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Kooperation im Motorsport
BMW M Motorsport baut auf PUMA: So läuft die Kooperation
Das und noch vieles mehr stellt PUMA für BMW M Motorsport her.
Das und noch vieles mehr stellt PUMA für BMW M Motorsport her. // BMW AG
Herzogenaurach/Nürnberg – Seit vielen Jahren hat der Herzogenauracher Sportartikelhersteller PUMA einen festen Kundenstamm im Rennsport. Zu diesem gehört unter anderem auch BMW M Motorsport. Die Kooperation umfasst buchstäblich alles, erzählt Antje Döpke vom Autobauer aus München.

„Stellen Sie sich mal vor, Sie haben nichts an.“ So beginnt Antje Döpke, ihres Zeichens BMW M Motorsport Sponsoring Account Manager, was denn die Kooperation des Münchner Autobauers mit dem Herzogenauracher Sportartikelhersteller PUMA alles beinhaltet.

PUMA rüstet die Bayerischen Motoren-Werke schon seit vielen Jahren im Motorsport aus, die Kooperation geht noch zurück auf Williams-BMW-Zeiten in der Formel 1. Beim britischen Rennstall fungierten die Münchner bis 2005 als Motorenpartner. Und sie wird noch einige Jahre bestehen, denn in diesem Jahr wurde ein neuer Vertrag mit mehrjähriger Laufzeit abgeschlossen.

Die Herzogenauracher versorgen den Münchner Autobauer mit einem Komplett-Paket: Sowohl die Rennkleidung, also die Rennausrüstung für die Fahrer und Mechaniker, als auch die Teamkleidung wie etwa Hemden werden von PUMA produziert.

„Unterwäsche, Socken, Undertops, Race-Suit, Overall, Balaclava“, zählt Döpke verschiedene Artikel der Rennkleidung auf, die für Renneinsätze erforderlich ist. Und diese Liste ist nicht mal vollständig. Vor allem gibt es für diese Kleidung auch strenge Richtlinien, denn alles muss – inklusive der Sponsorenlogos und sogar der Nähte – aus feuerfestem Material beziehungsweise feuerfestem Faden bestehen.

PUMA produziert die gesamte Rennkleidung - vom Overall bis zu den Schuhen

Andernfalls wird die Ausrüstung gar nicht für den Renneinsatz zugelassen – Die Rennkleidung (jeder einzelne Artikel) ist speziell nach den FIA Richtlinien „homologiert“. „Das ist wie beim TÜV“, beschreibt Döpke das anschaulich. PUMA produziert alle Artikel inklusive Sponsorenlogos in Italien. Mit Ausnahme der Rennschuhe, welche in Asien gefertigt werden. 

Generell muss das Design im Vorfeld abgeklärt sein, so Döpke: „Gewisse Rennserien wie die DTM haben ihre eigenen Badges. Die dürfen die dann weiterverwenden. Ein gutes Beispiel ist Marco Wittmann. Der reicht seine persönlichen Sponsoren zehn Wochen vorher bei uns ein. Wir schauen per Techsheet genau drauf, welche Sponsoren auf die Fahrzeuge kommen. Wenn wir es genehmigen, dann kommen seine persönlichen Sponsoren auch auf den Overall.“

PUMA setzt auch Sonderwünsche designtechnisch um - so wie im Vorjahr in Le Mans, als es Kleidung angelehnt an das Design dieses Art Cars gab.
PUMA setzt auch Sonderwünsche designtechnisch um - so wie im Vorjahr in Le Mans, als es Kleidung angelehnt an das Design dieses Art Cars gab. // Gary Parravani/BMW AG

Auf den Komfort wird trotz der strengen Anforderungen ebenfalls geachtet, denn alle Rennoveralls werden für die Rennfahrer maßgeschneidert. Bei einem Event wie der DTM mit kurzen Sprintrennen haben die Piloten wie der zweifache DTM-Champion Wittmann nur einen Overall im Gepäck, bei den großen 24-Stunden-Rennen sind es laut Döpke um die vier.

PUMA und BMW stimmen sich auch in Sachen Teamkleidung, dazu gehören Hemden, Jacken, Hosen und auch Taschen sowie Schuhe für die Mitarbeitenden, eng miteinander ab. Die Design-Abteilung des Herzogenauracher Sportartikelherstellers liefert verschiedene Vorschläge nach München, dort berät man sich dann im nächsten Schritt intensiv mit PUMA. Verschiedene Teile dieser Teamkleidung können Fans bei PUMA als sogenannte "Replica-Kollektion" auch käuflich erstehen.

BMW bringt sich immer wieder bei Sonderdesigns ein

Dieser Prozess erfordert einiges an Vorlaufzeit, sagt Döpke: „Wenn beispielsweise im Januar 2026 neue Teamkleidung kommen soll, fängt man rückwärts gerechnet 18 Monate vorher an.“ 18 Monate, in denen etwa über die Grundfarbe diskutiert wird, über die Einbringung der BMW-typsichen Farben Rot und Blau, die Platzierung der Logos oder auch den Kleidungsstoff.

Besonders interessant wird die Zusammenarbeit dann, wenn Sonderdesigns ins Spiel kommen. BMW ist bekannt dafür, immer wieder mal sogenannte „Art-Cars“ ins Rennen zu schicken, wie unter anderem bei den 24 Stunden von Le Mans im Vorjahr. „Da hatten wir ein spezielles Design von Julie Mehretu“, erinnert sich Döpke. „Und da haben wir gesagt: Wir wollen passende Overalls dazu. Und dann bringen wir uns natürlich auch verstärkt in den Design-Prozess ein.“

Das Ergebnis: Exakt auf die spezielle Farbgebung abgestimmte Overall-Designs, und zwar in zweifacher Ausführung: „Es gab einen Overall mit einem Material, das im Rennen verwendet wurde. Und es gab einen Marketing-Overall für Siegerehrung, für Pressetermine, für Fotos. Der durfte dann wegen der fehlenden Homologation natürlich nicht im Rennen getragen werden.“

Die Tatsache, dass PUMA derartige Ideen des Münchner Autobauers aufgreift und realisiert, findet bei BMW erwartungsgemäß Anklang. „Sie sind super flexibel, haben auch super Ideen. Sie verstehen den Motorsport“, lobt Döpke. Dass da die Zusammenarbeit verlängert wird – kein Wunder. PUMA hat das nötige Know-how, sie statten noch andere Hersteller im Motorsport aus.

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