Ausstellung
Die verschwundenen Häuser von Herzogenaurach
Die Eröffnung der Ausstellung im Stadtmuseum wurde musikalisch begleitet. Beim Blick auf historischen Fotografien bleiben bei den Besucherinnen und Besuchern nostalgische Gefühle nicht aus.
Die Eröffnung der Ausstellung im Stadtmuseum wurde musikalisch begleitet. Beim Blick auf historischen Fotografien bleiben bei den Besucherinnen und Besuchern nostalgische Gefühle nicht aus.
Foto: Richard Sänger
In den 1960er Jahren wurden die Luftbilder farbig. Hinter dem Amtsschloss ragen die Hubmann-Brauerei und das alte Gefängnis hervor.
In den 1960er Jahren wurden die Luftbilder farbig. Hinter dem Amtsschloss ragen die Hubmann-Brauerei und das alte Gefängnis hervor.
Foto: Richard Sänger
F-Signet von Richard Sänger Fränkischer Tag
Herzogenaurach – Im Stadtmuseum Herzogenaurach sind Luftaufnahmen aus 100 Jahren Stadtgeschichte zu sehen. Der Wandel ist gewaltig.

Wie sah die Stadt vor 100 Jahren von oben aus? Welche Spuren haben Siedlungsbau, Infrastrukturprojekte hinterlassen und wie hat sich das Landschaftsbild entwickelt? Im Stadtmuseum Herzogenaurach eröffnete Bürgermeister German Hacker die Ausstellung „Vogelperspektiven“. Sie zeigt den Wandel der Stadt und seiner Ortsteile in den letzten Jahrzehnten.

In seiner Begrüßung dankte der Bürgermeister insbesondere der Stadtarchivleiterin Irene Lederer und Christian Hoyer sowie für die Zurverfügungstellung der Leihgaben. Ein Dank ging auch an das Querflötenduo für die musikalische Umrahmung und den Modellfliegerclub, dessen Modelle an der Decke hingen.

Das Foto zeigt die 1950er Jahre mit Adidas und Baywa.
Das Foto zeigt die 1950er Jahre mit Adidas und Baywa.
Foto: Richard Sänger

Der Bürgermeister blickte auch etwas in die Zukunft und stellte die Frage: Wie sieht die Stadt in fünfzig Jahren aus? Nach seiner Meinung wird sich die Stadt mit ihren Ortsteilen sicher weiterentwickeln, aber am Ende ihren Charakter behalten, denn ein ungezügeltes Wachstum werde es sicher nicht geben. Er sagte auch voraus, dass es eine stärkere Nachverdichtung im Stadtraum und statt Einfamilienhäusern mit großen Grundstücken Mehrfamilienhäuser geben werde, wie es jüngste Beispiele bereits zeigten.

Das Motto „Perspektiven“

In diesem Jahr steht das Kulturfestival „Hin & herzo “ unter dem Motto „Perspektiven“, und das Stadtmuseum lädt mit seiner aktuellen Sonderschau dazu ein, die Aurachstadt einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Zu sehen sind eindrucksvolle Luftaufnahmen aus der Sammlung des Stadtarchivs, die 100 Jahre Stadtentwicklung dokumentieren.

So sah der Fliegerhorst Herzogenaurach am 8. April 1945 aus.
So sah der Fliegerhorst Herzogenaurach am 8. April 1945 aus.
Foto: Richard Sänger

Mit zunehmendem Fortschritt und der Entwicklung moderner Technologien konnten die ersten Aufnahmen in den 1920er Jahren aus luftiger Höhe realisiert werden. Los ging es mit Zeppelinüberflügen nach dem Ersten Weltkrieg. Später drehten regelmäßig professionelle Luftbildfotografen über der Stadt und den Ortsteilen ihre Kreise. Die ältesten Ortsporträts aus der Vogelschau stammen aus dem Jahr 1920. Viele Gebäude sind aus dem Stadtbild längst verschwunden, andere haben sich zumindest stark verändert.

Die Fotos zeigen das Baugebiet Schleifmühlweg 1975 und Ende der  1980er Jahre.
Die Fotos zeigen das Baugebiet Schleifmühlweg 1975 und Ende der 1980er Jahre.
Foto: Richard Sänger

Beim Blick auf die Dachlandschaften der einzelnen Viertel und der Ortsteile bleiben nostalgische Gefühle nicht aus: Viele Gebäude sind aus dem Stadtbild längst verschwunden, andere haben sich zumindest stark verändert. Manche Straßenzüge und Quartiere sind auf den historischen Luftaufnahmen kaum wiederzuerkennen, so dass der Blick von oben auch als Suchspiel betrachtet werden kann. Deshalb gibt es vom Stadtarchiv zu vielen Fotografien eine Erläuterung. Durch die Gebietsreform erhielt die Aurachstadt weitere Ortsteile hinzu, die das neue Stadtgebiet nahezu vervierfachten.

Für die Ausstellung haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtarchivs Fotografien aus der Sammlung ausgewählt, die auch die Stadtentwicklung dokumentieren: vom bäuerlich geprägten Landstädtchen zur prosperierenden Stadt mit wie Pilzen aus dem Boden schießenden Wohngebieten und Gewerbebauten.

Öffnungszeiten

Die Sonderausstellung ist bis einschließlich Montag, 17. November, geöffnet. Die Öffnungszeiten sind donnerstags 17 bis 20 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags 14 bis 17 Uhr.

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