Der Bau des neuen Landratsamtes in Höchstadt ist angelaufen. Am Mittwoch erfolgte auf dem Gelände in der Großen Bauerngasse der Spatenstich für die neue Höchstadter Dienststelle des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt. 23 Millionen Euro soll sie kosten, 168 Arbeitsplätze bieten und in zwei Jahren bezogen werden. Landrat Alexander Tritthart (CSU) freute sich, „noch nie so viele Kreisräte und Bürgermeister“ zu einer solchen Veranstaltung begrüßen zu dürfen.
Neues Landratsamt in Höchstadt: Bauarbeiten beginnen
Besonders stolz sei er, wohl der einzige Landrat zu sein, der in seiner Amtszeit den Bau von gleich zwei Landratsämtern durchführen könne. Der Neubau in Höchstadt orientiert sich an der Zentrale in Erlangen. Er sei ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Zukunft und stehe für eine transparente Planung, meinte Tritthart. Der Stadt Höchstadt sei er dankbar, dass der Landkreis von ihr das Grundstück über ein Tauschgeschäft bekommen habe. Die Stadt wird dafür neuer Eigentümer des alten Landratsamtsgebäudes am Schlossberg, einschließlich des ausgebauten Teils des alten Schlosses.
Neubau des Landratsamts wertet Höchstadt auf
Der Neubau der Höchstadter Dienststelle mit ihren 168 modernen Arbeitsplätzen sei laut Tritthart auch notwendig, weil der Landkreis bei der Suche von Mitarbeitern mit den Firmen in der Region im Wettbewerb stehe. Von einem „historisch bedeutenden Tag für Höchstadt“ sprach Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Mit dem Schloss habe man einen guten Deal gemacht. Für ihn sei der Neubau der Dienststelle in Höchstadt notwendig und ein Vorbild für eine schlanke Bürokratie. Sei es doch gelungen, das Projekt im Genehmigungsfreistellungsverfahren durchzubringen.
So hält sich der viergeschossige Baukörper an die Vorgaben des Bebauungsplans. Landrat Tritthart sieht durch den Neubau gar „eine massive Aufwertung der Stadt“. Andreas Münzhuber, der für das Projekt verantwortliche Architekt des Regensburger Büros Dömges, stellte fest, seit Beginn der Planung im Oktober 2024 bis heute schon viel erreicht zu haben. Im Sommer soll mit dem Rohbau begonnen werden.
Neubau des Landratsamt in Höchstadt für Katastrophenfall gerüstet
In Sachen Energieversorgung wird der Bau auf dem neuesten Stand sein. Im März ist der Beginn der Arbeiten für die Geothermieanlage geplant. Um den Energiebedarf zu decken, werden 70 Erdwärmesonden in den Boden gegraben. Zum Einsatz kommen Wärmepumpen und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die für Heizung und Kühlung des Gebäudes sorgen. Obligatorisch ist auf dem begrünten Dach auch eine große Photovoltaikanlage.
Und für den Katastrophenfall ist der Neubau ebenfalls gerüstet. Durch ein Notstromaggregat kann das gesamte Gebäude 72 Stunden autark betrieben werden, was Tritthart für die oberste Katastrophenschutzbehörde im Kreis gerade in der jetzigen Zeit für besonders wichtig hält. Gebaut wird in einer Holz-Beton-Hybridbauweise mit massivem Erdgeschoss ohne Unterkellerung, damit man für alle denkbaren Hochwasserszenarien gerüstet ist. Für Treppenräume und Mittelzone wird Beton verwendet, für Fassade und tragende Decken Holz. Das Gebäude besteht aus zwei Flügeln, die ähnlich wie in Erlangen in einem zentralen, repräsentativen Atrium zusammengeführt werden. Bei Bürostruktur und Organisation dient Erlangen ebenfalls als Vorbild.














