„Ich war nie das klassische Ponymädchen“, sagt Antonia Dümmler mit einem amüsierten Schmunzeln. Dass sie stattdessen in den kommenden Jahren aber ausgerechnet als Karpfenkönigin den Aischgrund und seine Teichwirtschaft repräsentieren wird, war quasi Zufall, wie sie erzählt.
„Ich hatte schon immer so eine Verbindung zu Karpfen. Mein Papa hat ein Baggerunternehmen und hat viele Teiche hergerichtet. Mein Bruder und ich waren oft dabei und wollten irgendwann unbedingt unseren eigenen Karpfenteich haben“, erzählt Dümmler. Irgendwann hätten ihre Eltern dem nachgegeben und einen kleinen Teich für die Familie angeschafft. „Das war ein reines Hobby, ohne wirtschaftlichen Aspekt“, sagt die 22-Jährige. Trotzdem sei der Karpfen dadurch immer sehr präsent für sie gewesen.
Karpfenkönigin Höchstadt: Neue Hoheit im Aischgrund
Inzwischen ist Dümmler andere Dimensionen gewöhnt – ihr Freund hat eine größere Teichwirtschaft, bei der auch sie regelmäßig mithilft. „Mich hat dann irgendwann ein Bekannter auf die Ausschreibung für die Karpfenkönigin hingewiesen und meinte, dass ich da richtig gut passen würde“, erzählt sie. „Das habe ich aber erst gar nicht so ernst genommen.“ Erst als sie erneut darauf angesprochen worden sei, habe sie beschlossen, ihren Hut in den Ring zu werfen. „Ich habe mich am allerletzten Tag der Frist beworben“, sagt sie grinsend. „Das war quasi Schicksal.“
So ganz hat sie sich an den Gedanken, bald eine Königin zu sein, noch nicht gewöhnt. „Ich denke, das kommt dann, wenn ich mit der Höchstadter Bierkönigin zusammen mein Dirndl aussuchen darf und die Schärpe bekomme“, sagt sie. Genaue Vorstellungen hat sie zwar noch nicht für das Dirndl, Grün würde ihr aber ganz gut gefallen. „Also so klassisch rosa sehe ich mich eher nicht“, verrät sie mit einem Schmunzeln.
Realer wird das ganze auch durch die Termine, die so langsam eintrudeln. „Jetzt muss man schon schauen, wie man das in den Kalender integriert“, meint Dümmler. Rund 40 Termine stehen wohl während der Saison an. Natürlich könne man nicht alle Einladungen annehmen, aber dass einiges auf sie zukommen würde, habe sie ja vorher gewusst. „Außerdem bin ich eh niemand, der gut mit zu viel Freizeit umgehen kann“, verrät die 22-Jährige.
Teichwirtschaft ist Aushängeschild der Region
Der Karpfen, so Dümmler, sei ein absolutes Aushängeschild für die Region. „Die Landschaft ist von den Weihern geprägt, unsere ganze ländliche Struktur ist an den Karpfen orientiert. Aber die Generation, die das Wissen rund um die Teichwirtschaft hat, wird weniger.“ Genau hier sieht sie ihre Aufgaben als Königin. „Ich möchte den Karpfen auch einer jüngeren Generation wieder mehr nahebringen und ich glaube, dafür bin ich als Karpfenkönigin in genau der richtigen Position. Es geht nicht nur um den Karpfen auf dem Teller, da hängt noch so viel mehr dran.“
Apropos auf dem Teller: Wie isst die angehende Königin ihren Karpfen denn eigentlich am liebsten? Dümmler grinst breit. „Der Punkt hat Streitpotenzial“, sagt sie. „In der Neustädter Gegend, wo ich herkomme – die evangelische Gegend – da isst man den Karpfen in Wiener Grießler paniert, eine Art griffiges Mehl.“ In der Höchstadter Region hingegen verwende man für die Panade eher Semmelbrösel. „Ich wurde dann auch schon gefragt, ob mein Karpfen überhaupt durch ist, weil er in dem Mehl paniert heller aussieht als in Semmelbrösel“, erinnert sie sich grinsend. „Ich habe mich an die Semmelbrösel inzwischen auch gewöhnt, aber unserer wird einfach richtig schön goldgelb.“
Karpfenrezepte: Viele Möglichkeiten
Wenn es schnell gehen muss, gibt es auch mal ein halbes Filet „in die Semmel gezwickt“. „Aber es gibt ja so viele Möglichkeiten, auch sowas wie Karpfensalat. Da muss ich noch einiges dazu lernen“, ist Dümmler überzeugt. Dass der Karpfen nicht überall ein verbreitetes Gericht ist, wurde ihr einmal mehr während ihrer Ausbildung in Nürnberg bewusst. „Für mich war das einfach ganz normal, bei uns gab es immer Karpfen“, sagt Dümmler. „Aber für andere ist das was ganz Besonderes.“ Genau dafür ist der Aischgrund bekannt und als Karpfenkönigin will Dümmler dazu beitragen, diese Tradition zu erhalten.
Besonders freut Dümmler sich nun erstmal auf ihre Krönung am 1. September, zum Beginn der Karpfensaison. „Außerdem bin ich schon ein bisschen aufgeregt, die anderen Königinnen kennenzulernen“, gibt sie zu. „Jede hat da ja ihr Aushängeschild und brennt für ihre Region.“ Von Konkurrenzdenken zur Höchstadter Bierkönigin, die in diesem Jahr nach einer langen Pause wieder gewählt werden soll, ist bei Dümmler übrigens keine Spur – im Gegenteil. „Ich freue mich sehr darüber, quasi eine Königinnenkollegin zu haben. Zu zweit können wir für die Region doch viel mehr bewegen.“















