Mit der offiziellen Eröffnung im Garten der Familie Steidl in Höchstadt fiel am Sonntag der Startschuss für den diesjährigen „Tag der offenen Gartentür“ im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter sonst verschlossene Gartentore zu werfen, Anregungen für den eigenen Garten zu sammeln und mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen.
Landrat Alexander Tritthart dankte den teilnehmenden Familien für ihre Bereitschaft, ihre privaten Gärten für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Jemanden in sein Haus und seinen Garten zu lassen, ist keine Selbstverständlichkeit“, betonte er. Der „Tag der offenen Gartentür“ erfreue sich großer Besucherzahlen. Besonders schätze er die Möglichkeit, außerhalb des Büroalltags mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Seine Lieblingsblume sei die Ringelblume, wie er im Gespräch verriet.
„Tag der offenen Gartentür“ lädt Besucher zum Entdecken ein
Veranstaltet wird die Aktion von der Regierung von Mittelfranken in Zusammenarbeit mit den Bezirks- und Kreisverbänden für Gartenbau und Landespflege. Ziel ist es, die Bedeutung privater Gärten als Lebensraum, Erholungsort und Begegnungsstätte aufzuzeigen sowie den Austausch unter Hobbygärtnern zu fördern.
Für die Eröffnung hätte kaum ein passenderer Ort gewählt werden können als der Garten der Familie Steidl. Bereits 2013 und 2018 beteiligte sich die Familie an der Aktion. Zwischen Rosen, Stauden, Obststräuchern und Tomaten entdecken die Besucher zahlreiche Details. Während Monika Steidl die im Garten ausgestellten Keramiken selbst fertigt, stammen die kunstvoll gestalteten Eisenmöbel von ihrem Ehemann. Der naturnahe Garten lädt mit seinen vielen Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein und zeigt eindrucksvoll, wie sich Kreativität, Nutzgarten und Natur miteinander verbinden lassen.
Garten als Lebensraum für Tiere
Höchstadts Bürgermeister Alexander Schulz hob die Bedeutung solcher Gartenanlagen hervor. Der Garten ist als Naturgarten zertifiziert und bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere. Gerade in Zeiten zunehmender Versiegelung solle gezeigt werden, wie Gärten naturnah gestaltet werden können. „Wir entnehmen Naturraum und müssen auch Lebensraum zurückgeben“, sagte er.
Im Garten der Familie Steidl werde dies besonders deutlich. Nistmöglichkeiten für Vögel, Rückzugsorte für Igel und ein reiches Angebot an Stauden für Insekten zeigten beispielhaft, wie Naturgärten einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten können. Gleichzeitig seien sie wertvolle Aufenthaltsorte für Menschen. Unter dem alten Nussbaum sei es an heißen Tagen spürbar kühler. „Das ist kein Garten, das ist ein Paradies“, lobte Schulz und dankte der Familie für die Öffnung ihres Gartens.
Neben dem Garten der Familie Steidl konnten die Besucher vier weitere private Gartenparadiese im Landkreis entdecken – vom naturnahen Nutzgarten über einen romantischen Ziergarten bis hin zu einem außergewöhnlichen Bonsaigarten. Die Vielfalt der Anlagen zeigte eindrucksvoll, wie unterschiedlich Gärten gestaltet werden können und wie viel Herzblut in ihnen steckt.
















