Kinderkonzert
„Ich bin Johann Sebastian Bach“
Der Bamberger Schauspieler Martin Neubauer erzählte als Johann Sebastian Bach aus dem Leben des genialen Komponisten.
Der Bamberger Schauspieler Martin Neubauer erzählte als Johann Sebastian Bach aus dem Leben des genialen Komponisten.
Foto: Evi Seeger
Lonnerstadt – Wie funktioniert eine Orgel? Wie viele Kinder hatte Johann Sebastian Bach? Antworten auf diese und andere Fragen gab es beim Kinderkonzert.

„Ich lasse Luft in alle Pfeifen“, war von der Orgelempore zu hören. Was folgte, war gewaltig und beeindruckte die Kinder in der Kirche ebenso wie deren Eltern und Großeltern.

Die Frau am Spieltisch, die Bamberger Dekanatskantorin Markéta Schley Reindlová, erzählte den kleinen Besuchern, „was eine Orgel so alles kann“. Der Mann im Kirchenschiff von Sankt Oswald stellte sich selbst vor: „Ich bin Johann Sebastian Bach.“

Kurzweilig und interessant

Die Verbindung von Wort und Musik war es, die das Konzert – nicht nur für Kinder – so kurzweilig und spannend machte. Der bekannte Bamberger Schauspieler Martin Neubauer war in die Rolle des genialen Komponisten geschlüpft und zog dafür alle Register. Er hüpfte von einer Figur zur anderen. Mal verkörperte er Bach selbst, mal dessen Vorgesetzte, „die hohen Herrschaften“, die ihm nicht die Anerkennung zollten, die dem „größten Komponisten aller Zeiten“ zugestanden hätte.

Neubauer verstand es hervorragend, die Besucher des Kinderkonzerts in seinen Bann zu ziehen und ihnen so das „Universum Orgel“ näher zu bringen. Dies gelang augenscheinlich auch. Die Kantorin stellte dazu natürlich nicht nur die Orgelpfeifen in ihrer unterschiedlichen Größe vor. Sie ließ sie auch erklingen: Vom Trillern eines Vögelchens bis zum Ruf des Kuckucks reichten die Facetten der Königin aller Instrumente.

Im Kirchenschiff agierte Martin Neubauer zu den Klängen der Orgel. Im barocken Gewand und mit weißer Perücke erzählte er als Bach aus seinem Leben, das alles andere als einfach oder gar märchenhaft war. Schon als Kind von acht Jahren hatte Johann Sebastian seine Eltern verloren. Ein Onkel hat ihm das Orgelspiel beigebracht. Er selbst hat angeblich 20 Kinder gehabt. Nur zehn von ihnen haben aber das Erwachsenenalter erreicht. Bei allen Schicksalsschlägen sei ihm die Musik „Trost und Hilfe“ gewesen.

Bach alias Neubauer erzählte, wie der geniale Musiker und Komponist in verschiedenste Abhängigkeiten und sogar ins Gefängnis geriet. Er wurde Musiklehrer für Chorknaben, Hofkonzertmeister und schließlich Thomaskantor in Leipzig. Dass er unter andrem auch mit einer Frau, einer „fremden Jungfer“ musiziert hat, war zur damaligen Zeit ein Skandal.

Wutausbruch macht besonders Eindruck

Eindruck auf die jugendliche Zuhörerschaft dürfte gemacht haben, wie man im 18. Jahrhundert versuchte, Kinder zu erziehen. Für zu spätes Aufstehen, für ungehöriges Sprechen oder wenn einer nur die Türe offen ließ, drohten drakonische Strafen. „Ich selbst war leider auch nicht immer ein geduldiger Lehrer“, gestand Bach und warf in einem Wutausbruch seine Perücke in die Runde. Eine Szene, die von den Kindern als besonders lustig empfunden wurde. „Ich wollte aber auch kein Lehrer sein. Ich wollte nur komponieren“, stellte Bach fest.

Der Bamberger Schauspieler Martin Neubauer erzählte als Johann Sebastian Bach aus dem Leben des genialen Komponisten.
Der Bamberger Schauspieler Martin Neubauer erzählte als Johann Sebastian Bach aus dem Leben des genialen Komponisten.
Foto: Evi Seeger

1750 ist der große Komponist gestorben. Seine Toccaten, Fugen und Kantaten werden heute noch auf der ganzen Welt gespielt.