allen Mitgliedern der Allianz soll bis zum Herbst ein Grobkonzept entwickeln. Ein Rahmenprogramm wie Führungen, Wander- oder Radtouren soll das Event abrunden. Die Hofheimer Allianz bleibt nicht auf dem Erreichten stehen. Lurz stellte das Digitalisierungskonzept Hofheimer Land vor. Die Allianz nimmt am Modellprojekt „Smart Cities, Smart Regions“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bauen und Verkehr teil. Es geht um Telemedizin oder Online-Bestellung von Lebensmitteln.

Was sich sonst so tut im Gebiet der Hofheimer Allianz, lesen Sie in den folgenden Beiträgen: