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Wegen 1,7 Kilometer Fußweg
Eltern fordern Shuttlebus für Kinder: Entscheidung gefallen
Höchstadt rüstet sich für das ab Herbst zur Pflicht werdende Angebot einer Mittagsbetreuung für Erstklässler. An der Grundschule Süd wurden die Container dafür schon in Betrieb genommen.
Höchstadt rüstet sich für das ab Herbst zur Pflicht werdende Angebot einer Mittagsbetreuung für Erstklässler. An der Grundschule Süd wurden die Container dafür schon in Betrieb genommen. // Andreas Dorsch
Höchstadt – Können Grundschüler 1,7 Kilometer zum Hort laufen, oder braucht es dafür einen Shuttlebus? Das hat der Höchstadter Stadtrat nun eindeutig entschieden.

Ist es Grundschülern zumutbar, 1700 Meter von ihrer Schule zum Ort der Mittagsbetreuung zu laufen, oder muss für sie auf dieser Strecke ein Shuttlebus eingesetzt werden? Diese Frage war Thema in der jüngsten Stadtratssitzung, als ein Antrag des Elternbeirats der Anton-Wölker-Grundschule auf der Tagesordnung stand.

Ab kommendem Schuljahr im Herbst sind die Kommunen in Bayern verpflichtet, zunächst für die Grundschüler der ersten Klasse eine Mittagsbetreuung anzubieten. In Höchstadt gibt es die bereits für die Kinder aller Klassen an beiden Höchstadter Grundschulen.

Höchstadter Eltern fordern Bus zum Hort: Stadtrat entscheidet

In Süd wurden dafür jetzt Container aufgestellt, in denen rund 25 Kinder Hausaufgaben machen und betreut werden. Eine noch freiwillige Leistung der Stadt, die es Eltern leichter ermöglicht, berufstätig zu sein. Der Elternbeirat der Anton-Wölker-Schule hat sich jetzt mit dem Wunsch an den Stadtrat gewandt, zu prüfen, ob die Stadt nicht einen Bus zum Hort im Kindergarten St. Michael in der Bachstraße einsetzen könnte. Elternbeiratsvorsitzender Marcus Schmitt begründet das in seinem Antrag damit, dass mehrere Eltern ihre Kinder gerne in St. Michael betreuen lassen würden, weil sie dort schon im Kindergarten waren, häufig auch Geschwisterkinder dort sind und „die große räumliche Distanz zwischen Schule und Hort ein erhebliches praktisches Problem darstellt“.

Hortplätze für Anton-Wölker-Grundschule in Höchstadt

Aktuell würden Eltern bereits private Fahrdienste organisieren, was für die Familien aber Zeit und Kosten bedeute. Der Gesetzgeber gibt vor, dass für Grundschüler erst ab einem Schulweg von zwei Kilometern ein kostenloser Bus angeboten werden muss – für ältere Schüler ab drei Kilometer. Regina Enz (CSU) stellte sich sofort hinter den Antrag des Elternbeirats: „Man kann nicht sechsjährige Kinder 1,7 Kilometer durch die Stadt laufen lassen.“ Sie forderte, einen Bus einzusetzen. Die Stadt habe bisher alle Betreuungswünsche erfüllt, obwohl es keine Pflichtaufgabe war, entgegnete Bürgermeister Gerald Brehm (JL).

Die Anton-Wölker-Schule wolle man mit Hortplätzen ausrüsten, müsse aber erst wissen, wie die Anmeldungen für die künftige Mittagsbetreuung laufen. Brehm: „Wir können nicht weitere Container aufstellen und woanders sind Hortplätze frei.“ CSU-Sprecher Alexander Schulz erinnerte daran, dass die Kinder auch schon die vorhandenen Buslinien nutzen könnten. Die Stadt habe ein Angebot vor Ort an der Schule. Für eine Entscheidung über eine Buslinie zum Michael-Kindergarten sei es viel zu früh.

Verträge für Kinderhort zwischen Stadt Höchstadt und Kirchen

„Wir stochern im Nebel, weil wir noch keine Zahlen haben“, meinte Schulz. Bürgermeister Brehm versicherte, es werde für alle Kinder eine Betreuung geben, „nur vielleicht nicht immer nach Wunsch“. Bei der Mittagsbetreuung geht es auch ums Geld. So habe die Stadt laut Brehm einen Vertrag mit den Kirchen, die in ihren Kindergärten Betreuung für Schulkinder anbieten, und übernehme eventuelle Verluste.

Vor diesem Hintergrund sollten angebotene Betreuungsplätze auch genutzt werden. Die Grundsatzfrage „Was können wir uns leisten“ warf Junge-Liste-Sprecher Michael Ulbrich in die Runde. Er fürchtet, mit einer Zustimmung zum Wunsch des Elternbeirats „ein zu großes Fass aufzumachen“. Dann hätte jeder einen Anspruch, ergänzte Brehm. Gegen die Stimme von Regina Enz wurde der Wunsch der Eltern abgelehnt. Ob 1,7 Kilometer Fußweg Grundschüler überfordern, darüber gingen die Meinungen im Rat auseinander. 

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