Höchstadt Sechs Hobbyköche, sechs Gerichte, ein Juror: Am Montag startete die neue Runde des ZDF-Formates „Die Küchenschlacht“ – dieses Mal mit einer Kandidatin aus Höchstadt. Natália dos Reis Goncalves überzeugte in der ersten Folge mit ihrem Leibgericht: Indisches Linsencurry mit Gewürzreis und veganer Raita.Für die restliche Woche hat sie sich viel vorgenommen, vorausgesetzt sie schafft es durch die nächsten Runden.
Wieso sie an der Show teilgenommen hat? Die Idee dazu entstand eigentlich während eines Auslandsjahres in Neuseeland. „Da habe ich jemanden kennengelernt, der teilgenommen hat. Also habe ich mal angefangen, die Show anzuschauen, weil ich es witzig fand. Und letztes Jahr dachte ich mir, dass ich da ja eigentlich auch teilnehmen könnte“, erklärt die 24-Jährige.
Also hat sie sich online beworben, dazu muss man nur einige Fragen beantworten. „Die wollen wissen, wieso man ausgewählt werden sollte. Ich habe geschrieben, dass ich zeigen möchte, dass vegetarisch-vegane Küche auch vielseitig und lecker sein kann. Das habe ich mir so ein bisschen auf die Fahne geschrieben.“
Zwei Wochen später kam dann die Nachricht: „Im Fitnessstudio habe ich Bescheid bekommen, dass es klappt. Und ich habe das gar nicht erwartet. Ich habe mich auch schon öfter bei anderen Sachen beworben, Wer wird Millionär und so, und da hat sich nie jemand gemeldet“, erzählt Goncalves. „Ich arbeite an meiner Fernsehkarriere“, fügt sie noch hinzu und lacht.
Seit 2018 ist Goncalves Vegetarierin
Die fleischlose Küche gut zu repräsentieren, das war Goncalves besonders wichtig. Früher hat sie noch Fleisch gegessen. Ihre Schwester allerdings sei schon seit Jahren Vegetarierin, daher habe die Höchstadterin schon immer ein Bewusstsein dafür gehabt, dass Fleisch nicht jeden Tag sein muss. „In Neuseeland war ich dann drei Monate Au pair und musste da für die Familie kochen. Da gab es jeden einzelnen Tag Fleisch, Fleisch, Fleisch. Das hat mir dann echt gereicht.“
Danach habe sie immer weniger Fleisch gegessen, bis ein Video über das Leben eines Schweines sie 2018 dann endgültig vom Fleischverzehr abbrachte. Inzwischen isst sie zu 80 Prozent sogar vegan.
In ihrer Runde war sie die einzige vegetarisch-vegane Köchin, so viel kann sie schon verraten. „Tatsächlich gibt es in der Show seit ein oder zwei Jahren einen vegetarischen Tag, immer mittwochs. Aber es ist schon immer noch eine Seltenheit“, erklärt die Kauffrau für Büromanagement.
Kochen zu bestimmten Themen
Jeder Tag der Woche hat ein bestimmtes Thema, zu dem die Kandidaten sich schon im Vorfeld die Gerichte aussuchen müssen, die sie präsentieren wollen. Obwohl, oder gerade weil diese Kategorie ihr Steckenpferd ist, fiel die Auswahl des vegetarischen Gerichtes der 24-Jährigen am schwersten: „Das war heftig. Weil ich eben die Vegetarierin der Runde bin, sollte das an dem Tag schon etwas Besonderes sein. Es muss aufwendig sein, gleichzeitig darf es aber nicht zu lange brauchen.“
Den Aufwand der Gerichte musste sie sich vorher besonders gut überlegen, denn die Kandidaten haben pro Gericht nur 35 Minuten Zeit – zum kochen und zum anrichten.
