Es ist soweit: Das 9-Euro-Ticket kommt. Am Mittwoch, 27. April, hatte das Bundeskabinett das Energie-Entlastungspaket 2022 verabschiedet. Zwar müssen sich Verbraucher in Bezug auf Energiepreispauschale und Spritpreisbremse noch gedulden – doch das 9-Euro-Ticket soll wie geplant in knapp drei Wochen an den Start gehen. Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Wann gilt das 9-Euro-Ticket?
Starttag ist der 1. Juni. Das Ticket wird dann für drei Monate im Juni, Juli und August erhältlich sein. Es gilt in diesem Zeitraum rund um die Uhr, ohne zeitliche Begrenzung.
Wer das Ticket erst zum 25. eines Monats erwirbt, kann das Ticket nur bis Monatsende nutzen, eine Übernahme in den nächsten Monat ist nicht möglich.
Ab dem 1. September werden wieder die ursprünglichen Tarife gelten.
Wohin kann man mit dem Ticket fahren?
Das Sonderticket gilt bundesweit, innerhalb von Deutschland können Reiselustige also Ausflüge und Urlaubsreisen unternehmen. Ebenso können Pendler das Ticket für ihren täglichen Weg zur Arbeit nutzen.
Der Kauf des Tickets lohnt bereits ab einer Einzelfahrt in Preisstufe 7 und bei Hin- und Rückfahrt ab Preisstufe 4, heißt es auf der Website des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN). In Preisstufe A lohne es sich ab der dritten Fahrt innerhalb eines Monats.
Inwiefern sich die Bahn auf die erhöhte Nachfrage vorbereitet hat, bleibt abzuwarten. Es wird ein hoher Ansturm erwartet.
Welche Bedingungen sind an das Ticket geknüpft?
Das 9-Euro-Ticket gilt nicht im Fernverkehr. Für Fahrten mit dem ICE, IC oder EC müssen zusätzlich Fahrkarten erworben werden. Es ist nicht übertragbar, gilt also nur für die Person, die das Ticket erworben hat.
Eine Mitnahme von Hunden oder Fahrrädern ist nicht möglich. Das Ticket ermächtigt nur zur Fahrt in der zweiten Klasse, auch gegen Aufpreis ist eine Fahrt in der ersten Klasse mit dem 9-Euro-Ticket nicht möglich.
Wo und wann steht das Ticket zum Verkauf?
Über die VGN-App sowie über die App NürnbergMOBIL und den DB Navigator wird das Ticket in digitaler Form erhältlich sein.
Wer lieber ein analoges Ticket möchte, erhält dies im VGN Onlineshop.
Weitere Verkaufsstellen für ein Ticket in Papierform sind geplant aber noch nicht konkret vorbereitet. Ein Vorverkauf ist bei einigen Vertriebskanälen ab dem 23. Mai vorgesehen.
Was gilt für Kunden, die bereits ein Monats- oder Jahresabo haben?
Das 9-Euro-Ticket soll für alle Bahnfahrer eine Erleichterung sein. Deshalb werden die monatlichen Zahlungen von Abonnenten angeglichen oder die Differenz zurückgezahlt.
Bisher zeitlich beschränkte Tickets gelten in den drei Monaten ebenfalls uneingeschränkt.
Wie profitieren Studierende?
VGN und Studierende – hier gibt es immer wieder Stoff für Diskussionen. Studierende fordern bessere Konditionen für den öffentlichen Nahverkehr.
„Ein Großteil der Studis fährt mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Uni“, sagt Paulus Guter, Koordinator des AK Semesterticket Erlangen-Nürnberg. „Daher haben wir uns gefreut, dass unser Semesterticket für drei Monate zum 9-Euro-Ticket wird.“
So werde die zeitliche Begrenzung des Semestertickets aufgehoben und der Geltungsbereich von VGN-Gebiet auf ganz Deutschland ausgeweitet. Bisher ist die Semesterticket-Basiskarte nur am Wochenende und an Feiertagen rund um die Uhr gültig. Montag bis Freitag gilt sie
lediglich von 19 bis 6 Uhr des Folgetages.
„Die Erweiterung ist vor allem gut für Studierende, die Familie außerhalb des VGN-Raumes besuchen wollen“, sagt Guter. „Jeder Student soll außerdem noch finanziell entlastet werden und die Differenz von 10,50 Euro zurückbekommen.“
Studierende mit einer Zusatzkarte erhalten weitere 103,50 Euro zurück. Wie genau diese Rückzahlungen gewährleistet werden sollen, sei noch unklar. Der AK Semesterticket stehe jedoch im Austausch mit den Verantwortlichen, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.
Studierende fordern weiterhin 365-Euro-Ticket
Für die Studierenden sei das 9-Euro-Ticket zwar eine gute Übergangslösung, doch der AK versuche weiter, das 365-Euro-Ticket für alle Studierende zu erkämpfen. Dieses steht derzeit nur Schülern und Auszubildenden zu.
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