Am letzten Samstag im April war der Petersbeckkeller am Höchstadter Kellerberg wieder Anlaufpunkt der Bierliebhaber. Zur Nachfeier des Tags des Bieres, der eigentlich am 23. April im Kalender steht, gab es zahlreiche Brauerzeugnisse zu verkosten.
Das Wetter meinte es auf jeden Fall gut mit der Veranstaltung, das Gelände auf dem Petersbeckkeller war mit Liebhabern des Gerstensafts gut gefüllt, der Außenbereich war bestuhlt und mit Sonnenschirmen versehen. Zu kosten gab es acht Biersorten, darunter auch solche, die durch Braugruppen am Kellerberg entstanden sind.
Kellerberg in Höchstadt: Biere aus Gremsdorf und Nürnberg
Dabei handelt es sich um die Sorten „Braunbier“ von Guebes Bräu mit 13,4 Prozent Stammwürze und 5,3 Prozent Alkohol, „Kellerschlingel“, ein Märzen der Brau-Mädels-22 mit 14,8 Prozent Stammwürze und 6 Prozent Alkohol, „HubertuSud 2.0“ der Brau-Gruppe-21 mit 13 Prozent Stammwürze und 5,1 Prozent Alkohol sowie „Dunkel 47“ der Brau-Gruppe-21 mit 14,2 Prozent Stammwürze und 5,1 Prozent Alkohol. Weitere interessante Sorten waren „Rotbier“ von Müller-Bräu in Breitenlohe mit 12 Prozent Stammwürze und 5 Prozent Alkohol, „Helles“ von Wolfgang Junggunst aus Gremsdorf mit 12 Prozent Stammwürze und 5 Prozent Alkohol, außerdem „R10M-Smoky Ten“ mit 11,5 Prozent Stammwürze und 4,9 Prozent Alkohol und „Indian Pale Lager“ mit 13 Prozent Stammwürze und 5,3 Prozent Alkohol, das bereits 2023 eingebraut wurde. Beide von Cerevisia-Aqua-Langa, Manfred Hauner aus Nürnberg Langwasser, Brauer und Biersommelier.
Die Grillgruppe sorgte dafür, dass niemand darben musste, es gab Bratwürste und Steaks. Außerdem hatten die Braumädels aus dem Braumalz Treberbrot gebacken. Beliebt waren auch die Kellerführungen durch einen Keller des Bierbauchs von Höchstadt, dort wurde früher das Bier bei gleichbleibenden Temperaturen und Luftfeuchtigkeit gelagert.
Blick in die Geschichte der Keller
Was lag da näher, als die geologischen Gegebenheiten Höchstadts zu nutzen, eine Sandsteinformation außerhalb der Stadt, an der Straße nach Nackendorf. Im Ratsprotokollbuch findet sich 1665 ein Hinweis, dass unerlaubt Keller am Nackendorfer Knock gegraben und verkauft worden waren. Einige Keller können sogar noch älter sein, im Keller „Frohe Einkehr“ findet sich die Jahreszahl 1623 in den Fels gemeißelt. 1698 wurden die ersten zehn Kellerbesitzer erwähnt, die unweit dem „Nackendorfer Knock“ Felsenkeller zum Einlagern von Bier haben einhauen lassen.
Obwohl die Keller ursprünglich zum Einlagern von Bier angelegt wurden, bürgerte es sich frühzeitig ein, dass sich die Höchstadter dort auch trafen, um gemeinsam das Bier auch zu verkosten. Eine Aufstellung im Jahr 1759 lässt erkennen, dass es 30 Felsenkeller gab, jeder Besitzer zahlte zwölf Kreuzer Steuer an die Stadt. Im Jahr 1783 war ihre Anzahl auf 44 gestiegen. Im Jahr 1881 entrichteten 75 Braunbierbrauer über den Local-Malzaufschlag 3458,15 Mark an die Stadt Höchstadt. Gelagert wurde das Bier in den Kellern am Kellerberg, es bestanden in diesem Jahr elf Kellerlaubenanlagen.
Labyrinth aus 170 Lagerkellern
Die Höchstadter Keller, die sich entlang der Straße „Kellerberg“ aufreihen, haben in der Jetztzeit noch insgesamt 26 Eingänge. Durch einen gemauerten Eingangsbogen betritt man den Keller, um auf einer Treppe hinunterzusteigen.
Vom Hauptgang zweigt ein Labyrinth von Stollen und Gängen ab, zieht sich wie eine Bienenwabe mehrstöckig durch den Kellerberg und höhlt den gesamten Sandsteinfelsen aus. Die 170 Lagerkeller erreichen eine Gesamtlänge von 2400 Meter. Die Hauptstollen haben eine Breite von etwa 1,50 Meter und eine Höhe von bis zu 2,50 Meter Höhe. Meist gehört jeder Seitengang einem Besitzer, der darin seine Bierfässer lagern kann. Diese stehen auf Holzriegeln auf einem aus dem Sandstein herausgehauenen Vorsprung. Dadurch kann die Kanne zum Bierholen, der „Stutz’n“ aus Holz oder Krüge und Kannen problemlos unter den Zapfhahn gestellt werden.
Tag des Bieres: Museum über Kellerkultur in Höchstadt
Die „Kellerhäusla“ über den Eingängen wurden ursprünglich bei Regen als Unterstand und als Geräteschuppen genutzt, in denen Gebrauchsgegenstände wie Zapfhähne, Bierkrüge oder leere Fässer aufbewahrt wurden. Nachweislich ist das erste „Kellerhäusla“ 1730 entstanden. Die Bandbreite reicht vom einfachen Gebäude bis zum aus Stein errichteten „Häusla“, das durch Sitzgelegenheiten und eine Kegelbahn zusätzliche Attraktivitätssteigerungen erfahren konnte. Das „Petersbeck’s-Häusla“ mit Keller ist seit dem Jahr 2015 zum Museum zur Kellerkultur in Höchstadt eingerichtet worden.
Geöffnet war zur Nachfeier des Tags des Bieres auch die Kegelbahn am Petersbeck, gekegelt wird hier mit Holzkugeln und die Kegel müssen hier noch von Hand aufgestellt werden. Wer wollte, konnte versuchen, ob er ein glückliches Händchen hatte. In diesem Jahr steht noch ein Großereignis ins „Kellerhaus“. Vom 1. bis zum 3. August findet die große Kellerbergkerwa statt, daran beteiligen sich 16 „Kellerhäusl“. Aus diesem Anlass wird sogar die Straße gesperrt, letztmals war dies im Jahr 2015 der Fall.













