Handball
Nach Pleite: Dem HC Erlangen gehen die Spieler aus
Tarek Marschall (li.) machte seine Sache als Ergänzungsspieler gut, dennoch war der HC Erlangen den Leipzigern diesmal nicht gewachsen.
Tarek Marschall (li.) machte seine Sache als Ergänzungsspieler gut, dennoch war der HC Erlangen den Leipzigern diesmal nicht gewachsen.
Foto: Sportfoto Zink
Erlangen – Nach der Niederlage in Minden verliert der HCE am Donnerstag auch in Leipzig. Fast noch schlimmer wiegt der Ausfall eines weiteren Leistungsträgers.

Zur dritten Auswärtspartie der Handball-Bundesliga innerhalb von sechs Tagen trat der ohnehin ersatzgeschwächte HC Erlangen beim SC DHfK Leipzig auch ohne Steffen Fäth an. Nach einigen Minuten brach sich zudem Nico Büdel einen Finger. In dieser Konstellation konnten die Mittelfranken gar nicht gewinnen, resümierte Stefan Kretzschmar. Somit reiste der HCE ohne Punkte und nur mit einem Lob des Sky-Experten nach Hause.

SC DHfK Leipzig – HC Erlangen 30:25

Sebastian Firnhaber gelang die erste und einzige Führung für Erlangen. Es stand zwar schnell 1:1, doch dieses magere Ergebnis hatte auch nach fast acht Minuten noch Bestand. Sky-Experte Stefan Kretzschmar wusste, warum: „Viel zu viele technische Fehler und Fehlwürfe. Auf beiden Seiten.“ Da Erlangen in beiden Kategorien die Nase vorn hatte, lagen die Gäste ab dem 6:5 für Leipzig in der 18. Minute durchgängig zurück.

Allerdings lieferten nicht nur die beiden Mittelfeldmannschaften der Liga eine schwache Leistung, Kretzschmar fand auch die Schiedsrichter nicht gut. Nach Meinung des ehemaligen Nationalspielers pfiff das Duo viel zu kleinlich. Das machte sich in der ersten Hälfte unter anderem in vier Zeitstrafen und drei Siebenmetern gegen Erlangen bemerkbar.

Mit einstelliger Ausbeute in die Pause

Die Mittelfranken schafften bis zum Seitenwechsel nicht einmal eine zweistellige Ausbeute. Der SC DHfK nahm einen 12:9-Vorsprung in die Kabine. „Der HC Erlangen ist aus meiner Sicht eine absolute Wundertüte mit einer enormen Qualität im Kader“, hatte Leipzigs Coach André Haber vor dem Duell gelobt. Bis dahin blieben die Gäste diesen Nachweis schuldig. Noch war aber 30 Minuten Zeit, um die knapp positive direkte Bilanz – fünf Siege bei vier Niederlagen – zu verteidigen.

Doch auch der Erlanger Trainer Michael Haaß hatte vor Anpfiff gewarnt: „Die Leipziger haben bei uns hoch verloren und sicherlich etwas gutzumachen.“ Zudem hatten die Hausherren beim 34:33 in Magdeburg zuletzt Selbstvertrauen getankt. „Deshalb wird es für uns nach dem Derbysieg Rückenwind geben“, war Haber überzeugt.

HC Erlangen kommt nicht mehr heran

Die größere Torausbeute in der zweiten Halbzeit nutzte dem HCE nichts, denn näher als zwei Tore kamen die Gäste ohne den verletzten, künftigen Leipziger Sime Ivic, aber mit dem kurzfristig verpflichteten Ex-Leipziger Publikumsliebling Benjamin Meschke in der Quarterback-Arena nicht mehr heran. Einen noch größeren Rückstand verhinderte Simon Jeppsson, der mit Abstand die meisten Tore der Partie warf (10), obwohl gleich 13 Akteure eine bessere Wurfquote aufwiesen als der Rückraumspieler.

Eine kuriose Rolle hatte Stefan Bauer. Um die 40. Minute durfte der Forchheimer auf Erlanger Seite wieder mal aushelfen, fing bei einem Konter den Ball von Keeper Martin Ziemer und traf zum 17:19. Anschließend sah der 24-Jährige zwei Minuten und musste bei seiner Rückkehr aufs Parkett gleich wieder auf die Strafbank.

Die deutliche Niederlage war aber nicht seine Schuld, sondern eine Konsequenz aus der prekären Personallage gemischt mit dem straffen Programm des HCE. Leipzig sorgte dafür, dass in allen zehn bisherigen Bundesligaduellen jeweils die Heimmannschaft die Oberhand behielt.