Sie lieben ihr Freibad in Höchstadt. Warum sonst ziehen sie die ganze Saison über Tag für Tag ihre Bahnen durch die klar blauen Becken. Sie sind auch da, wenn das Barometer nicht über 25 Grad steigt. An solchen Tagen, wenn die große Masse der Besucher ausbleibt, haben die etwa fünfzig Schwimmer ihr Wellenbad fast für sich. Höchstadts „Dauerschwimmer“ nennt Bürgermeister Gerald Brehm den lockeren Verbund der Schwimmbegeisterten.
Tatsächlich haben sie bis zum letzten Öffnungstag des Freibads am Freitag, 13. September, durchgehalten. Obwohl das Wetter während der jüngsten Tage alles andere als einladend war. Statt schönem Wetter gab es zum Abschluss der Freibadsaison eine kleine Feier mit Kuchen und Snacks. „Bei uns geht es nahtlos über“, sagt Hans Krautblatter, der seit Jahren zu den „Dauerschwimmern“ gehört. „Ein wunderbares Bad“, meint der allseits bekannte Höchstadter.
Rollstuhlfahrerin zufrieden mit Wellenbad
Dennoch ist am Ende des Sommers Kritik aus seinem Munde zu vernehmen. Als „ausgesprochen steiniger Weg“, sagt Krautblatter, habe sich der Zugang zum Wellenbad während der ersten Monate der Badesaison erwiesen. „Brutal spitze Kalkschottersteine“, meint er, haben den Besuchern den Weg zum Bad sehr erschwert. Geschuldet war dies der Baustelle des Eisstadions neben dem Freibad. Erst Ende August habe die Stadt den Schotter mit Beton bedeckt.
Dabei wäre das Problem Krautblatters Meinung nach ganz einfach zu lösen gewesen. „Ein Mensch braucht etwa eineinhalb, höchstens zwei Meter zum Laufen“, sagt er. Um die Situation „etwas zu entschärfen“ hätte die Stadt einfach etwas in dieser Breite über den Schotter legen können. „Meine Freundin hatte mit ihrem Kinderwagen ordentliche Probleme mit dem Schotter“, sagt eine andere Freibadbesucherin. Eine Rollstuhlfahrerin aus der Gruppe hingegen ist zufrieden.
Brehm kontert Kritik am Wellenbad
„Man hat aus der Situation das Beste gemacht“, meint sie. Rollstuhlfahrern sei der Zugang durch die Gaststätte angeboten worden. Dieser Meinung ist auch Bürgermeister Gerald Brehm. „Eigentlich hätten wir Einsicht erwartet“, sagt er im Telefongespräch. Tatsächlich habe die Stadt „Geld in die Hand genommen“, damit die Schwimmer rechtzeitig beginnen können.
Zuvor habe ein offener Graben den Zugang versperrt. Dieses Problem hat sich inzwischen erledigt. Ein anderes steht laut Krautblatter noch an. Er hält einen Zebrastreifen als Übergang zwischen Parkplatz und Freibad für dringend notwendig. Die Situation sei sehr gefährlich, meint er.
Gefahr wegen Autos am Wellenbad
Obwohl die Geschwindigkeit auf Tempo 30 begrenzt sei, werde zu schnell gefahren. Insbesondere wenn Familien vom Parkplatz kommen, sei oft zu beobachten, dass Kleinkinder – sicher in freudiger Erwartung – einfach drauflosrennen. An sonntäglichen Hitzetagen kämen bis zu 2000 Menschen ins Bad. Der „Bandwurm“ von Wartenden ziehe sich von der Kasse bis auf die Straße. Dass genau an der Gefahrenstelle eine große Infotafel installiert wurde, verschärfe die Situation zusätzlich, wenn der Blick der Autofahrer auf die Tafel und nicht auf die querenden Fußgänger gerichtet sei, sagt Krautblatter.
„Der Zebrastreifen ist eine berechtigte Forderung“, antwortet Bürgermeister Gerald Brehm auf die Kritik. Der Punkt werde auf jeden Fall im Verkehrsausschuss behandelt. Die Entscheidung hänge aber letztendlich von der Stellungnahme der Polizei ab.
Zebrastreifen am Wellenbad in Höchstadt
Denn ein Zebrastreifen sei nicht immer ein Gewinn. Gerade bei sehr sensiblen Bereichen könne ein solcher Überweg zu einer Scheinsicherheit führen. Was bedeute, dass vor allem Kinder sich bei der Querung der Straße ohne zu schauen sicher fühlen könnten, meint Bürgermeister Brehm.
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