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Südumfahrung von Niederndorf
Gutachter: Autofahrer wählen schnellsten Weg
Bürgermeister German Hacker (am Mikrofon) und Dr.-Ing. Matthias Kölle von SSP Consult
Bürgermeister German Hacker (am Mikrofon) und Dr.-Ing. Matthias Kölle von SSP Consult // Richard Sänger
Signet des Fränkischen Tags von Richard Sänger
Niederndorf – Tempo 30 oder ein Lkw-Verbot: Welche Auswirkungen würden solche Maßnahmen in Niederndorf und darüber hinaus haben? Ein Gutachter gibt Auskunft.

Da ein Bau der  viel diskutierten Südumfahrung per Bürgerentscheid im Mai des vorigen Jahres erstmal vertagt worden war, wurden nun  eine Tempo-30-Regelung und ein Lkw-Durchfahrtsverbot ins Spiel gebracht.  Um darüber Aufschluss zu erhalten, hatte die Stadt das Büro „SSP Consult Beratende Ingenieure GmbH“ beauftragt, ein Verkehrsgutachten zu erstellen.    Das Münchner Fachbüro stellte im Vereinshaus bei einer Bürgerinformation das Ergebnis nun vor.

Reine Betrachtung, keine Bewertung

Es wurde auch aufgezeigt,  welche Veränderungen sich in der Auslastung des Straßensystems ergeben würden, wenn bestimmte Maßnahmen ergriffen würden. Bürgermeister German Hacker  (SPD)  begrüßte hierzu  Dr.-Ing. Matthias Kölle von SSP Consult.  Er erklärte,  welche Änderungen sich im Straßennetz des Stadtgebiets ergäben, wenn man Änderungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit oder ein Lkw-Verbot in den Hauptachsen Niederndorfs vornehmen würde. Dabei handelt sich um eine reine Betrachtung der Verkehrsströme und nicht um eine Bewertung.


Da jede der Maßnahmen Auswirkungen an anderer Stelle im Verkehrssystem hätte, insbesondere Verlagerungen auf andere Hauptverkehrs- und Sammelstraßen im Stadtgebiet, ist es für ihn wichtig, sich bei jeder Diskussion diese Auswirkungen bewusst zu machen. Zur Informationsveranstaltung hatten sich rund 50 Besucher eingefunden. 

Horst Eisenack, 2. Vorsitzender vom Bund Naturschutz und Gegner der Südumfahrung, diskutiert mit Bürgermeister German Hacker.
Horst Eisenack, 2. Vorsitzender vom Bund Naturschutz und Gegner der Südumfahrung, diskutiert mit Bürgermeister German Hacker. // Richard Sänger

Matthias Kölle stellte vier Planfälle vor und begann mit der Verkehrssituation des Jahres 2015 –  ergänzt wurde die Studie 2017 –  bis zur voraussichtlichen Verkehrsentwicklung im Jahr 2035 als „Ergebnis-Horizont“. Schon zu Beginn gab es  aus den Reihen der Zuhörer einige Wortmeldungen zu den Angaben, denn diese aus dem Jahr 2015 und 2017 würden die aktuellen Zahlen nicht abbilden. Denn inzwischen gebe es Veränderungen in der Arbeitswelt, wie Home-Office, Betriebsverlagerungen und geänderte Arbeitszeiten und damit auch eine Veränderung der Pendlerströme, wurde angeführt. 


Vier Planfälle untersucht

Das Büro betrachtete Planfälle mit verkehrlichen Maßnahmen in den Ortsdurchfahrten Neuses und Niederndorf, Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30, Lkw-Durchfahrtsverbote und die Ermittlung der verkehrlichen Wirkungen in 2035 mit Hilfe der Verkehrsmodellrechnung in den Ortsdurchfahrten und in weiteren Straßenzügen Herzogenaurachs. Der Planfall eins geht von einer kurzen Tempo-30-Passage in Niederndorf aus. Allerdings würde diese Lösung wenig Einfluss auf den Durchgangsverkehr haben, aber das Verkehrsaufkommen in der Rathgeber- und Flughafenstraße  spürbar erhöhen. Mehr Auswirkungen  hätte der  Planfall zwei, mit  Tempo-30-Zone  ab dem  Ortsschild  von  Neuses.  Der Verkehr würde verlagert. Ähnliche Auswirkungen hätte der Planfall drei,  mit  kurzer Tempo-30-Zone und  Lkw-Verbot ab 7,5 Tonnen in Niederndorf. Beim Planfall vier gibt es keine Beschränkung auf Tempo 30, aber ein Lkw-Verbot. 

„In keinem der Fälle löst sich der Verkehr auf, denn es würde nur zu einer Verlagerung kommen“, betonte Kölle. Die Pkw-Fahrer würden  bei jedem Planfall nicht den kürzesten, sondern den schnellsten Weg wählen.

Auf Nachfrage erklärte er, dass die Stadt-Umland-Bahn in die Planfälle einbezogen wurde, aber der Individual- und Schwerverkehr in den nächsten  zwölf Jahren weiter anwachse.

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