Das Gebäude ist mittlerweile mehr als 30 Jahre alt. Von den Fenstern über das Dach bis zu den Elektroanlagen und der Ölheizung wäre nun die Zeit gekommen, alles einmal grundlegend zu sanieren. Für etwa 1,5 Millionen Euro. Zumindest war das die Zahl, die die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Hemhofen für die Sanierung des Montessori Kinderhauses in Röttenbach vor Jahren einmal berechnet hatte.
Weil die Kirchengemeinde den fortlaufenden Betrieb des Kinderhauses in Röttenbach nicht mehr gewährleisten kann, wird sie den Betrieb im kommenden Jahr aufgeben. Damit die Kinderbetreuung für die rund 60 Kinder im Kinderhaus weiterhin sicher ist, hat sich die Gemeinde Röttenbach eingeschaltet. Die ist Sachaufwandsträger für den Kinderhort und will das Kinderhaus zu Beginn des neuen Jahres von der Kirche kaufen und grundsanieren.
Röttenbach: Gemeinde kauft Kinderhaus der Kirchengemeinde
Im Moment befinde man sich noch in Gesprächen mit der Kirchengemeinde. „Die Sicherstellung der Kinderbetreuung ist eine Pflichtaufgabe der Kommune“, sagt Bürgermeister Ludwig Wahl (Freie Wähler). Damit künftige Generationen an Kindern das Kinderhaus besuchen können, will die Gemeinde das in die Jahre gekommene Haus in den nächsten Jahren grundlegend sanieren. „Die Ölheizung soll erneuert werden. Wir wollen von fossilen Brennstoffen wegkommen“, sagt Wahl. „Die Räumlichkeiten innen werden komplett neugestaltet, das Dach erneuert und die Fenster sollen ausgetauscht werden.“
Bisher seien die Gemeinde und die Kirche noch im Austausch über den Verkauf des Gebäudes. Nach der Übernahme wolle man 2026 damit beginnen, ein Baukonzept zu entwickeln. Der Umbau könnte laut Wahl 2027 und 2028 stattfinden.
Um die Kinderbetreuung weiterhin zu gewährleisten, möchte die Gemeinde die Sanierung bei laufendem Betrieb Stück für Stück durchführen. „Das Kinderhaus soll dafür nicht geschlossen werden“, sagt der Bürgermeister. Unweit vom Montessori Kinderhaus befände sich die Kinderkrippe Röttenbach. Während des Umbaus können die betroffenen Gruppen dort untergebracht werden.
Montessori Kinderhaus in Röttenbach: Neuer Träger startet Mitte 2026
Auch der neue Träger möchte den Übergang so einfach wie möglich gestalten. „Wir wollen so nahtlos wie möglich weitermachen können und dass es keine großen Änderungen gibt“, sagt Christian Pech, Geschäftsführer vom Awo Kreisverband Erlangen-Höchstadt. Ab dem 1. September 2026 wird die Awo Erlangen die neue Trägerin des Montessori-Kinderhauses Röttenbach. Die Awo betreibt mehrere Kinderbetreuungsstätten, vor allem in der Stadt Erlangen.
Pech kennt die immer schwieriger werdende Situation freier Kitaträger. „Freie Träger können selten die zunehmende Bürokratie und den Verwaltungsaufwand stemmen.“ Für die Mitarbeiter soll sich durch den Trägerwechsel möglichst wenig ändern. „Wir haben gesagt, dass wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entsprechende Angebote zu gleichen Konditionen wie bisher machen werden“, sagt Pech.
Auch das bestehende Konzept der Montessoripädagogik will das Kinderhaus weiterführen. Gemäß der Idee Röttenbach als Gesundheitsstandort zu etablieren, wünscht sich die Gemeinde Röttenbach außerdem einen stärkeren Fokus auf Bewegungsangebote.














