Am Samstag eröffneten die Gebrüder Schlimm den zweiten Festivaltag auf dem Campingplatz. An den Kennzeichen der Autos kann man am besten sehen, welche Anziehungskraft das Schlosshof Festival auch für die Region hat. Von Kiel bis München war praktisch jede Region in Deutschland vertreten. Erstmals waren auch zwei Damen aus Berlin nach Höchstadt gekommen, ein Ort, von dem sie zuvor nie etwas gehört hatten. Wegen des Line-ups, wie sie strahlend sagten. Da es ihnen so gut gefällt, wollen sie 2025 auf alle Fälle wiederkommen.
Eine deutlich weitere Anreise hatte die Band Koenix, die erste Band des zweiten Festivaltages hinter sich. Einen ganzen Tag und eine Nacht sind sie nach einem Auftritt in Schweden durchgefahren, um rechtzeitig in Höchstadt auf der Bühne stehen zu können. Mit sehenswerten Masken und zwei Tänzerinnen hinterließen sie nicht nur musikalisch, sondern auch visuell einen ganz starken Eindruck.
Publikum feiert zu Irish Folk
Wie gut es klingt, wenn schon bei der zweiten Band der komplette Schloßplatz kollektiv „Dancing Queen“ von Abba in der Rauhbein-Version mitsingt, konnte man danach bei strahlendem Sonnenschein erleben. Die Hessen heizten das Publikum richtig an. Mr. Irish Bastard aus Münster machte da nahtlos weiter und vor allem Fans des Irish Folk kamen nun aus dem Strahlen nicht mehr heraus.
Deutlich mittelalterlicher wurde es dann bei Tanzwut. Sänger Teufel, leicht zu erkennen an seinen zwei „Teufelshörnern“ und seine Band zeigten, dass man auch mit viel Dudelsackpower durchaus politische Themen ansprechen und Gesellschaftskritik üben kann. Ohne, dass der Spaß zu kurz kommt.
Bildergalerie: Das Schlosshof Festival am Samstag
Heimlicher Star des zweiten Tages war die Band Knorkator. Der Bandname ist abgeleitet aus dem umgangssprachlichen Berliner Wort „knorke“, was man heute wohl am besten als cool übersetzen kann. Die begnadete Liveband legte einen unvergesslichen Auftritt hin. Es gibt kaum einen Sänger, der besser mit dem Publikum spielen kann als Sänger Gero Ivers, den jeder nur als Stumpen kennt. Da fliegen bündelweise One Trillion Scheine der eigenen Währung Knollar ins Publikum, oder die Tastatur eines Keyboards, das zuvor den Härtetest nicht bestanden hat.
Ein Auftritt, gekennzeichnet von ständiger Interaktion mit dem Publikum, selbst die versammelten Pressefotografen wurden da nicht ausgenommen. Knorkator sind positiv Verrückte, die man live gesehen haben muss. Und mit Stumpens Tochter als zusätzlicher Sängerin und Keyboarder Alf Ators Sohn, der krankheitsbedingt passen musste, steht die nächste Knorkator Generation schon in den Startlöchern.
Feuer und Pyro bei Subway to Sally
Der Abschluss der zwei Festivaltage war der Band Subway to Sally vorbehalten, die mit einer tollen Setlist, Pyrotechnik und zwei großen „Schneekanonen“ ihrem Headliner-Status mehr als gerecht wurden. Trotz vier Zugaben hatte das Publikum noch lange nicht genug, traditionell war dann nach dem Song „Julia und die Räuber“ aber endgültig Schluss.
Auch 2024 glänzte das Schlosshof Festival mit einem beeindruckenden, musikalisch sehr abwechslungsreichen Programm, und einer perfekten Organisation. Was die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer um Veranstalter Thomas Ackermann hier leisten, kann man nicht hoch genug einschätzen. Auch weil man dadurch so eindrucksvoll aufzeigt, wie die Musik die unterschiedlichsten Menschen in zwei Tagen zu einer großen Familie verbindet. Friedvoll verbringt man gemeinsam die Zeit und füllt den „Glückshormonspeicher“ für den nicht immer einfachen Alltag wieder auf.
Mit 2000 Gästen hat das Festival am Samstag einen neuen Besucherrekord aufgestellt, ist Höchstadts größtes Musikfestival und für die vielen Gäste aus Deutschland auch 2025 ein guter Grund nach Höchstadt zu kommen.
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