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Von Färberhaus bis Synagoge
Tag des offenen Denkmals: Das Programm in Erlangen-Höchstadt
Der große Betsaal der Alten Synagoge in Mühlhausen beeindruckt mit seiner erhaltenen, farbig gestalteten Stuckdecke.
Der große Betsaal der Alten Synagoge in Mühlhausen beeindruckt mit seiner erhaltenen, farbig gestalteten Stuckdecke. // Birgit Völker
Mühlhausen – Der Tag des offenen Denkmals zeigt den Alltag der Menschen von einst. Er lässt in historische Gebäude und Denkmalschutz blicken. Was die Besucher dieses Jahr erwartet.

Manche Geschichten liegen verborgen hinter alten Türen, andere unter dem Putz oder sogar in der Landschaft. Beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, lässt sich auch im Landkreis Erlangen-Höchstadt Geschichte an Orten entdecken, die im Alltag leicht übersehen werden. Drei historische Gebäude öffnen ihre Türen, dazu führt ein Spaziergang in eine besondere Landschaft. Der bundesweite Tag des offenen Denkmals findet seit 1993 jährlich am zweiten Sonntag im September statt und wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert.

Historische Gebäude und Anlagen, die sonst teilweise nicht oder nur eingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich sind, werden geöffnet, Führungen angeboten und Einblicke in Restaurierung und Denkmalpflege ermöglicht. Das diesjährige Motto lautet „Netz-Werke: Denkmale & Infrastruktur“ und richtet den Blick auf die Verbindungen zwischen historischen Orten, ihrer Umgebung und dem Leben der Menschen. Im Landkreis führt eine solche Spur zunächst nach Mühlhausen zur Alten Synagoge. Das Gebäude wurde 1755/56 errichtet und im 19. sowie im frühen 20. Jahrhundert verändert.

Die Synagoge gehört zu den wenigen Synagogenbauten der Barockzeit in Bayern. Damit ist sie eine der ältesten erhaltenen Synagogen in Bayern. Besonders beeindruckend ist heute der große Betsaal mit seiner erhaltenen, farbig gestalteten Stuckdecke. Aktuell finden auf dem Gelände archäologische Grabungen statt. Beim Tag des offenen Denkmals gibt es Führungen nach Bedarf sowie Kaffee und Kuchen.

Tag des offenen Denkmals: Einblick in Färberhaus in Lonnerstadt

In Lonnerstadt können Besucher im Färberhaus einen Blick auf ein Denkmal werfen, das selbst noch mitten in seiner Geschichte steckt. Das Gebäude von 1786 wird derzeit denkmalgerecht restauriert. Bei den Arbeiten kamen unter anderem ein Färberbottich im Boden und zahlreiche Färbermarken zum Vorschein. Besucher können sich über die bisherigen Sanierungsschritte informieren und anhand von Fotos sehen, wie das Gebäude vor Beginn der Arbeiten aussah.

Führungen gibt es nach Bedarf. Ein interessanter Einblick also nicht nur in ein altes Haus, sondern auch in die oft aufwendige Arbeit moderner Denkmalpflege. In Baiersdorf steht die Friedhofskapelle St. Johannis im Mittelpunkt. Die Friedhofskirche wurde am Johannistag 1774 geweiht.

Unesco-Weltkulturerbe Wässerwiesen Uttenreuth 

Auch zwei Bilder des damaligen Superintendenten Johann Erdmann Rösler erinnern an die Entstehungszeit der Kirche. Zum Programm gehören ein Gottesdienst, Führungen über Friedhof und Kirche sowie die Vorstellung der historischen Orgel. Für Kinder gibt es außerdem eine Friedhofsrallye. Mittagssnack sowie Kaffee und Kuchen gehören ebenfalls zum Angebot, bevor der Tag mit Stille und Musik ausklingt.

Einen etwas anderen Zugang zum Denkmalschutz bietet schließlich der Spaziergang durch die Uttenreuther Wässerwiesen. Die historische Form der Wiesenbewässerung gehört zu einer jahrhundertealten fränkischen Tradition und wurde 2023 von der Unesco als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Entlang des etwa einen Kilometer langen Weges vom Bereich der ehemaligen Uttenreuther Mühle zu den Fünfschützen geht es um Geschichte, Funktionsweise und Bedeutung der Bewässerungstechnik. Weiterführende Informationen gibt es auf der Internetseite des Tags des offenen Denkmals unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

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