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Mit Karikaturen und Humor
Ausstellung in Fortuna in Höchstadt zeigt Antisemitismus
Rabbinerin Antje Deusel im Gespräch mit Alois Selder, Leiter des Gymnasiums Höchstadt
Rabbinerin Antje Deusel im Gespräch mit Alois Selder, Leiter des Gymnasiums Höchstadt // Manfred Welker
Signet des Fränkischen Tags von Dr. Manfred Welker
Höchstadt a. d. Aisch – Eine Ausstellung in Höchstadt zeigt, wie man Antisemitismus erkennt. Karikaturen geben einen Eindruck davon, wie banal und alltäglich er sich äußert. Eine Rabbinerin erklärt, wie man ihn überwindet.

Im Heizhaus der Fortuna Kulturfabrik in Höchstadt ist vom 9. bis zum 22. September die Ausstellung „Antisemitismus für Anfänger“ zu sehen. Bei der Vernissage am Sonntag gab es eine Einführung der Bamberger Rabbinerin Antje Deusel. Nach Höchstadt geholt hat die Ausstellung die Kolpingsfamilie Höchstadt mit Unterstützung der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Die Ausstellung wurde zuvor in Nürnberg und in Forchheim gezeigt, wie Rudolf Weißmann in seiner Einleitung erzählte; er kam bei einer Besichtigung zur Überzeugung: „Das wäre doch auch was für uns in Höchstadt.“

Als Schul- und Erziehungsstadt sei die Stadt der geeignete Ort, ein derartiges Thema anzusprechen. Außerdem ist ein schwieriger Sachverhalt mit Humor leichter zu transportieren. Schüler des Gymnasiums und der Fachschule werden in den kommenden Wochen die Ausstellung besichtigen und Workshops bestreiten. Die Katholische Erwachsenenbildung managte die Vorbereitung für die Ausstellung. Sponsoren sind die Martin Bauer Group, die Stadt- und Kreissparkasse Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach sowie RWG.

Ausstellung in Fortuna Kulturfabrik in Höchstadt

Die Stadt Höchstadt stellt das Heizhaus der Fortuna Kulturfabrik zur Verfügung. Weißmann begrüßte auch Christian Plätzer vom Forum Alte Synagoge Mühlhausen. Zum Rahmenprogramm während der Ausstellung gehört auch eine Führung, bei der die Mühlhausener Synagoge und der Friedhof erkundet werden. Die Einführung zur Ausstellung hielt die Bamberger Rabbinerin Antje Deusel, die diese schon vor einiger Zeit in Forchheim eröffnen durfte. „Die Ausstellung hält den Spiegel vor“, sagte Deusel.

Die Karikaturen und Cartoons verteilen sich auf 25 Stelen.
Die Karikaturen und Cartoons verteilen sich auf 25 Stelen. // Manfred Welker

Sie solle vor allem aufklärend wirken. Deusel war auch der Überzeugung: „Am Ende siegt der Humor.“ Ihr Befund: „Nicht alles ist lustig, aber treffend.“ Eine der Karikaturen zeigt zwei Gesprächspartner. „Für einen Juden sprechen sie aber gut Deutsch“, sagt der eine und erhält die Antwort: „Und das, obwohl ich in Bayern aufgewachsen bin.“

Texte von Wladimir Kaminer und Adriana Altares

Deusel griff diese Karikatur auf: „Ich komme aus Nürnberg, da spricht man etwas Ähnliches.“ Zum Abschluss war sich Deusel sicher: „Eine wichtige Ausstellung – die zeigt, wie man in diesen Zeiten seine Heiterkeit bewahren kann.“ Auf 25 Stelen nehmen Cartoons, Karikaturen und Kurztexte von namhaften Cartoonisten den Judenhass in der Gesellschaft auf die Schippe. Die kurzen Texte zu den Zeichnungen stammen unter anderem von Wladimir Kaminer, der Regisseurin Adriana Altares oder der Sängerin und Schauspielerin Viviam Kanner. Die Zeichnungen stammen von rund 20 Künstlern, von denen nur ein kleiner Teil selbst jüdisch ist.

Die Schau basiert hauptsächlich auf einem im Jahr 2020 veröffentlichten Buch mit dem gleichen Titel von der Journalistin Myriam Halberstam. Für die musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung zeichnete Kyrylo Kholodnykh am Piano verantwortlich. Grußworte sprachen im Vorfeld Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm, für die katholische Erwachsenenbildung der Herzogenauracher Dekan Michael Pflaum.

Studium an Dormitio-Abtei in Jerusalem

Er konnte in Israel an der Dormitio-Abtei der Benediktiner in Jerusalem studieren und in der Stadt die vielfältigen Kulturen erleben. Er rief die Anwesenden dazu auf, nicht nur in der Vergangenheit zu suchen, vielmehr miteinander ins Gespräch zu kommen, was eine positive Neugier schafft. So wie der Hass zwischen Frankreich und Deutschland begraben wurde, müsse es auch möglich sein, Gräben zwischen Juden und Christen zu überwinden. Der Leiter des Gymnasiums Höchstadt, Alois Selder, würdigte vor allem die entspannende und humorvolle Weise der Ausstellung, sich mit dem schwierigen Thema auseinanderzusetzen.

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