Entwürfe
Rundbau, halb im Fluss steckend
So soll im Siegermodell der Eingang des MIZ aussehen.
So soll im Siegermodell der Eingang des MIZ aussehen.
Foto: Bild: Stefan Sauer
Knetzgau – Wird das Main-Infozentrum in Knetzgau zum Main-Ufozentrum? Studenten stellten futuristische Projekte vor. Sieger ist ein untertassenartiges Gebäude.

19 Studierende der Fachschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt haben sich den Kopf darüber zerbrochen, wie das geplante Maininformationszentrum 359 – kurz MIZ genannt – in Knetzgau einmal aussehen soll. Am Donnerstag stellten sie ihre sieben Vorschläge in einer Virtual-Reality-Präsentation im Rats- und Kultursaal vor.

Bürgermeister Stefan Paulus trägt eine Virtual-Reality-Brille.
Bürgermeister Stefan Paulus trägt eine Virtual-Reality-Brille.
Foto: Martin Schweiger

Die Studierenden haben für ihre Entwürfe für das MIZ der Fantasie den freien Lauf gelassen

Allen Teilnehmenden kann man bescheinigen, dass sie ihrer Fantasie freien Lauf gelassen haben. Die erste Dreier-Gruppe präsentierte ein Gebäude in Form eines Bootes. Ein Wassersport-Angebot, eine flexible Bühne mit Strandkörben für die Zuschauenden und ein Staubereich mit einer Bademöglichkeit runden das Angebot ab. Ein Klettergarten in Schiffsform soll die jüngere Klientel anlocken, die dann per „Flying-Fox“ von der Maininsel aus über den Main hinweg per Stahlseil zum MIZ zurückfliegen kann. Auch ein Café mit Terrasse, Info-Boards, einen Museumsbereich sowie einen Souvenirshop und Tagungsräume haben die drei Studierenden integriert.

Im zweiten Modell für das Maininformationszentrum wird ein alter Mainarm inklusive Pier und Anlegestelle reaktiviert

Im zweiten Modell wird ein alter Mainarm inklusive Pier und Anlegestelle reaktiviert. Drei Studentinnen konstruierten einen Aussichtsturm auf der Maininsel, setzten dem MIZ ein Dach in Wellenform auf und sahen einen Wasserfall vom Gebäudedach herab vor.

So sieht der Lobby-Bereich des Siegermodells aus, das unter die Erde und in den Main hinein verlegt ist.
So sieht der Lobby-Bereich des Siegermodells aus, das unter die Erde und in den Main hinein verlegt ist.
Foto: Stefan Sauer

 

Ein MIZ in „organischer Form“ mit vielen Ausbuchtungen

Eine weitere Gruppe präsentierte ein MIZ in „organischer Form“ mit vielen Ausbuchtungen. Die sechste Gruppe ersann sich ein MIZ in Form der Mainaue mit Tiny Houses, die auf einem künstlich angelegten See schwimmen. Der Clou ist ein Glaskorridor, der es ermöglicht, trockenen Fußes durch den Main zu laufen und den Fischen beim Schwimmen zuzusehen.

Ein Naturerlebnis schaffen will der siebte Student, der eine „Ein-Mann-Gruppe“ bildete. Dazu beitragen sollen eine organische Brücke, ein großer Springbrunnen, eine Flusspromenade, Spielplätze und ein marokkanisches Strandcafé mit Poolbar.

 

Geringer Eingriff in die Landschaft

Insgesamt wurde ein Preisgeld in Höhe von 2250 Euro vergeben. Sieger und damit Gewinner von 1000 Euro wurde Gruppe 3: Die Studenten Jan Vahrenhold, Gernot Nikolaus und Jan Paul Miene wollen den Eingriff in die Landschaft so gering wie möglich halten und verlegten das MIZ kurzerhand in die Erde.

Das Licht kommt von der Decke durch runde Fenster. Das Gebäude soll kreisförmig in den Main hineingebaut werden. Bullaugen ermöglichen den Blick in den Fluss. Ausstellungen und ein „Experience-Raum“ sollen Besucherinnen und Besucher unterhalten. In einem Amphitheater können Gäste Vorstellungen verfolgen. Die Bühne verlegten die Studenten in den Main. Zwei separate Brücken für Fußgänger und Radfahrer sollen eine Anbindung an den nahen Mainradweg schaffen.

Ihr futuristischer flacher Rundbau gefiel am besten: die Sieger Jan Vahrenhold, Gernot Niklaus und Jan Paul Miene (von links) mit Bürgermeister Stefan Paulus (ganz links) und Dozent Stefan Sauer (rechts).
Ihr futuristischer flacher Rundbau gefiel am besten: die Sieger Jan Vahrenhold, Gernot Niklaus und Jan Paul Miene (von links) mit Bürgermeister Stefan Paulus (ganz links) und Dozent Stefan Sauer (rechts).
Foto: Martin Schweiger

Eine siebenköpfige Jury mit Bürgermeister Stefan Paulus, Architekt Christian Kern und Professorin Daniela Wenzel wählte Gruppe 3 als Sieger. Sowohl Bürgermeister Stefan Paulus als auch Marc Heinz vom Netzwerk Main betonten, dass es sich bei dem Wettbewerb um einen Ideenwettbewerb handle, um Gestaltungsmöglichkeiten zu erkunden. Eine feste Vorgabe für Architekten sei das Konzept des Wettbewerbssiegers nicht. Mit einer Virtual-Reality-Brille konnten die Jury-Mitglieder die Gebäude virtuell erkunden.

„Architektonisch sofort umsetzbar“

„Der Entwurf ist architektonisch sofort umsetzbar, da er relativ wenige Höhenunterschiede aufweist“, sagte Architekt Christian Kern. Lediglich in puncto Hochwasserschutz müsse wohl nachgebessert werden. Auch die Finanzierung sei noch nicht gesichert, sagte Kämmerer Marco Depner. Hier müsse man den Freistaat Bayern mit ins Boot holen, da die Gemeinde Knetzgau allein das Projekt nicht finanzieren könne.

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