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Rom-Tagebuch (7)
Päpstliches Andenken für Höchstadter Pilger
Papst Franziskus segnet das Bronzekreuz von Alois Plätzer für die Höchstadter Lourdesgrotte.
Papst Franziskus segnet das Bronzekreuz von Alois Plätzer für die Höchstadter Lourdesgrotte. // Elke Oleson
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Höchstadt a. d. Aisch – 200 Christen machten sich von Höchstadt aus auf eine siebentägige Pilgerreise. Einer der Reisebegleiter erhielt eine besondere Würde.

Eine Führerin der Vatikanischen Museen sprach der Höchstadter Pilgergruppe in der vergangenen Woche ein großes Kompliment aus: „Ich habe in meiner 15-jährigen Museumstätigkeit in der Sixtinischen Kapelle so eine Stimmung noch nie erleben dürfen.“ Damit meinte die junge Italienerin nicht nur den leeren Raum der Sixtina oder den Gesang der Regensburger Domspatzen oder die Meditation von Kardinal Brandmüller.

„Ihr seid wie eine große Familie“, fasste sie ihre Bewunderung zusammen. Tatsächlich verlief die siebentägige Pilgerreise mit ihren 200 Personen in fünf Bussen sehr familiär.

Ein Jugendbus, Angehörige unterschiedlicher Pfarreien, Berufstätige, Dienstleister, Angestellte wie Selbständige, Beamte, Lehrer, die Geistlichen, Rentner, ältere Menschen und auch ein auf den Rollstuhl angewiesener Teilnehmer konnten sich aufeinander verlassen.

Die Reisegruppe schaute nicht nur die verschiedensten Sehenswürdigkeiten an, sondern schaute vor allem umsichtig aufeinander, wie Stadtpfarrer Kilian Kemmer bestätigte. „Ein großes Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl wuchs und entwickelte sich“.

Kemmer als Kenner der Geschichte

Neben kunsthistorischem und architektonischem Interesse in Rom und Padua oder dem Genießen des Meeres blieb es nicht bei bloßem Tourismus. Stadtpfarrer Kilian Kemmer gilt eben nicht nur als ein guter Kenner der antiken Geschichte oder des attraktiven Roms.

Vielmehr ging es ihm um das Erlebnis einer spirituellen Erfahrung. „Die großen Gotteshäuser wie auch die Sixtinische Kapelle bieten für eine 200 Personen große Gruppe den Rahmen, wo durch festliche Gottesdienste und Andachten fast jeder Stein zu den Menschen zu sprechen beginnt“, erklärt Kemmer.

Die Pilgergruppe in der Sixtinischen Kapelle
Die Pilgergruppe in der Sixtinischen Kapelle // Elke Oleson

So trugen das Orgelspiel des Höchstadter Organisten Reinhard Döring, der Gesang des Passero Ensembles der Regensburger Domspatzen (gefördert durch die Volks- und Raiffeisenbank sowie durch die Firma Martin Bauer) genauso ihren Teil bei, wie der Spontanchor des neuen geistlichen Liedgutes unter der Leitung von Tanja Schwägerl und Henning Schwarz.

Auch die abendlichen Impulse in der Quartierkirche durch Eva Decker-Döring und Diakon Georg Paszek interpretierten und reflektierten das kompakte Tagesgeschehen wohltuend. Eine perfekte Logistik und Organisation durch die Büroleiterin des Höchstadter Pfarramtes, Silvia Lohmann und Pfarrer Kilian Kemmer reagierte flexibel und professionell auf die Herausforderungen für eine so große Gruppe.

Die Reisegruppe besichtigte zusammen mit Kardinal Walter Brandmüller den Petersplatz.
Die Reisegruppe besichtigte zusammen mit Kardinal Walter Brandmüller den Petersplatz. // Elke Oleson

In seinen täglichen Predigten spannte Kilian Kemmer den Bogen „vom heiligen Boden Roms, über die Wandlung im Leben der Apostel Petrus und Paulus, von der Wegbegleiterin Maria hin zu einer Sehnsucht nach Begegnungen auf Augenhöhe, die letztlich nur Jesus von Nazareth dauerhaft bieten kann“. Dabei bezog Kemmer die aktuellen Lebensumstände, Fragen der Menschen im Hinblick auf Kirche, Glaube, Leben und Welt mit ein.

So erinnerte Kemmer an einen jungen Achtklässler, der ihm 2006 in der Peterskirche in Rom sein Interesse an Geschichte, Kunst und Sprachen bekundete, aber von Religion wenig wissen wollte. In diesem Jahr leitete der einstige Jugendliche als Neupriester zusammen mit seinen geistlichen Kollegen die Wallfahrtsmesse im Petersdom.

Christian Ulbrich begleitete zusammen mit Susanna Schwarz während der Woche besonders den Jugendbus. Dethard Peters, Oskar Zehmer, Tanja Schwägerl und Karola dos Reis Goncalves leiteten zusammen mit den Geistlichen die einzelnen Busse.

In Padua beim Grab des Heiligen Antonius

Neben Kaplan Christian Ulbrich standen Pater Wolfgang Schumacher, Pfarrer James Nangachiveetill und Diakon Georg Paszek den verschiedenen Gottesdiensten in den großen Basiliken vor. In Padua blieb am Grab des Heiligen Antonius die Erinnerung an die Antoniuskapelle auf dem Lauberberg nicht aus.

Überhaupt verfolgten viele in der Heimat über die sozialen Medien und über das Internet die Pilgerfahrt mit. Umgekehrt nahmen die Pilger viele Menschen in ihren Herzen und Gedanken auf die eindrückliche Wallfahrt mit.

Die gesamte Großfamilie der Reiseteilnehmer nahm ein Souvenir mit nach Hause: Papst Franziskus segnete ein gestiftetes Bronzekreuz für die Höchstadter Lourdesgrotte. Goldschmiedemeister Alois Plätzer hatte es angefertigt.

Ein Arm des Gekreuzigten weist in eine bestimmte Richtung. Tatsächlich vermochte die Pilgerreise dem Suchen und Fragen der Menschen die eine oder andere Richtung unterwegs aufzuzeigen. So geht es in einer Familie idealerweise tatsächlich zu.

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