Höchstadt Alligators
Peiting vermiest Höchstadt das „Pinktober“-Fest
Pinke Trikots für den guten Zweck: Michail Guft-Sokolov (rechts) und die Alligators zogen am Brustkrebs-Mottotag gegen Peiting um Florian Stauder den Kürzeren.
Pinke Trikots für den guten Zweck: Michail Guft-Sokolov (rechts) und die Alligators zogen am Brustkrebs-Mottotag gegen Peiting um Florian Stauder den Kürzeren.
Foto: Andreas Klupp
Höchstadt a. d. Aisch – Für den guten Zweck feierte Höchstadt den “Pinktober“. Doch das Spiel gegen Peiting ging in der Verlängerung verloren. Der Grund war offensichtlich.

Sieben Mal Powerplay, kein Tor: Der Höchstadter EC verliert gegen den EC Peiting nach Verlängerung mit 1:2 (1:0, 0:1, 0:0, 0:1) und befindet sich in einer sportlich schwierigen Phase.

Eishockey-Oberliga Süd

Höchstadter EC – EC Peiting 1:2 n.V.

Pinke Trikots, pinke Pucks und Spendensammlungen: Das Heimspiel der Alligators gegen Peiting stand ganz im Zeichen des Brustkrebs-Monats Oktober. Zum “Pinktober“ machten auch die Gäste mit, rosa Schnürbänder zierten ihre Schlittschuhe.

Abseits des guten Zwecks ging es für Höchstadt aber auch darum, sich für die herbe 2:10-Packung gegen Regensburg vom vergangenen Sonntag zu rehabilitieren.

Dafür stellte HEC-Coach Mikhail Nemirovsky die Reihen um, beorderte Urgestein Thilo Grau in die erste Reihe und verteidigte mit Nick Dolezal neben Martin Vojcak im ersten Verbund.

Engagierte Alligators legen vor

Gegen früh attackierende Peitinger tat sich Höchstadt im Aufbau etwas schwer. Wenn die Alligators aber mal durchkamen, kamen sie schnell in Abschlusssituationen. Jannik Herm (2. Minute) gab den ersten Warnschuss ab, als Herm und Peitings Lukas Gohlke wegen Stockschlags draußen saßen, verpasste Anton Seewald die Führung (4.).

Kurz darauf durfte Höchstadt erstmals in Überzahl ran, wieder wurde ein Peitinger Stockschlag geahndet. Der HEC kam aber nur zu einer Schussgelegenheit, Florian Hechenrieder parierte stark gegen Michail Guft-Sokolovs Schuss aus dem Slot (7.).

Ein sauberer Konter brachte Höchstadt aber in Führung: Guft-Sokolov eroberte die Scheibe im eigenen Drittel und schickte Dominik Zbaranski auf die Reise. Der ins dritte Glied gerutschte Youngster zog über die linke Seite davon und legte vor dem Kaste quer für Anton Seidel, der cool ins lange Eck abfälschte (9.).

In der Folge dominierten die Gastgeber das Geschehen. Peiting kam kaum mehr strukturiert in die Offensive und konnte die Paradereihe um Torjäger Nardo Nagztaam und Ty Morris selten in Szene setzen.

Doch Höchstadt verpasste es in dieser Phase, das optische Übergewicht in klare Chancen umzumünzen. Zu unsauber agierte das Team in Pink im Angriffsdrittel, auch trotz zwei weiterer Überzahlsituationen. Es blieb daher zur ersten Pause bei der knappen 1:0-Führung.

Peiting kämpft sich in die Partie hinein

Der zweite Abschnitt begann mit einer Strafe gegen Thilo Grau. Peiting durfte erstmals in Überzahl ran – und schlug sofort zu. Andreas Feuerecker schoss flach von der blauen Linie, im Gewühl hat wohl keiner mehr die Scheibe entscheidend berührt. Stattdessen rutschte sie Benjamin Dirksen durch die Hosenträger. (22.).

Das Tor gab Peiting Rückenwind, aus einer kompakten Abwehr heraus schafften es die Gäste nun immer häufiger, Höchstadt im Slot unter Druck zu setzen. Mehrfach musste nun Dirksen sein Können beweisen.

Es dauerte bis zur 32. Minute, ehe der HEC gefährlich vor das Tor kam, Hechenrieder rettete jedoch bärenstark im Gewühl, nachdem Seewald die Scheibe scharf machte.

Kurz darauf musste Höchstadts Spielgestalter wegen Beinstellens raus, zwei Minuten lang bespielte Peiting das HEC-Drittel – ein Tor gelang ihnen aber nicht (34.).

652 Zuschauer im Stadion bekamen nun mehr Abnutzungskampf als gelungene Spielzüge geboten. Peiting spielte hart und hielt die Reihen geschlossen, die Alligators fanden kaum Lücken.

Doch plötzlich war die Riesenchance zur Führung da: Peiting verlor die Scheibe, Markus Babinsky legte vor dem Tor quer zum blank stehenden Max Cejka, doch Hechenrieder machte die Ecke klasse zu (37.).

Schwaches Powerplay kostet Höchstadt den Sieg

Mit der Hypothek einer Unterzahl nach später Strafe gegen Albrecht gingen die Alligators in den Schlussabschnitt. Schnell befand sich Dirksen unter Dauerbeschuss, vor allem Morris feuerte unablässig, doch der Goalie hielt den Kasten sauber.

Nun entwickelte sich ein offenes, umkämpftes Schlussdrittel, in dem die Alligators wieder optisch besser waren, aber kaum zu klaren Chancen kamen.

Eine Strafe gegen den Ex-Garmischer Eetu-Ville Arkiomaa bot Höchstadt schließlich die Chance, mit Fünf gegen Vier zu spielen. Wegen Beinstellens gesellte sich bald auch Daniel Reichert dazu, so durfte der HEC eine Minute lang mit Fünf gegen Drei ran.

Nemirovsky schwor sein Team in der Auszeit ein, nach dem Bully fand Höchstadt gleich in die Formation. Doch wie schon gegen Regensburg verpuffte die doppelte Überzahl, der letzte Punch am Torraum fehlte (51.).

Nach hartem Check von Fabian Weyrich bot sich den Alligators wenig später wieder die Chance im Powerplay. Aber das Bild auf dem Eis blieb das Gleiche: Höchstadt ließ die Scheibe laufen, Peiting zog die Box eng zusammen – ein Tor fiel nicht (54.).

Immerhin die Unterzahl funktionierte: Als Babinsky wegen Beinstellens runter musste, stand der HEC stabil (58.). Und so musste die Verlängerung über den Sieger entscheiden.

Blitzentscheidung in der Verlängerung

Nur 24 Sekunden brauchte es an Extrazeit, dann war der Extrapunkt vergeben: Ty Morris zog über die rechte Seite ins HEC-Drittel, seinen Schuss aus spitzem Winkel ließ Dirksen unglücklich passieren – Feierabend im Eisstadion am Kieferndorfer Weg (61.).

Während die Fans ihr Team dennoch mit Applaus verabschiedeten, spricht der Trend gegen Höchstadt. Nach der vierte Niederlage in Folge stecken die Alligators im unteren Tabellendrittel fest.

Von einer Krise will HEC-Teammanager Daniel Tratz indes nichts wissen: „Man hat gesehen, dass die Mannschaft eine Antwort geben wollte. Das Scheibenglück war nicht auf unserer Seite.“

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