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Beliebter Krimiautor
Helmut Vorndran deckt in Adelsdorf grausame Morde auf
Helmut Vorndran signiert in Adelsdorf eines seiner neuen Bücher.
Helmut Vorndran signiert in Adelsdorf eines seiner neuen Bücher. // Johanna Blum
Adelsdorf – Morde und Humor, das verbindet kaum ein Krimiautor so gut wie Helmut Vorndran. In Adelsdorf liest er aus seinem neuen Buch „Quokka-Insel“. Warum die Liebe darin eine besondere Rolle spielt.

Bereits seit zwölf Jahren wird der Start der Veranstaltungssaison bei Bücher-Schmidt in Adelsdorf von dem Krimiautor Helmut Vorndran eingeläutet. Der Rattelsdorfer hat sich bei seinen Krimis, die in alphabetischer Reihenfolge erscheinen, mittlerweile bis zum Buchstaben „Q“ vorgearbeitet. Begonnen hat er mit dem „Alabastergrab“ und über „Blutfeuer“, „Colibri-Effekt“ und so weiter hat er nun die „Quokka-Insel“ angesteuert. In seiner Lesung aus dem Roman verzichtete er auf die blutrünstigen Passagen, sondern stellte die witzigen Episoden rund um die Bamberger Mordkommission vor, deren es zur Genüge gibt.

Dort ermitteln Bernd Schmitt, genannt Lagerfeld, César Huppendorfer und Franz Haderlein inzwischen mit der neuen Kollegin Kira Sünkel. Diese ist nicht nur kriminalistisch clever, sondern ein wunderbares Beispiel für einen gesunden Geist in einem gesunden Körper. So fühlt sich Lagerfeld weit über das berufliche Maß hinaus zu ihr hingezogen. Diese ist aber, was Liebesdinge betrifft, durchaus anspruchsvoll, und so muss sich Schmitt mit der Philosophie des Kamasutra befassen, um bei ihr zu landen.

Künstliche Intelligenz aus Bamberg und Coburg

Er geht dabei aber gleich in die Offensive und kreiert das „Fränkische Kamasutra“, in dem unter anderem Liebesstellungen wie „Kloß mit Soß“ praktiziert werden. Die sich intensivierende Beziehung entgeht der Dienststellensekretärin Marina Hoffmann natürlich nicht, aber „nix Genaues“ weiß man nicht und sie wird auch, trotz intensiven Verhörs der beiden, nichts erfahren. Denn was „quietschender Spargel“ mit einem gemeinsamen Frühstück zu tun hat, erschließt sich ihr nicht. Mit den geistigen Gaben von Kira Sünkel muss sich Professor Thomas Siebenstädter, der verhaltensoriginelle Erlanger Pathologe, auseinandersetzen. Ihm, als mit Preisen überschütteten genialen Schachspieler, erscheint die Aussage, ihn in sieben Zügen schachmatt zu setzen, als plumpe Dreistigkeit.

Christian Schmidt hat so seine Zweifel, ob er noch das Ende der Krimiserie von Helmut Vorndran als aktiver Buchhändler erleben wird.
Christian Schmidt hat so seine Zweifel, ob er noch das Ende der Krimiserie von Helmut Vorndran als aktiver Buchhändler erleben wird. // Johanna Blum

Wie die Partie letztendlich ausgeht, liest Vorndran allerdings nicht mehr vor, sondern meint, dazu müsse man „dann das Buch lesen“. Neben den humorvollen Passagen geht es um die Aufklärung von mehreren grausamen Morden und dem Verschwinden von Menschen. Das steht im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz, die in der Coburg-Bamberger Firma Brosst entwickelt wird. Mit dem Leiter der dortigen IT-Abteilung muss sich Franz Haderlein befassen.

Vorndran trink Bier von Rittmayer in Aisch

Aber nach anfänglicher Skepsis entwickelt sich ein durchaus ansprechendes Arbeitsverhältnis, in dem er unter anderem erfährt, dass Künstliche Intelligenz auch Witze erzählen kann. Etwa in der Art: „Wie lange muss man eine Katze trainieren, bis sie Muskelkater bekommt?“ oder „Wenn Katholiken auf eine Demonstration gehen, sind das dann Protestanten?“ beziehungsweise „Warum ist ein Kreiskrankenhaus nicht rund?“ So hatten die Gäste bei der Lesung eine Menge Spaß, und lehrreich war sie auch noch. Erfuhren sie in der Zugabe doch, was es mit einer „Öggldose“ auf sich hat und dass man mit der Forderung nach Zugaben bei Helmut Vorndran durchaus vorsichtig sein muss.

Lehrreich war es aber ebenfalls für Helmut Vorndran, der aufgrund mangelhafter geografischer Kenntnisse nicht wusste, dass es nicht nur den Fluss, sondern auch eine Ortschaft Aisch gibt und dass dort beim Rittmayer ein hervorragendes Bier gebraut wird, das „Aascher“. Von dessen Qualität konnte er sich nach der Lesung überzeugen. Denn traditionell gibt es bei Bücher-Schmidt immer regionales Bier, fränkischen Wein und Mineralwasser für die Teilnehmer. Langsam macht sich Christian Schmidt jedoch Sorgen, ob er noch das Ende der Krimiserie von Helmut Vorndran als aktiver Buchhändler erleben wird.

Stefan Sell liest bei Bücher-Schmidt in Adelsdorf

Denn wenn endlich das „Z“ erreicht ist, wird er bereits Anfang siebzig sein. Auf alle Fälle ist er noch beim nächsten Event dabei, wenn am 22. November um 19.30 Uhr der Stargitarrist Stefan Sell Lyrik und Musik vereint. Das wird nach Aussage von Christian Schmidt etwas ganz Besonderes sein, auf das man sich bereits jetzt freuen darf.

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