Gültig trotz Fehler?
Pannen-Tickets: Entscheidung ist gefallen
2,07 Euro statt 207: Den irrtümlichen „Mega-Rabatt“ nahmen am Montag viele Studenten in der VGN-Region mit. Nun wurde eine Lösung für die technische  Panne bekanntgegeben.
2,07 Euro statt 207: Den irrtümlichen „Mega-Rabatt“ nahmen am Montag viele Studenten in der VGN-Region mit. Nun wurde eine Lösung für die technische Panne bekanntgegeben.
Foto: bog
Nürnberg – Nach dem massiven Preisfehler beim Semesterticket haben VGN und DB nun bekanntgegeben, wie mit den falsch ausgestellten Fahrkarten umzugehen ist.

Nach der Panne beim Preis für das Semesterticket am Montag haben gestern der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) und die Deutsche Bahn (DB) nun entschieden, wie nun mit den Fahrkarten umgegangen wird.

Ein technischer Fehler hatte dafür gesorgt, dass am Montag den ganzen Tag lang das Semesterticket für nur 2,07 Euro statt der regulären 207 Euro an den Fahrkartenautomaten zu erhalten war. Dies hatte sich in den sozialen Netzwerken im Internet lawinenartig verbreitet. Hunderte Studenten stürmten daraufhin die Automaten und machten ein Schnäppchen.

Doch das Ticket hätte so eigentlich nicht verkauft werden dürfen, wie VGN und DB am Mittwoch mitteilen. „Denn es gilt nur der genehmigte und veröffentlichte Tarif. Eine Änderung von Fahrpreisen müsste immer von der Regierung von Mittelfranken genehmigt werden. Danach wäre der geänderte Tarif zu veröffentlichen.“ Ein auf einem Softwarefehler beruhender Preis wäre jedoch nie zur Genehmigung vorgelegt worden.

Die Menge stand bis auf den Bahnhofsvorplatz: Ein Semesterticket für nur 2,07 Euro?  Studenten standen am Montag  in Erlangen Schlange für den  fälschlicherweise guten Deal.
Die Menge stand bis auf den Bahnhofsvorplatz: Ein Semesterticket für nur 2,07 Euro? Studenten standen am Montag in Erlangen Schlange für den fälschlicherweise guten Deal.
Foto: ce

Die DB kündigt eine Kulanzregelung an für die sogenannten „Zusatzkarten“, wie die Irrtums-Tickets genannt werden: „Es soll möglichst niemand einen Nachteil aus dem irrtümlichen Verkauf der Tickets haben. Übergangsweise können die Zusatzkarten noch genutzt werden, auch bei Kontrollen sollte es in dieser Zeit keine Probleme geben“, sagt Torsten Heider, Leiter Erlösmanagement von DB Regio Bayern. Falls „in Einzelfällen in den letzten Tagen bei Fahrscheinkontrollen bereits ein erhöhtes Beförderungsentgelt von 60 Euro erhoben wurde“, werde dieses zurückerstattet.

Bis Ende der Osterferien gültig

Man habe nun in einer gemeinsamen Runde mit dem Studentenwerk Erlangen-Nürnberg und Studentenvertretern eine Lösung erreicht, wie alle, die eines der Billig-Tickets erworben haben nun damit umgehen sollen. Möglichkeit eins: Die Studenten geben es zurück und lassen sich die 2,07 Euro erstatten. Dies sei bis einschließlich 13. April in einem DB-Reisezentrum im Gebiet des VGN möglich (siehe unten).

„Attraktiver ist sicherlich die zweite Variante“, so die Mitteilung der DB. Bis zum Ende der Osterferien, also bis einschließlich 24. April, können demnach Besitzer von Basiskarte und 2,07-Euro-Ticket „ohne Einschränkung im gesamten Gebiet des VGN fahren“. In diesen drei Wochen können die Käufer „die Möglichkeiten der Zusatzkarte zum Schnäppchenpreis ausgiebig testen. Diese unerwartete Gelegenheit kann weitere Studierende bewegen, auch in Zukunft die Zusatzkarte zu erwerben – dann allerdings zum regulären Preis.“ Denn danach werde das Irrtums-Ticket ungültig. Das heißt: Alle Studenten, die das restliche Sommersemester noch die VGN-Linien nutzen wollen, müssen eine reguläre Karte zum Preis von 207 Euro kaufen.

Ursache und Anzahl noch unklar

Die 2,07 Euro können sie sich laut VGN-Mitteilung bis Ende Mai unter Vorlage der beiden Tickets in den DB-Reisezentren rückerstatten lassen. „Eine Verrechnung der 2,07 Euro beim Kauf des neuen Tickets am Automaten ist aus technischen Gründen leider nicht möglich, auch ein Umtausch in den Reisezentren geht leider nicht, da das Ticket in den dortigen Verkaufssystemen nicht hinterlegt ist“, heißt es.

Die Menge stand bis auf den Bahnhofsvorplatz: Ein Semesterticket für nur 2,07 Euro?  Studenten standen am Montag  in Erlangen Schlange für den  fälschlicherweise guten Deal.
Die Menge stand bis auf den Bahnhofsvorplatz: Ein Semesterticket für nur 2,07 Euro? Studenten standen am Montag in Erlangen Schlange für den fälschlicherweise guten Deal.
Foto: ce

Der technische Fehler, bei dem das Komma verrutschte, war am Montag erst spät aufgefallen und gegen 20 Uhr behoben. „Nur ein Gerät in Fürth verweigerte beharrlich die Umstellung bis etwa Mitternacht. Wie viele der fehlerhaften Tickets tatsächlich verkauft wurden, steht bislang noch nicht fest“, teilt der VGN mit.

Auch die Ursache des Fehlers habe noch nicht restlos geklärt werden können. „Fest steht, dass dieser mit einer neuen Version der Gerätesoftware bereits am Freitag, 1. April, aufgespielt wurde.“ Nicht betroffen gewesen seien der Onlineshop sowie die Fahrkartenautomaten anderer Verkehrsunternehmen.

DB-Vertreter Heider bittet um Verzeihung für die Panne: „Wir entschuldigen uns in aller Form bei den Studierenden für diesen Fehler. Viele von ihnen standen bei den niedrigen Temperaturen an den Automaten an.“

Rückgabe-Orte:

Rückgabe der irrtümlich ausgestellten Tickets und Rückerstattung der 2,07 Euro ist laut DB in den DB-Reisezentren an folgenden Bahnhöfen möglich: Hauptbahnhof Nürnberg, Ansbach, Bamberg, Erlangen, Forchheim, Hauptbahnhof Fürth, Neuendettelsau, Neumarkt in der Oberpfalz.

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