Bahnhofumbau
Mittelbahnsteig soll S-Bahn stabilisieren
Innenminister Joachim Herrmann, Verkehrsminister Christian Bernreiter, Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Bayern, und Dr. Annika Clarner, Erlanger Stadträtin.
Innenminister Joachim Herrmann, Verkehrsminister Christian Bernreiter, Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Bayern, und Dr. Annika Clarner, Erlanger Stadträtin.
StMB
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Eltersdorf – Im Eltersdorfer Bahnhof finden Bauarbeiten statt. Die S-Bahn soll nun endlich zum Zug kommen.

Der S-Bahn-Ausbau zwischen Nürnberg - Fürth - Erlangen geht voran. Nach der offiziellen Inbetriebnahme des neuen barrierefreien Haltepunkts Fürth-Klinikum haben Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, Innenminister Joachim Herrmann und Bayerns DB-Chef Klaus-Dieter Josel nun auch den Bahnhof Eltersdorf besucht und sich über den Baufortschritt informiert.

Aktuell wird umgebaut

Dort finden derzeit Bauarbeiten statt, um in Zukunft auch den Mittelbahnsteig anfahren zu können, womit der Haltepunkt vollständig barrierefrei nutzbar wird. Gleichzeitig soll damit der gesamte Bahnverkehr zwischen Fürth und Erlangen stabilisiert werden, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Bayerischen Verkehrsministerium.

Angesichts von Verzögerungen beim Bau bittet Verkehrsminister Bernreiter die DB, die Maßnahme weiter mit höchster Priorität zu behandeln und schnelle Lösungen zu finden.

Ende November hat Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag mit der Deutschen Bahn zur Maßnahme in Eltersdorf geschlossen. Dieser sieht den Bau vier neuer Weichen und eines Verbindungsgleises vor, um den Mittelbahnsteig anfahren und die S-Bahn-Station vollständig barrierefrei nutzen zu können. Zudem ist ein neuer Bahnsteigzugang aus Süden vorgesehen, um die Erreichbarkeit für die Fahrgäste zu verbessern.

Provisorien werden abgebaut

Die derzeitigen wenig fahrgastfreundlichen Bahnsteigprovisorien können dann abgebaut werden, schreibt Pressesprecher Simon Schmaußer. Der Freistaat verpflichtet sich, die Kosten für den Bau mit rund 14 Millionen Euro nahezu vollständig zu übernehmen. Die DB Netz AG beteiligt sich mit einem Betrag von 750.000 Euro.

„Ein attraktiver und pünktlicher S-Bahn-Verkehr im Großraum Nürnberg ist uns sehr wichtig“, betont Bernreiter. „Der Freistaat setzt sich deshalb für pragmatische Lösungen im Sinne der Fahrgäste ein.“ Die Baumaßnahme in Eltersdorf verbessere nicht nur die Situation für diejenigen, die in Eltersdorf ein- oder aussteigen, sondern stabilisiere auch den Zugverkehr zwischen Fürth und Erlangen und sorge für zusätzliche Kapazitäten auf der Strecke.

Deshalb soll die Maßnahme, die eigentlich schon im März 2023 fertig sein sollte, spätestens zum Fahrplanwechsel Ende 2023 in Betrieb gehen, betont Bernreiter. Und: „Nur so können wir den zusätzlichen Nah- und Fernverkehr zwischen Fürth und Eltersdorf bewältigen und eine chronische Engpasssituation mit Anfälligkeit für Verspätungen vermeiden.“ Der Minister appelliert deshalb an die Bahn, „wirklich alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit sich die Inbetriebnahme nicht noch weiter verzögert“.

Ertüchtigung ist dringlich

Auch Innenminister Herrmann unterstreicht, wie wichtig ein schneller Abschluss der Bauarbeiten ist. „Die Strecke zwischen Nürnberg und Erlangen hat das höchste Fahrgastaufkommen im gesamten S-Bahn-Netz Nürnberg“, sagt er. Daher sei die Ertüchtigung des Eltersdorfer Bahnhofs dringlich.

Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Bayern, bekräftigt laut Pressemitteilung: „Eine starke Schiene in Franken ist uns enorm wichtig. Dafür ist der Bahn-Ausbau zwischen Nürnberg und Bamberg von elementarer Bedeutung.“ Die Bauarbeiten am S-Bahnhof Eltersdorf gehen laut Josel mit Hochdruck weiter. Die Zielsetzung steht: Der neue Mittelbahnsteig soll im Dezember 2023 in Betrieb genommen werden.

Obwohl der Mittelbahnsteig am Haltepunkt in Eltersdorf seit 2015 fertiggestellt ist, müssen die S-Bahnen dort weiterhin an den Außengleisen halten, die auch vom Fern-, Regional- und Güterverkehr genutzt werden. Denn das ursprünglich geplante zusätzliche S-Bahn-Gleis im Rahmen des sogenannten „Fürther Verschwenks“, über das die Station in Eltersdorf angebunden werden sollte, konnte aufgrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts nicht realisiert werden.

Vier neue Weichen

Die Fahrgäste in Eltersdorf müssen deshalb zwei nicht barrierefreie Bahnsteigprovisorien an den Außengleisen nutzen. Die Situation ist wegen der hohen Zugzahlen im Nadelöhr zwischen Fürth und Eltersdorf anfällig für Verspätungen. Vier neue Weichen sowie ein Verbindungsgleis sollen Abhilfe schaffen und die bestehenden Gleise in Zukunft mit dem Mittelbahnsteig verbinden. Schnellere Fernverkehrszüge können dann die langsameren S-Bahnen überholen. Ab dem Fahrplanwechsel 2023 kann somit auch das größere Zugangebot im S-Bahn-, Regional- und Fernverkehr auf der Strecke fahren.

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