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Erlanger Bergkirchweih
Neuer Rekord: Bierpreis auf Berg „durchbricht Schallmauer“
Erlanger Bergkirchweih
Auch in diesem Jahr steigen die Bierpreise auf der Bergkirchweih. // FT/Archiv
Erlangen – Schon 2024 hatte der Bierpreis auf der Bergkirchweih ordentlich angezogen. Auch 2025 sieht es für Besucher nicht gut aus: Der Maßpreis könnte einen neuen Rekord knacken.

Es wird teurer: Was sich seit Monaten in fast allen Lebensbereichen abzeichnet, macht auch vor der Erlanger Bergkirchweih nicht Halt. Noch haben nicht alle Wirte sich auf den endgültigen Preis festgelegt, die Tendenz ist jedoch klar erkennbar. 

Bergkirchweih Erlangen 2025: Bierpreis knackt neue Marke

Vorverkauf bei Steinbach Keller

Noch kostet die Maß Bier beispielsweise im Vorverkauf beim Steinbach-Keller 13,50, so viel wie im vergangenen Jahr während der Bergkirchweih. Ob der Preis so bleibt, weiß Wirt Christoph Gewalt jedoch noch nicht. „Wir wollen den Preis eigentlich halten, auch wenn alle anderen Kosten steigen“, erklärt er. Wie schon im vergangenen Jahr seien die Gebühren für die Wirte von Seiten der Stadt erneut angehoben worden. In den kommenden Tagen soll es nochmal einen Termin mit der Stadt geben, um einige Punkte zu verhandeln.

„Wir unternehmen alle Anstrengungen und versuchen noch, mit der Stadt zu verhandeln. Es gibt auch Punkte, wo man einsparen könnte“, erklärt Gewalt. Als Beispiel nennt der die Security, die man aus Sicht der Wirte an schwächeren Tagen reduzieren oder umverteilen könnte.

Bergkirchweih 2024
Bald ist es wieder so weit und Erlangen feiert seine fünfte Jahreszeit: die Bergkirchweih. Doch wie viel wird in diesem Jahr eine Maß Bier kosten? // Foto: Anna-Lena Reif/Archiv

„Wir müssen den Berg auch für Familien attraktiv halten“, gibt Gewalt zu bedenken. So werde er den Preisanstieg bei nichtalkoholischen Getränken moderater gestalten. Gleichzeitig müsse man aber darauf achten, nicht nur die Biertrinker zu „bestrafen“. „Wir müssen insgesamt schauen, dass die Preise nicht explodieren“, so Gewalt.

Erich Keller

Auch beim Erich Keller kostet die Maß im Vorverkauf noch 13,50 Euro. Das sei aber auch hier noch nicht endgültig, wie Kellerwirt Udo Helbig auf Nachfrage erklärt. Als „maßgebliche Faktoren für diese Entwicklung“ nennt auch Helbig die Gebühren der Stadt „neben gestiegenen Warenkosten“. Den Preis der alkoholfreien Getränke wird Helbig nicht erhöhen.

So schön war es 2024 auf dem Berg:

Tucher Keller 

Ähnlich sieht es zwar Fritz Striegel, Wirt des Tucher Kellers. Für ihn ist aber auch ganz klar: Die Maß muss teurer werden. 14 Euro soll sie bei ihm voraussichtlich kosten und damit einen neuen Rekord knacken – doch selbst das deckt die Ausgaben der Wirte nicht, so Striegel. „Wir reden hier nicht von einem Inflationsausgleich“, so Striegel. „Die Gebühren der Stadt sind von 2023 auf 2024 um 40 Prozent erhöht worden, von 2024 auf 2025 nochmal um knapp 30 Prozent. Die 50 Cent sind eigentlich noch zu wenig.“ 

Vor allem die Security werde immer teurer, aber auch an anderen Stellen fallen laut Striegel versteckte Kosten an. „Die Security, die Gebühren der Stadt, das Musikprogramm, man geht als Wirt mit allem in Vorleistung. Und wenn es dann von zwölf Tagen an sechs oder sieben regnet, wie wir es auch schon hatten, rauschst du mit einem riesen Verlust raus“, erklärt der Wirt, der seinen Gasthof Alter Brunnen in Marloffstein mit seinem Sohn bereits in der sechsten Generation betreibt. 

Auch für die kommenden Jahre zeichnet Striegel ein düsteres Bild. Zum einen würden die Auflagen sicher nicht sinken. „Und wenn dann noch der Mindestlohn steigt, dann Prost Mahlzeit“, sagt er.

Altstädter Schießhaus und Birkner's Keller 

Dieser Einschätzung schließt sich auch Till Stürmer, Betreiber des Altstädter Schießhauses und des Birkner's Kellers, an. Sollten die Erhöhungen der Gebühren so weitergehen, sei man in ein paar Jahren bei „17 bis 18 Euro die Maß“. „Das geht nicht mehr“, sagt Stürmer. 

In diesem Jahr habe man mit 14 Euro „die Schallmauer durchbrochen“ – auch auf dem Birkner's Keller. Im Altstädter Schießhaus hingegen verlangt Stürmer 13,80 Euro pro Maß. Der Unterschied liege daran, dass das Altstädter Schießhaus das ganze Jahr über geöffnet habe, der Birnker's Keller aber nur für die zwölf Tage der Bergkirchweih, wie Stürmer dem FT schon im vergangenen Jahr erklärte. Auch dass der Birkner's Keller mehr Livemusik habe, treibe den Preis nach oben. 

Auch Stürmer betont, dass die Wirte selbst über die Bierpreise „gar nicht glücklich“ seien. Als Reaktion auf die steigenden Gebühren hätten die Wirte sich inzwischen zu einer Vereinigung zusammengeschlossen. „Wir wollen, dass die Teuerungsrate zumindest abgemildert wird. Wir fordern die Stadt auf, jeden Stein nochmal umzudrehen", so Stürmer. 

Kirchweih mit Tradition in Erlagen 

14 Keller gibt es insgesamt auf dem Berg. Neben dem Tucher Keller schenken auch mehrere andere Keller das Bier der Nürnberger Großbrauerei aus, so zum Beispiel der Hübner's Keller und der Niklas Keller. Selbst gebraut wird nur noch bei wenigen Kellern wie Steinbach und Entla's. Im vergangenen Jahr hatte die günstigste Maß noch 12 Euro gekostet, die teuerste lag bei 13,50 Euro.

Die Bergkirchweih findet traditionell über Pfingsten statt und dauert zwölf Tage. In diesem Jahr startet sie am 5. Juni mit dem Anstich durch Oberbürgermeister Florian Janik und endet am 16. Juni. 

 

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