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Versammlung
Schwere Zeit für Waldbesitzer
De Versammlung in der Großenseebacher Mehrzweckhalle vereinte zahlreiche Waldbesitzer.
De Versammlung in der Großenseebacher Mehrzweckhalle vereinte zahlreiche Waldbesitzer. // Gerd Ankermann
Signet des Fränkischen Tags von Gerd Ankermann
Großenseebach – Die Wälder haben mit Trockenheit und Wildverbiss zu kämpfen. Welche zusätzlichen Hürden Ampelpläne aus Berlin bringen könnten, wurde in der Versammlung des Kreisverbandes thematisiert.

Vorstand und Mitglieder gaben sich kämpferisch bei der Mitgliederversammlung der Waldbesitzervereinigung Erlangen-Höchstadt in der Mehrzweckhalle Großenseebach. Trockenheit und Wildverbiss sorgen für große Herausforderungen.

Rehe gehören zum Wald aber müssen reduziert werden

Der Verein hat 1350 Mitglieder mit einer Waldfläche von knapp 10.000 Hektar. Thomas Speth wurde nun in den Ruhestand verabschiedet. Seit 2008 hatte er als Geschäftsführer das Team der Geschäftsstelle geleitet. Es habe ihm immer Freude bereitet, für die Mitglieder da zu sein und sie in ihrer Arbeit im Wald und bei den bürokratischen Anforderungen zu unterstützen, sagte er. Leider sehe der Wald wegen der Trockenheit der letzten sieben Jahre immer schlechter aus.

„Wir konnten das zwar nicht stoppen, aber wir arbeiten dran“, meinte sein Nachfolger, Maximilian Landgraf. Auch der Wildverbiss, insbesondere durch das Rehwild, sei seit Jahrzehnten zu beobachten. „Die Rehe gehören zum Wald wie jeder Vogel und jede Biene, aber in den nächsten Jahren müsste mehr geschossen werden“, forderte der Geschäftsführer.

Friedrich Brehm, Erster Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung (links),  und der neue Geschäftsführer Maximilian  Landgraf (rechts) verabschieden Thomas Speth.
Friedrich Brehm, Erster Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung (links), und der neue Geschäftsführer Maximilian Landgraf (rechts) verabschieden Thomas Speth. // Gerd Ankermann

Friedrich Brehm, Erster Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung, ging in seiner Begrüßungsrede noch deutlich weiter. Nicht nur die Umwelteinflüsse und die hohe Rehpopulation schaden dem Wald. Das Eigentum der Waldbesitzer sei Anfang 2023 auch durch das „Heizungsgesetz“ (Gebäudeenergiegesetz) gefährdet worden. Durch die ursprüngliche Planung wäre das Heizen mit Holz für Neubauten und Bestandsgebäude nämlich völlig uninteressant geworden.

Totholz verheizen

Der Einsatz von Feinstaubfiltern sei ungeeignet, weil sich nach einem Regen der Feinstaub sowieso zu 96 Prozent auflöst, meinte Brehm. Das im Wald verbleibende Totholz setze beim Verrotten CO2 frei. Besser wäre es also, es zu verheizen, meinte Brehm. Daher hätten rund 700.000 Waldbesitzer mit dem Waldbesitzerverband Briefe an die Bundesregierung geschrieben und damit den Angriff auf ihr Eigentum verhindern können.

Die Trockenheit in den Kiefernwäldern hält weiterhin an, trotz der Regenfälle der letzten Monate. „Wasser ist Leben“, in den nächsten Jahren seien noch weitere Niederschläge erforderlich, damit sich der Wald wieder erholen und die negative Wasserbilanz der letzten Jahre ausgleichen kann. Die milden Winter werden auch in der Zukunft zu einer erhöhten Rehpopulation sorgen, weiß Brehm.

Viele Wälder bieten heutzutage Anblicke wie diesen.
Viele Wälder bieten heutzutage Anblicke wie diesen. // K I Photography – adobestock.com

Auch er appelliert an die Waldbesitzer und Jäger, gemeinsam für den Wald zu kämpfen, denn „gegenseitige Schuldzuweisungen bringen uns nicht weiter“. Daher informiert der Verein seine Mitglieder in den regelmäßigen Rundschreiben seit einiger Zeit auch über jagdtechnische Themen.

Roboter gegen Waldbrände

In seinem Grußwort unterschrieb Landrat Alexander Tritthart (CSU) die Forderung von Friedrich Brehm, dass das Miteinander von Waldbesitzern und Jägern zur Erhaltung der Wälder dringend geboten sei. Der Landkreis habe auch eine besonders problematische Fläche: Im Tennenloher Forst ist das Landratsamt gefordert, mit den Hinterlassenschaften der US-Army umzugehen. In der Trockenheit würden die im Wald gelagerten Munitionsreste des ehemaligen Truppenübungsplatzes zunehmend zur Gefahr. Mit Robotereinsätzen soll bei Waldbränden die Feuerwehr unterstützt werden, wenn sie wegen der Explosionsgefahr nicht mehr in den Wald kommt.

Walter Nussel, Landtagsabgeordneter von der CSU und stellvertretender Vorsitzender der Waldbauern, berichtete von den Themen, die die Waldbesitzer umtreiben. Er begann bei der EU. Das Nachweisgesetz sei eine zusätzliche Belastung, die es nicht brauche. Und im Bund möchte die Ampel das Waldgesetz neu auflegen. Es käme wohl einer Enteignung gleich, daher ruft er die Waldbesitzer auf, zusammenzuhalten und das Gesetz zu verhindern – mit allen demokratischen Mitteln. Zum Thema Bürokratieabbau will Nussel beim Praxischeck alle Ministerien an einen Tisch bringen.

Der Schwerpunkt liegt beim Buchenholz

Stefan Torno vom Cluster Forst und Holz in Bayern erläuterte in seinem Fachvortrag die Vorteile von Laubholz gegenüber Nadelhölzern in der Forstwirtschaft. In unseren Breitengraden liege der Schwerpunkt beim Buchenholz. 65 Prozent des Laubholzes könnten energetisch genutzt werden, aktuell würden aber nur 60 Prozent der nutzbaren Menge entnommen. Dabei könne Laubholz viel mehr. Synthetische Fasern könnten durch Holzfasern ersetzt werden, Holz könne Erdöl ersetzen, lautete eine der vielen Erkenntnisse aus seinem Referat.

Der neue Geschäftsstellenleiter Max Landgraf zeigt in seinem Jahresbericht 2023 auf, wie sich die Wirtschaftlichkeit der Vereinigung darstellt. Die Holzgelderlöse der Waldbesitzer lagen bei zwei Millionen Euro, das Haushaltsvolumen der WBV betrage 245.000 Euro bei einem ausgeglichenen Haushalt. Sein Ausblick für das kommende Jahr: Die Kiefer kommt als Hauptbaumart an ihre physiologischen Grenzen. Der Waldumbau durch flächendeckende Neupflanzung und Zäunung wäre aber utopisch. Was die Waldbesitzer zeitnah umsetzen könnten, wäre eine verbesserte Lichtstellung, die in vielen Privatwäldern erforderlich sei.

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