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Weisendorf
Zwei Jahre Bewährung für brandstiftenden Feuerwehrmann
Das war das Werk eines Feuerwehrmanns aus Weisendorf, der nun wegen Brandstiftung vor Gericht stand.
Das war das Werk eines Feuerwehrmanns aus Weisendorf, der nun wegen Brandstiftung vor Gericht stand. // Feuerwehr Weisendorf
Signet des Fränkischen Tags von Nikolas Pelke
Weisendorf – Der Versuch, als Feuerwehrheld zu glänzen, endete für einen 19-Jährigen aus Weisendorf vor Gericht. Der junge Mann hatte die Brände selbst gelegt, zu deren Bekämpfung er mit seinen Kameraden ausgerückt war. Nun wurde er verurteilt.

Brände löschen, Leben retten: Ein 19-jähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Weisendorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt hat sich den Leitgedanken der Löschtruppe offensichtlich etwas zu stark zu Herzen genommen. Als aktives Mitglied der Feuerwehrler soll der ledige Anlagenmechaniker vor einem Jahr auf die Idee gekommen sein, absichtlich Einsätze zu provozieren, um selbst mit Blaulicht und Sirenenalarm zum Brandeinsatz ausrücken zu können. Jetzt ist der 19-Jährige vom Amtsgericht Nürnberg wegen versuchter schwerer Brandstiftung in einem Fall und Brandstiftung in drei Fällen zu einer zweijährigen Jugendstrafe zur Bewährung verurteilt worden.

Zum ersten Mal hatte der fränkische Feuerteufel am 28. Januar letzten Jahres in einem Weisendorfer Mehrfamilienhaus zugeschlagen. Gegen 18 Uhr hatte der Feuerwehrler sechs im Keller herumstehende Umzugskartons in Brand gesetzt. Durch die Flammen waren die Stromleitungen und Steckdosen im Untergeschoss des Mehrfamilienhauses angeschmort und die Dämmung der Wasserleitungen teilweise zerstört worden. Zum Glück hatte eine Frau wenige Minuten nach dem Auflodern der ersten Flammen die Feuerwehr alarmiert.

Feuerwehrmann aus Weisendorf richtet 15.000 Euro Schaden an

Bei den Löscharbeiten hatte der 19-Jährige mit seinen Kollegen in Uniform fleißig mitgeholfen. Insgesamt war bei diesem ersten „Spiel mit dem Feuer“ ein Schaden in Höhe von rund 15.000 Euro entstanden. Einige Monate später hatte der Weisendorfer an einem lauen Maiabend mit seinem Feuerzeug ein paar Sträucher in der Böschung zwischen zwei Waldstücken in Flammen gesetzt. Diesmal hatte ein aufmerksamer Autofahrer das Feuer schnell bemerkt und ein Übergreifen des Feuers auf die Bäume in den angrenzenden Wäldern zum Glück verhindern können. Wiederum stand der 19-Jährige bei der anschließenden Bekämpfung durch die alarmierte Feuerwehr wieder in der ersten Reihe.

Einen Abend später verursachte der Täter einen Umwelteinsatz seiner Kameraden. Diesmal kippte der übereifrige Feuerwehrler altes Motoröl in einen Weiher und saß beim Ausrücken zum Tatort im dritten Fahrzeug – obwohl der Einsatzleiter ihm die Teilnahme zuvor ausdrücklich verboten hatte. Nachdem der 19-Jährige bei der Säuberung des besudelten Gewässers nicht richtig mithelfen und während des Einsatzes nur die Fahrzeugwache übernehmen durfte, soll sich der junge Mann unter einem Vorwand schnell wieder von seinen Kameraden verabschiedet haben.

Wegen Brandstiftung: Bewährung für Feuerwehrmann

An einem Juliabend fiel ein Heuhaufen dem zündelnden Feuerwehrler in die Hände. Durch die riesige Rauchsäule wurde die Wehr wiederum schnell alarmiert. Diesmal durfte der 19-Jährige wieder fleißig mithelfen, den Flammen den Garaus zu machen. Selbst bei hochsommerlichen Temperaturen mit hoher Waldbrandgefahr von weit über 30 Grad Celsius hatte der 19-Jährige mit der Zündelei nicht aufgehört und ein drei Hektar großes Weizenfeld abgefackelt – und einen Schaden in Höhe von rund 20.000 Euro verursacht.

Erneut war der 19-Jährige später als Einsatzkraft an den Löscharbeiten beteiligt, zu der aufgrund der Größe des Brandes auch umliegende Wehren ausrücken mussten. Durch die Festnahme wenige Tage später konnte die Polizei dem 19-Jährigen schließlich kurz vor dem Start der Sommerferien das Handwerk legen. Jetzt ist der Weisendorfer vom Amtsgericht Nürnberg für seine Taten zu einer zweijährigen Jugendstrafe verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt worden ist.

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