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Medbach
Wegen Grundstückeigentümer: Solarpark wird neu geplant
In der Region werden mehr und mehr Solaranlagen gebaut wie hier bei Gremsdorf.
In der Region werden mehr und mehr Solaranlagen gebaut wie hier bei Gremsdorf. // Andreas Dorsch
Medbach – Weil ein Grundstückseigentümer einen Rückzieher macht, gibt es Planänderungen für die Photovoltaik-Anlage nördlich von Medbach. Die meisten Stadträte stehen dennoch weiterhin hinter dem Projekt.

Ganz so einfach, wie sich manche im Raum Höchstadt die Energiewende wünschen, geht es dann doch nicht. Jüngstes Beispiel: der geplante Solarpark nördlich von Medbach oberhalb der Kompostieranlage.

Der bereits beschlossene Bebauungsplan für dieses Gebiet muss jetzt noch einmal öffentlich ausgelegt werden, weil es sich einer der Grundstückseigentümer anders überlegt hat und auf seinem Acker doch keine Solarmodule haben möchte. Ursprünglich war geplant, auf einer Fläche von 27 Hektar einen Solarpark zu errichten und mit der Anlage im Jahr über 24 Millionen Kilowattstunden Strom zu erzeugen.

Nachdem ein Landwirt aus dem Vorhaben ausgeschert ist, müssen etwa zwei Hektar Fläche herausgenommen und die geänderte Planung erneut ins Verfahren geschickt werden. Den Beschluss dafür hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend mit großer Mehrheit gegen die drei Stimmen von Baptist Enkert (CSU), Christian Beßler (AfD) und Irmgard Schlehlein (fraktionslos, ehemals Grüne) gefasst.

Bis auf die Herausnahme eines Grundstücks aus der Fläche hat sich an den Plänen nichts geändert. Wie Bürgermeister Gerald Brehm (JL) erklärte, wolle die Firma Schaeffler – entgegen anderslautender Gerüchte – den kompletten Strom abnehmen.

Grünen-Sprecher Peter Winkler stimmte diesem Projekt noch einmal zu, will aber keine weiteren Solarparks auf Ackerflächen. Axel Rogner (JL) sieht die Sache anders: „Wenn wir künftig alles mit Strom machen wollen, brauchen wir solche Anlagen.“

Die Firma Schaeffler solle günstigen Strom bekommen, forderte Martin Oberle (JL). Dem im Ortsteil Kieferndorf wohnenden Stadtrat sei es praktisch als Anlieger schwergefallen zuzustimmen, „aber wir brauchen die Energiewende“.

Oberle möchte auch die Fläche der benachbarten ehemaligen Mülldeponie für die Photovoltaik nutzen. Bau und Betrieb der Anlage bei Medbach hatte der Stadtrat schon vor Monaten andie Firma „Wust, Wind und Sonne“ vergeben.

Solarpark: Anlage wird ein Bürgermodell

Dies wird wieder in einem Bürgermodell geschehen, wie es sie schon bei einigen Windrädern und Solarparks in der Region gibt.„Bürgersonnenenergie Medbach“ heißt die Gesellschaft, an der sich in erster Linie Bewohner von Medbach und Höchstadt beteiligen können.

Die Grundstückseigentümer haben sich bereiterklärt, ihre landwirtschaftlichen Flächen für 30 Jahre an die geplante Medbacher Bürgergesellschaft zu verpachten. Diskussionen über einen solchen Solarpark bei Medbach laufen schon seit über drei Jahren.

2020 gab es erste Online-Informationsgespräche zwischen der Stadt und den Bürgern. Vier Jahre später soll jetzt im kommenden Frühjahr endlich mit dem Bau begonnen werden.

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