Sperrung angekündigt
Höchstadt befürchtet den Verkehrsinfarkt
Noch rollt der Verkehr auf dem Karpfenkreisel in Höchstadt. Mitte des Jahres muss hier vorübergehend gesperrt werden.
Noch rollt der Verkehr auf dem Karpfenkreisel in Höchstadt. Mitte des Jahres muss hier vorübergehend gesperrt werden.
Foto: Christian Bauriedel
Höchstadt a. d. Aisch – Die Nachricht, dass im Sommer zwei wichtige Verkehrsachsen im Aischgrund zeitweilig gesperrt werden, sorgt für Diskussionsstoff. Was sind die Folgen?

Im Sommer werden in Höchstadt mit der B 470 und der Fürther Straße von Juli bis Oktober zwei zentrale Verkehrsachsen saniert (wir berichteten). Die Nachricht, dass es wegen der Bauarbeiten wochenlang zu Vollsperrungen kommen wird, sorgt bei den Höchstadtern für einigen Diskussionsstoff.

Auf der Facebook-Seite des Fränkischen Tags Höchstadt mischen sich zu diesem Thema Bedenken mit Fragen, Befürchtungen mit Unverständnis.

Weiter Weg außenrum?

„Also wenn ich dann aus Süd zum Boschdienst, Bour, Futtermittel Fumy, ... muss, was Luftlinie ein paar Meter sind, dann kann ich mir aussuchen ob ich über Gremsdorf, Biengarten, Großneuses und Lappach fahre, oder den Weg über Gremsdorf, durch Höchstadt-Nord, über Lonnerstadt, Greiendorf, und Lappach nehm’“, schreibt einer und schließt seinen Kommentar mit einem ganz offensichtlich ironischen „Geil“.

Ironie bei einer Mutter

Ironie auch bei einer Höchstadterin: „Soll ich dann mein Kind in diesen Wochen zur Anton Wölker Schule bringen, anstatt zur Grundschule Süd?“ „Das Problem haben wir tatsächlich auch“, schreibt eine andere Frau. Ähnliche Gedanken äußert eine andere Facebook-Nutzerin: „Lustig, wie komm ich da auf Arbeit? Unten am Festplatz parken und rüberlaufen mit Gehbehinderung? Sicher nicht. Na da bin ich mal gespannt...“

Sperrung: Leiden die Geschäfte?

Das Staatliche Bauamt Nürnberg, das die Straßen saniert, hat betont, die offiziellen Umleitungsstrecken würden in enger Absprache mit der Stadt Höchstadt, dem Landkreis sowie der Polizei besprochen. Natürlich werde es nicht ohne Verkehrsbelastungen gehen, aber man tue sein bestes, diese so gering und zeitlich so kurz wie möglich zu gestalten, versicherte Daniela Latzel, Abteilungsleiterin des Staatlichen Bauamts. Dass einige Supermärkte und Geschäfte in dem Gebiet dann enorm unter Kundenmangel leiden könnten, mutmaßt ein anderer aus der Höchstadter Gegend. „Wie soll da jemand hinkommen?“

Home-Office spart Sprit

Eine Frau äußert sich sarkastisch: „Benzin ist so kostengünstig wie nie – da kann man die paar Kilometer ruhig wochenlang extra fahren. Der eine oder andere wahrscheinlich sogar täglich – überhaupt kein Thema und auch noch sehr umweltschonend dazu.“ Sie fragt sich ironisch: „Wo sind die Grünen, wenn man sie mal braucht.“ Einer schreibt: „Die Baustelle in der Inastraße ist da auch schon seit fast einem Jahr und wird nicht fertig. Natürlich macht es Sinn, überall aufzureißen und zu sperren. Dann machen die Leute bestimmt komplett Home-Office.“

„Der Kieferndorfer Weg dürfte auch mal gemacht werden, statt 30er-Schilder aufzustellen“, ist in einem anderen Kommentar zu lesen. Hierfür ist allerdings die Stadt zuständig und nicht das Staatliche Bauamt, das sich um Bundes- und Staatsstraßen kümmert. Die Verantwortlichen betonen: Es gehe nicht darum, Autofahrer zu ärgern, sondern im Gegenteil: Um die Beseitigung von ebenfalls oft beklagten Schlaglöchern, wozu leider eine zeitweilige Sperrung unabdingbar sei.

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