Jubiläum
150 Jahre für den Frieden
Das Foto stammt von der Fahnenweihe im Jahr 1961. Dort ist die noch immer amtierende Fahnenpatin Erna Beck (rechts neben der Fahne) zu sehen.
Das Foto stammt von der Fahnenweihe im Jahr 1961. Dort ist die noch immer amtierende Fahnenpatin Erna Beck (rechts neben der Fahne) zu sehen.
Foto: Repro: Tino Lorz
Röttenbach – Zum Festwochenende am 24. und 25. Juni gibt es auch eine Ausstellung von Militärfahrzeugen.

Die Soldatenkameradschaft Röttenbach feiert und blickt als ältester Verein im Ort nicht nur zurück auf 150 Jahre, sondern auch auf eine bewegende Vereinsgeschichte.

Gegründet 1872 als Krieger- und Veteranenverein, ein Jahr nach dem Krieg gegen Frankreich, bei dem zwei Männer des damals 800 Seelen zählenden Röttenbach nicht mehr in die Heimat zurückkehrten. 1913 gründete sich ein zweiter Verein. Den Verzeichnissen dieser Jahre nach zu urteilen, spalteten sich die Mitglieder in Ober- und Unterdorf.

1914 bis 18 ruhte das Vereinsleben, da die Mitglieder und viele weitere Röttenbacher an der Front standen. 39 junge Männer kehrten nicht mehr nach Röttenbach zurück. Für die, die davongekommen waren, bedeutete nun der Kriegerverein eine noch größere Verpflichtung, Kameradschaft und das Gedenken an die toten Freunde zu pflegen. Deshalb wurde 1925 das erste Kriegerdenkmal der Gemeinde an der Hauptstraße errichtet, bis 1978 behielt es dort seinen Standort.

Zwei Vereine wachsen zusammen

1939 brach dann die zweite noch weit schlimmere Katastrophe über das Dorf und seine beiden Kriegervereine herein. Röttenbach verlor im Zweiten Weltkrieg 87 seiner Söhne, die Reihen der Vereine lichteten sich. Wohl auch deshalb vereinigten sich beide Vereine 1953.

Seit 1963 steht der Verein auch Soldaten offen, die ihre Dienstzeit bei der Bundeswehr abgeleistet haben. Dadurch bildet der Militärverein ein Band zwischen Jung und Alt, zwischen den Generationen.

1973 wurde ein neues Denkmal für die Vermissten und Gefallenen an der Ringstraße errichtet, da das alte dem wachsenden Verkehr weichen musste. Bis zum heutigen Tag soll es den Vereinsmitgliedern, der heranwachsenden Jugend und der Bevölkerung die Sinnlosigkeit eines jeden Krieges vor Augen führen.

Name des Vereins geändert

1994 begann eine neue Ära. Richard Schleicher übernahm die Führung des Vereins und verhinderte dessen Auflösung. Der Vereinsname wurde durch einstimmigen Beschluss auf Soldatenkameradschaft Röttenbach geändert. In seiner Amtszeit wurden die Zeichen der Zeit erkannt und der Verein auch für Frauen und Männer geöffnet, die nicht in einer deutschen Armee gedient hatten. Nach 22 Jahren legte Schleicher 2016 sein Amt nieder und ein junges Vorstandsteam übernahm die Führung des Vereins. Gleichzeitig mit seinem Ausscheiden wurde er zum Ehrenvorstand ernannt.

Festzelt am Schulsportplatz

Neben der Geselligkeit und Kameradschaftspflege hat sich die Soldatenkameradschaft Röttenbach die Erhaltung des Friedens und die Mahnung gegen das Vergessen auf die Fahne geschrieben.

Das Jubiläum wird nun auf zwei Tage verteilt. Mit einem fränkischen Weinfest (mit Alleinunterhalter „Jürgen“) beginnen die Feierlichkeiten am Freitag, 24. Juni, um 18 Uhr im Festzelt am Schulsportplatz.

Am Samstag, 25. Juni, beginnt um 14 Uhr eine Ausstellung von Militärfahrzeugen, zu der sich auch der bayerische Innenminister Joachim Hermann (CSU) angekündigt hat. Die Röttenbacher Blasmusik wird den um 16 Uhr startenden Festumzug und die sich um 18 Uhr anschließenden Festreden und Ehrungen musikalisch umrahmen. Den Höhepunkt bildet ab 20 Uhr der Stimmungsabend mit den Leutenbacher Musikanten.

In die Vorbereitungen platzte der russische Angriff auf die Ukraine. Aus diesem Grund entschied sich der Vorstand, den Reinerlös des kompletten Festwochenendes an eine in der Ukraine tätige Hilfsorganisation zu spenden.

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