Daher war auch bei den anderen Kategorien die Entscheidung nicht leicht. „Nur das Leibgericht ging schnell“, erklärt sie. „Das hat meine Mama früher sehr oft gekocht und es ist sozusagen das Lieblingsgericht meiner Familie.“
Am Ende bewertet ein Juror die Gerichte und entscheidet, wer in die nächste Runde vorrückt. Am Montag war dieser Juror Thomas Martin, ein mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneter Koch.
Aufregung vor Entscheidung
Vor allem der Moment der Entscheidung ist der Höchstadterin in Erinnerung geblieben: „Es ist mega aufregend. Er probiert ja alle der Reihe nach. Wenn man merkt, dass er bei den anderen nichts kritisiert, wird man immer nervöser. Und dann probiert er das eigene Gericht und man betet darum, dass er nichts Negatives sagt. Aber dann ist man umso mehr erleichtert, wenn man weiterkommt.“
Auch der Moderator, Johann Lafer, ist eine absolute Größe der deutschen Kochlandschaft. „Ich dachte mir erst, das wird bestimmt voll aufregend“, erzählt Goncalves. „Und dann kam Herr Lafer rein und ich habe festgestellt: Das ist ein ganz normaler Mensch. Er hat keinerlei Starallüren. Er ist wirklich sehr nett und bodenständig.“
So ganz kalt gelassen hat sie die Erfahrung aber trotzdem nicht: „Aber es ist schon verrückt irgendwie, weil man die Leute immer im Fernsehen sieht und dann sieht man sie in echt. Es war schon surreal, dass das wirklich stattfindet.“
Erfahrungen im Studio
Auch die ersten Erfahrungen an einem Fernsehset waren aufregend für die Kandidatin: „Man ist da total im Tunnel. Überall wuseln Leute rum und die Kameras sind auf einen gerichtet, aber ich habe nicht einmal mitbekommen, was meine Mitstreiter so gemacht haben.“
Angst vor der Aufnahme hatte sie vorher nicht, es sei eher eine freudige Nervosität gewesen. „Ich hatte eher Angst davor, wie ich rüberkomme, wenn die Leute mich sehen. Ich bin total gespannt darauf, wenn es ausgestrahlt wird.“
Aber wie ist die 24-Jährige denn zum Kochen gekommen? „Ich würde sagen, überhaupt vom Kochen konnte mich meine Mutter begeistern“, sagt Goncalves. Diese habe immer viel und frisch gekocht, auch Gerichte aus verschiedenen Ländern. „Mein Vater ist ja Portugiese, also gab es zum Beispiel auch immer mal wieder portugiesische Gerichte.“
Später in Neuseeland hätte sie dann plötzlich selber kochen müssen. „Da war ich nicht so kreativ. Da gab es meistens Ramen-Nudeln mit Gemüse und Ei angebraten. Ich bin aber auch ziemlich fitnessbegeistert und deswegen experimentiere ich inzwischen viel mehr rum und versuche, gesünder zu essen.“
Jurorengericht wird Herausforderung
Ihre Gewinnchancen betrachtet sie realistisch. „Ich erwarte nicht, dass ich gewinne. Ich weiß ja, dass das Jurorengericht Fleisch sein wird und ich bereite ja sonst kein Fleisch zu.“ Am letzten Tag der Runde sollen die übrigen Kandidaten Lammkotelettes mit Bohnensalat zubereiten. Doch bis zum Finale würde die 24-Jährige es schon gerne schaffen. „Ich wollte auf jeden Fall nicht in der ersten Sendung rausfliegen. Und ich weiß ja, welche Gerichte ich noch plane – die würde ich schon sehr gerne zeigen.“
Für den Auftakt der Runde plante die Höchstadterin ein kleines Public Viewing mit ihrer Familie und ihren Freunden. „Als ich erzählt habe, dass ich mich bewerbe, fanden das erstmal alle super witzig. Aber jetzt sind alle aufgeregt.“ Dazu musste sie natürlich ihr Gericht vom ersten Wettbewerbstag für ihre Gäste kochen.










