Produkte aus Franken sind durch die Bank weg in Deutschland beliebt und stehen für Qualität. Also warum sollte es bei der in der Region entstehenden Rockmusik anders sein? Genau in diesem Sinne macht die mittelfränkische Rockband „Impvlse“ (das v wird beim Bandnamen stilistisch als u missbraucht) seit 2017 Metal- und Rockmusik und erobert damit inzwischen nicht nur Franken und Deutschland, sondern auch Teile Europas.
Denn für die fünf Jungs aus Mittelfranken, darunter auch Marcel Desch aus Herzogenaurach und Tom Löhnert aus Heßdorf, ging es im September erstmals auf eine größere Tour durch Osteuropa, mit einem krönenden Abschluss im Erlanger E-Werk. Während für die fünf erst einmal wieder der Alltag einkehrt, stehen nach der Tour schon die nächsten Karriereziele fest. Unter anderem eine hoffentlich baldige Rückkehr zu Frankens größtem Rock- und Metalfestival.
Impvlse: Mittelfränkische Band erobert Europa
„Das ist für uns natürlich schon eines unserer absoluten Karrierehighlights, mal über eine längere Zeit durch Europa zu touren“, erzählt das Heßdorfer Bandmitglied Tom Löhnert im Gespräch mit der FT-Redaktion. Der 27-Jährige ist einer von zwei Gitarristen der Fünfergruppe. Und trotz einer noch relativ kurzen Bandgeschichte haben die fünf schon viel erleben dürfen. „Vor der Corona-Pandemie hatten wir mit Unterstützung der Stadt Erlangen die Möglichkeit, ein paar Tage durch Russland zu touren“, erzählt Löhnert. Auch in Österreich hatte Impvlse schon die Gelegenheit aufzutreten.
Jetzt ging es für die fünf Mittelfranken erstmals auf eine größere Tour durch den Osten Europas. Erstmals ging es für sie nach Tschechien und in die Slowakei, denn dort hat Impvlse inzwischen auch eine ordentliche Menge an Fans gesammelt. „Das war auf jeden Fall mal ein ganz anderes Erlebnis, teilweise jeden Tag einen Gig zu spielen und immer wieder neue Leute kennenzulernen, verändert so eine Tour noch mal mehr, als wir es vielleicht schon gewohnt waren“, erklärt Löhnert.
Metalcore made in Franken
Aber auch in der hauseigenen Region konnte Impvlse inzwischen viele Fans gewinnen, was auch beim vorersten Tour-Ende in Erlangen deutlich war. „Zuhause haben wir schon eine größere Fan-Gemeinde, die uns teilweise auch schon seit dem ersten Tag unterstützt und ohne die wir gar nicht erst so weit gekommen wären“, erzählt der Heßdorfer.
Und auch wie die fünf ihre Musik machen, ist weiterhin eng an die Region geknüpft. „Sehr viel machen wir selbst, die Songtexte und die Melodien sind bei uns also hauseigen“, sagt Löhnert. Erst, wenn es langsam in die Richtung des finalen Produkts geht, holen sie sich Hilfe von außerhalb. „Den Gesang nehmen wir in einem Nürnberger Studio auf, wo dann auch am Ende abgemischt wird“, so Löhnert. Die Produktion bleibt also in der Region.
Und wie klingt das?
Und das finale Produkt? Löhnert selbst beschreibt die Musik seiner Band als Metalcore mit einer klassischen Rock-Note und nennt dabei Vorbilder wie Linkin Park und Metallica. „Gleichzeitig haben wir auch gerne mal eine fast orchestrale Note in unseren Songs, wie zum Beispiel bei unserer neuesten Single „Bloom“, erklärt Löhnert.
Wer bei dem Begriff Metalcore jetzt an schreiende Männer und Frauen auf Wacken-Bühnen denkt, der ist – zumindest teilweise – auf dem Holzweg. Ja, gerne wird es auch bei Impvlse mal lauter und auch geschrien, was Metalcore aber vom klassischen Heavy Metal unterscheidet ist, dass diese lauten und heftigen Stellen mit melodischem Gesang und entsprechend entspannterer Musik, wie etwa in der Rock- und Popmusik, ausgeglichen werden.
Auftritt bei Rock im Park
Mit ihrer ersten eigenen Europa-Tour haben die fünf nun eines ihrer gewünschten Karriereziele von ihrer Liste streichen können. Doch diese Liste ist voll und Impvlse haben sich ihre Ziele fest und selbstbewusst gesetzt. Das nächste große Ziel: eine Rückkehr aufs Nürnberger Zeppelinfeld für einen weiteren Auftritt bei Rock im Park. Dort durften sie nämlich schon 2022 als Gewinner eines Wettbewerbs auf die kleinere Bühne im Max-Morlock-Stadion. „Das war für uns natürlich absolut riesig, deswegen wollen wir diesen Moment unbedingt früher oder später wiederholen“, träumt Löhnert.
Doch dafür müsste die Band wohl noch ein wenig wachsen. „Um dort gebucht zu werden, braucht man natürlich die entsprechende Größe“, erklärt der 27-Jährige. Und der 2022 gewonnene Wettbewerb existiert leider nicht mehr. Nun muss also ein wenig natürliches Wachstum her, damit die fünf auch wieder auf der größten heimischen Bühne stehen können.
Und daran wird auch schon wieder kräftig gearbeitet. „Am 7. November erscheint unsere neue Single „crown“ und 2025 gehen wir dann auch wieder in Deutschland auf eine Tour“, verkündet Löhnert im Gespräch mit der Redaktion. Vielleicht also nur eine Frage der Zeit, bis man Impvlse wieder auf dem größten Festival der Region zu sehen bekommt.
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