Planungen
In drei Jahren gibt’s Bauplätze in Heubach
In diesem Bereich Heubachs ist das neue Baugebiet geplant. Wie es erschlossen werden soll, ist noch fraglich.
In diesem Bereich Heubachs ist das neue Baugebiet geplant. Wie es erschlossen werden soll, ist noch fraglich.
Foto: Günther Geiling
Heubach – Eberns Stadtverwaltung wird ständig nach Grundstücken gefragt. Nun ist in Heubach etwas geplant. Die Dorfbewohner erfahren es als Erste.

Zwei Themen beherrschten die Bürgerversammlung im Eberner Stadtteil Heubach. Das Interesse war groß, im Sportheim des SV Heubach war kein Platz mehr frei. Beides spiele für die zukünftige Entwicklung von Heubach eine große Rolle, sagte Bürgermeister Jürgen Hennemann.

Zum einen ging es um die zukünftige Trinkwasserversorgung über die Fernwasserversorgung Oberfranken FWO.

Das Verbindungsnetz für die drei Ortsteile Heubach, Eichelberg und Reutersbrunn über die Fernwasserversorgung Oberfranken
Das Verbindungsnetz für die drei Ortsteile Heubach, Eichelberg und Reutersbrunn über die Fernwasserversorgung Oberfranken
Foto: Repro: Günther Geiling

Bei diesem Punkt waren nur positive Stimmen zu hören, zum Beispiel die von Hildegard Hauck: „Wenn wir es wieder kriegen können, nehmen wir es wieder. Das kann doch nicht besser sein!“ Herbert Pfeufer erinnerte daran, dass 1994/95 der Anschluss des Stadtteils an die FWO erfolgt, dann aber 2001 der Anschluss nach Ebern gekommen sei. „Wir haben 77 Unterschriften dafür bekommen, dass wir bei der FWO bleiben wollen. Nach 20 Jahren kommen wir jetzt darauf, dass es doch Sinn gemacht hätte.“

Der Lageplan zeigt das vorgesehene Grundstück für den Bebauungsplan im Anschluss an die Siedlung, im Hintergrund Blick auf die Stadt Ebern.
Der Lageplan zeigt das vorgesehene Grundstück für den Bebauungsplan im Anschluss an die Siedlung, im Hintergrund Blick auf die Stadt Ebern.
Foto: Günther Geiling

Das andere Thema war das geplante Heubacher Baugebiet. Die Aufstellung eines Bebauungsplanes in Heubach sei nun möglich, weil ein Eberner Bürger angeboten habe, seine Flächen zur Verfügung zu stellen, sagte Hennemann und fügte hinzu: „Wir sind froh, dass wir ein Angebot von einem Grundstücksbesitzer bekommen haben. Dies ist gerade im Bereich nahe Ebern sehr sinnvoll und wir wären froh, wenn uns Besitzer weitere Flächen bereitstellen würden.“ Die Stadt habe das Angebot sehr gerne angenommen, weil man keine Bauplätze mehr habe und die Nachfrage weiterhin groß sei. „Es gibt ein bis zwei Anfragen pro Woche.“

Nun gehe es um die Kostenübernahmeerklärung mit dem Anbieter. Wichtig zu wissen: Es sollen Baurechte mit einer Bauverpflichtung geschaffen werden. Frank Schönfelder von der Planungsgruppe Strunz informierte über den Verfahrensweg. Die Stellungnahme der Stadträte stehe noch aus. Man gehe nicht mit der Brechstange vor und nehme die Meinung der Bürger gerne zuerst auf. Der Plan entwickle sich dann vom Vorentwurf zum Entwurf und am Schluss stehe der Satzungsbeschluss im Stadtrat.

Bürgermeister Jürgen Hennemann und Dipl.-Ing. Frank Schönfelder (von links) bei der Vorstellung des neuen Bebauungsplanes für Heubach
Bürgermeister Jürgen Hennemann und Dipl.-Ing. Frank Schönfelder (von links) bei der Vorstellung des neuen Bebauungsplanes für Heubach
Foto: Günther Geiling

Diskutiert wurde bei der Versammlung eine Erschließung über den „Eichelberger Weg“ oder über die Straße „Gartenäcker“. Die Kellereingänge im Eichelberger Weg sollen laut Schönfelder in das Baugebiet integriert werden. „Die Keller bleiben, man kann sie aber nicht überbauen. Sie haben in der Regel ein Tonnengewölbe und befinden sich in einem guten baulichen Zustand“, war die Begründung. Bei einer Erschließung über den „Eichelberger Weg“ hätte man das Problem, dass hier der Kanal liegt und man ein Trennsystem anwenden müsse mit einem Abschluss-Bauschacht, der das Wasser gedrosselt an den bestehenden Graben abgäbe. Widerstand regte sich in Sachen Erschließung über die Straße „Gartenäcker“ und es kamen Vorschläge wie: „Warum gehen wir nicht in die Nähe des Sportplatzes?“ oder „Dann macht doch gleich eine Ringstraße.“ Frank Schönfelder äußerte den Gedanken, das könnte man vielleicht in einem zweiten Schritt machen. Bürgermeister

Hennemann sagte, die Gartenäcker-Straße sei nicht optimal, die Erschließung darüber sei eine Schwachstelle und es stelle sich die Frage, ob man eine Zeit lang damit leben könnte. Anwohner aus der Straße wie Carola Paulus fragten: „Wie lange ist das: eine Zeit lang?“ Ihr Ehemann schlug einen Grundstückstausch mit dem Grundstücksbesitzer vor, der auf großen Beifall traf. Christian Käser und Günther Hafenecker sprachen sich für die Alternative der Erschließung über den „Eichelberger Weg“ aus. Damit flösse der Verkehr nicht über die schmale Straße „Gartenäcker“ und auch der Ärger für die dortigen Anwohner wäre weg. Bürgermeister Jürgen Hennemann sah auch noch eine dritte Variante, nämlich außerhalb des Baugebietes eine Baustraße einzurichten, wenn man die Flächen bekäme, „aber so weit sind wir noch nicht.“

Nur für Einfamilienhäuser

Die Anbindung des Baugebietes bleibt somit völlig offen. Weitere Fragen betrafen die Terminierung des Vorhabens und die Größe der Grundstücke, die Christiane Tangermann interessierte. Hennemann sagte, dass die Baugrundstücke 500 bis 650 Quadratmeter groß sein würden. Es sollten klassische Einfamilienhäuser entstehen. Den Bau von Mehrfamilienhäusern habe man in der Verwaltung verneint. Bis die Planung fertig sei und mit dem Bau begonnen werden könne, müsse man mit zwei bis drei Jahren rechnen.