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7,5 km langer Tunnel geplant
Güterzüge zwischen Erlangen und Nürnberg werden zur U-Bahn
Die Güterzüge sollen in einem 7,5 Kilometer langen und bis zu 40 Meter tiefen Tunnel zwischen Nürnberg und Erlangen verschwinden, um mehr Platz für den Personenverkehr rund um den Knotenpunkt in Fürth zu erhalten.
Die Güterzüge sollen in einem 7,5 Kilometer langen und bis zu 40 Meter tiefen Tunnel zwischen Nürnberg und Erlangen verschwinden, um mehr Platz für den Personenverkehr rund um den Knotenpunkt in Fürth zu erhalten. // DB AG
Signet des Fränkischen Tags von Nikolas Pelke
Erlangen – Die Deutsche Bahn will zwischen Nürnberg und Erlangen den Güterverkehr unter die Erde schicken. Welche Vorteile das für den Personenverkehr hat und wie die genaue Umsetzung geplant ist.

Schwere Lastwagen bremsen nicht nur auf der Straße den Verkehr aus. Auch auf der Schiene sind Güterzüge für Verspätungen verantwortlich. Damit der Personenverkehr schneller vorwärtskommen kann, hat die Bahn einen spektakulären Plan ausgeheckt. In einem gigantischen Tunnel sollen Güterwaggons zwischen Nürnberg und Erlangen in Zukunft unter der Erde verschwinden, damit die Schnellzüge oberhalb der Grasnarbe nicht aufgehalten werden.

Applaus vom Bund Naturschutz

„Die Güterzugstrecke ist das Megaprojekt für Franken. Wir bauen zwischen Nürnberg und Fürth den längsten Güterzugtunnel Deutschlands“, hat Tim Lorenz, DB-Projektleiter für die Güterzugstrecke, während einer Veranstaltung zum Schienenprojekt kürzlich in Erlangen betont.

Besonders die Staugefahr auf dem Streckenabschnitt in Fürth als Knotenpunkt im Städtedreieck soll durch das Vorhaben entlastet werden. „Mit dem Tunnel trennen wir den Güterverkehr vom Personenverkehr und schaffen in der Metropolregion deutlich mehr Platz für Züge“, sagte der Projektmanager zur geplanten Güterzugstrecke.

Selbst von Umweltverbänden wie dem Bund Naturschutz (BN) kommt großer Applaus. „Wir begrüßen das Vorhaben und wollen, dass der Güterzugtunnel gebaut wird“, sagt Tom Konopka vom BN auf Anfrage des Fränkischen Tags.

Tunnel als Herzstück

Durch das Vorhaben erwartet der Umweltverband, der zuletzt die erfolgreichen Proteste gegen den gescheiterten Bau eines ICE-Instandhaltungswerkes in Nürnberg aus Angst um den Erhalt des Reichswaldes angeführt hat, insgesamt eine Stärkung der Schiene. Neben den Sorgen einzelner Anwohner wegen des wohl unvermeidlichen Baustellenlärms gibt es wahrscheinlich auch deshalb diesmal praktisch überhaupt keine größeren Proteste gegen das Verkehrsprojekt.

Hintergrund des geplanten Tunnelprojektes ist die derzeit im Bau befindliche ICE-Strecke zwischen Nürnberg und Bamberg als Teil des Verkehrsprojektes „Deutsche Einheit Nr. 8“ zwischen Berlin und Nürnberg. Um den Güter- vom Personenverkehr rund um den Bahnknoten in Fürth trennen zu können, soll eine zweigleisige Güterstrecke zwischen Nürnberg und Erlangen-Eltersdorf mit dem 7,5 Kilometer langen Tunnel als Herzstück neu entstehen.

Bei der Rothenburger Straße im Norden Fürths soll der Tunnel beginnen und danach mehr oder weniger unter dem Frankenschnellweg verlaufen und im Süden am Stadtrand zu Nürnberg wieder das Tageslicht erreichen. Bis zu 40 Meter tief unter der Erde sollen die Waggons mit den schweren Lasten wie in einer U-Bahn von der Bildfläche verschwinden. Billig ist die Umsetzung wahrscheinlich nicht zu haben. Experten sprechen von einem Milliardenprojekt.

Fertig in den 2030er Jahren

Zu den genauen Kosten will sich die Bahn noch nicht äußern. Auch zum Zeitplan gibt es noch keine konkreten Angaben. „Wir wollen möglichst schnell mit den Bauarbeiten beginnen“, sagt eine Bahn-Sprecherin auf Anfrage des Fränkischen Tags. Die hohe Akzeptanz für den Güterzugtunnel dürften den Zeitplan zumindest nicht aus der Bahn werfen.

Ende der 20er Jahre könnten die Bauarbeiten laut Bahn beginnen, damit der Tunnel in den 30er Jahren tatsächlich in Betrieb gehen kann. Der Bau des längsten Güterzugtunnels Deutschlands ist so komplex, dass die Planungen in drei Abschnitte gegliedert sind. Für den südlichsten Teilbereich von Nürnberg-Kleinreuth bis zum nördlichen Tunnelportal erwartet die Bahn schon bis zum Jahresende den Planrechtsbeschluss.

„Für dessen Baubereiche könnte der Baubeginn mit seinen Bauvorbereitungen bereits in wenigen Jahren erfolgen“, teilt eine Bahn-Sprecherin auf Anfrage weiter mit. Baubeginn in den beiden nördlicheren Planfeststellungsabschnitten könnte dagegen voraussichtlich wohl erst Ende der 20er Jahre erfolgen.

Die Vorfreude bei der Bahn ist trotzdem offensichtlich schon riesengroß. „Mit der Güterzugstrecke schaffen wir eine moderne, leistungsfähige und leisere Schieneninfrastruktur“, sagt Lorenz freudig.

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