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Experten in Sozialausschuss
Rektorin fordert Jugendsozialarbeit an Grundschule Adelsdorf
An der Grundschule Adelsdorf könnte die Jugendsozialarbeit ab 2025 zum Einsatz kommen.
An der Grundschule Adelsdorf könnte die Jugendsozialarbeit ab 2025 zum Einsatz kommen. // Daniel Ruppert/Archiv
Adelsdorf – Die Schüler der Grundschule Adelsdorf benötigten mehr Unterstützung, sagt ihre Rektorin . Jugendsozialarbeit soll ihnen helfen. Bürgermeister Karsten Fischkal sieht Adelsdorf dabei im Nachteil.

Die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) stand im Mittelpunkt des Sozialausschusses des Adelsdorfer Gemeinderates. Jugendarbeit an Schulen ist eine Leistung der Jugendhilfe und die intensivste Form der Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule. Sie soll sozial benachteiligte junge Menschen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und fördern, was deren Chancen auf Teilhabe und eine eigenverantwortliche sowie gemeinschaftsfähige Lebensgestaltung verbessern kann.

Christina Nöth, Rektorin der Grundschule Adelsdorf, hatte schon in einer der vorangegangenen Sitzungen JaS vorgestellt und darum gebeten, dass auch ihre Schule mit rund 500 Schülern von dieser Einrichtung unterstützt werde. Sebastian Mulzer, Abteilungsleiter Jugendsozialarbeit an Schulen vom Evangelischen Jugendhilfeverbund „Der Puckenhof“, stellte dem Bürgermeister und den Mitgliedern des Ausschusses das Projekt vor. Anwesend waren zudem Frank Renninger, der pädagogische Gesamtleiter der Grundschule und KiTas in Adelsdorf, und Daniel Auras, Lehrer an der Mittelschule in Höchstadt.

Jugendsozialarbeit in Adelsdorf: Schulpsychologen sollen Eltern helfen

Da in der Schule keine Einzelfallhilfe möglich sei, sei Hilfe dringend nötig. Bei JaS hätten jedoch Einzelfälle Vorzug und bei Bedarf für Projekte wie Antiaggressionstraining könne auch der Lehrer übernehmen. Schulpsychologen seien die Anlaufstelle für Eltern und nicht für Kinder. Sozialpädagogen stellten sich zu Beginn in der Klasse vor und so könnten die Kinder auch auf sie zukommen. Wenn diese dann positive Erlebnisse hätten, würden auch andere Kinder den Sozialpädagogen vertrauen.

Sebastian Mulzer, Abteilungsleiter für Jugendsozialarbeit an Schulen des Jugendhilfeverbunds „Der Puckenhof“, im Gespräch mit Bürgermeister Fischkal
Sebastian Mulzer, Abteilungsleiter für Jugendsozialarbeit an Schulen des Jugendhilfeverbunds „Der Puckenhof“, im Gespräch mit Bürgermeister Fischkal // Johanna Blum

Falls die Förderung wegfalle, könne der Vertrag mit JaS jederzeit gekündigt werden. „Die JaS ist einfach präsent vor Ort und kann mit dem Außenblick auf die Schule unterstützen. So werden Lehrkräfte und Schulleitung entlastet von Experten auf diesem Gebiet. Die Beratung an der Grundschule ist schulübergreifend, das heißt, sie erfolgt auch in allen weiterführenden Schulen“, sagte Daniel Auras, mit Blick auf positive JaS-Erfahrungen an der Ritter-von-Spix-Schule.

13 Standorte mit Jugendsozialarbeit im Landkreis Erlangen-Höchstadt

„Dies ist wirklich eine gute Sache für Kinder. Was ich aber nicht verstehe: Warum wird es vom Staat nicht generell an allen Schulen eingeführt“, fragte Bürgermeister Fischkal. Für ihn stellt das eine Ungleichbehandlung dar, denn Gemeinden mit guter finanzieller Ausstattung können sich JaS leisten und dieses Angebot anbieten. „Eine klare Ungleichbehandlung“, so der Adelsdorfer Bürgermeister.

Im Landkreis gibt es schon 13 JaS- Standorte. „Je früher Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden, desto eher kann den Kindern geholfen werden, sie schulfähig zu machen“, erklärte Mulzer unserer Zeitung. Natürlich interessierte die Räte besonders die finanzielle Seite. Es gebe eine staatliche Förderung und den Restbetrag teilten sich Gemeinde als Schulträger und der Jugendhilfeausschuss des Landkreises.

Zwei Schulsozialarbeiter arbeiten an Grundschule Adelsdorf

Denn: Bei der Schulgröße von Adelsdorf gäbe es bestimmt genug zu tun. JaS habe auch einen direkten Draht zum Jugendamt. Eine halbe JaS-Stelle in Adelsdorf bedeute auf 19,25 Euro pro Stunde, rund 50.000 Euro im Jahr. Zur Zeit arbeiten an der Grundschule Schulsozialarbeiter Johannes Zeiler (30 Stunden) und Richard Manske (25 Stunden) als Leiter der Logo. Der Bürgermeister erklärte, dass vor 2025 nicht mit einem Einsatz von JaS an der Schule zu rechnen sei.

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