Die Frage nach dem Warum beschäftigt die Bewohner Weisendorfs am meisten. Drei Tage nach der Familientragödie, die für ein 14-jähriges Mädchen den Tod bedeutete, trauern die Weisendorfer um ihre junge Mitbürgerin und sind in Gedanken bei ihrer Mutter.
Um ihr beizustehen und in Gedenken an die Tote, stellen sie Kerzen vor dem Haus der Familie auf, legen Blumen und Plüschtiere ab. Das Verbrechen, das hier am Dreikönigstag stattfand, macht sie fassungslos.
Der ruhige, als zurückgezogen geltende 17-jährige Sohn dieses Hauses, wird verdächtigt, seine Schwester ermordet zu haben. Wie konnte es so weit kommen? Das versucht die Mordkommission Erlangen seit Freitag herauszufinden.
Andacht für die Tote
Die Marktgemeinde, die Kirchen und die Schulen im Umkreis haben sich Wege überlegt, um nach der Familientragödie gemeinsam der Toten zu gedenken, der Familie Trost zu spenden und die Bewohner des Ortes zu unterstützen.
Am Sonntag hat eine Andacht in der evangelischen Kirche stattgefunden. Die evangelische Pfarrerin Elisabeth Weichmann und der katholische Pfarrer Johannes Saffer verlasen Psalme und beteten für die Familie.
„Man kann es nicht verstehen und nicht begründen“
„Die Besucher konnten eigene Kerzen an der Osterkerze anzünden und Fürbitten verfassen. Diese wurden dann während der Andacht vorgelesen“, sagt Weisendorfs Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein, der an der Andacht teilnahm. „Man kann es nicht verstehen, nicht begründen und auch noch nicht beurteilen, solange wir noch nichts über den Hergang wissen. Das ist jetzt die Aufgabe der Ermittler“, so Hertlein.
Aber als Weisendorfer denke er im Moment ständig an die Tragödie der Familie: „Vor allem an die Situation der Mutter. Das Körperliche ist das eine, die Wunden werden mit der Zeit heilen. Aber das Seelische ist etwas anderes.“
Seelsorger für die Schüler
Laut Hertlein haben sich die Schulen im Umkreis Möglichkeiten überlegt, mit der Situation umzugehen. „In der Grundschule soll das Thema morgen in den Klassen angesprochen werden.
Die Kinder können Fragen stellen und darüber reden. Zur Unterstützung der Seelsorgerin der Grundschule schickt eine andere Schule aus dem Landkreis eine Lehrerin, die Mitglied des Kriseninterventionsteams der bayerischen Schulpsychologen ist“, sagt Hertlein.
Auch die weiterführenden Schulen seien vorbereitet. „Alle Schulen, auf die ehemalige Mitschüler des Mädchens gehen, sind informiert. Ihre Klassen werden den Fall thematisieren, wenn die Schüler darüber reden wollen“, sagt Hertlein.
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