Für Lina Wagner war die Freisprechungsfeier der Goldschmiedelehrlinge von Unter-, Mittel-, Oberfranken und der Oberpfalz in Rödental bei Coburg ein besonderes Ereignis: Die 20-Jährige war bis Februar Auszubildende in der Goldschmiede „Die Schmuckschmiede“ von Amelie Weidhaus in Adelsdorf; dann schloss Lina Wagner als Beste ihres Prüfungsjahrganges mit einer hervorragenden Leistung von 1,3 in Theorie und Praxis ab.
Im Januar durfte sie bereits ihr Berufsabschlusszeugnis mit einer Gesamtnote von 1,1 in Empfang nehmen und wurde dafür von der Schulleitung der Franz-Oberthür-Schule, Würzburg, geehrt. Für ihr Gesellenstück musste sie im Vorfeld zwei Prüfungsmappen mit unterschiedlichen Schmuckstücken einreichen: Neben einer Reinzeichnung, einer technischen Zeichnung und der Arbeits- und Materialplanung mussten die Schmuckstücke bestimmte technische Anforderungen erfüllen.
Aufgabe in der Prüfung: Ring mit Geheimfach
Eine der beiden Vorschlagsmappen wurde von der Prüfungskommission ausgewählt und im Anschluss von den sechs Prüflingen in 32 Stunden in der Schulwerkstatt in Würzburg angefertigt. Wenige Wochen vorher fand bereits die theoretische Prüfung statt. So konnten die Auszubildenden ihr Können und die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringen und zeigen. Lina Wagner durfte letztendlich einen Mantelring in Weiß- und Gelbgold fertigen, der über einen Drückerfederverschluss einen Deckel öffnet und so ein kleines Geheimfach offenlegt.
Es sei eine nicht ganz einfache Lehrzeit gewesen, so ihre Ausbilderin Amelie Weidhaus. Lina hatte im Jahr 2020 – in der Coronazeit – ihre Lehrzeit begonnen. „Es war eine entscheidende und prägende Zeit, welche die Ausbildungsverhältnisse besonders gemacht hat“, so Weidhaus. „Auf Empfehlung von Irina Gerschmann, der Leiterin der städtischen Kunstschule in Höchstadt, bewarb ich mich bei Frau Weidhaus“, so die junge Goldschmiedin. „Ich habe hier sehr viel gelernt“, fügt sie noch an.
Talent als Goldschmiedin: Perfektionistisch und technisch versiert
„Lina hat viel Geschick in filigranen Dingen. Sie arbeitet perfektionistisch, geht sensibel mit den Stoffen um, ist technisch versiert“, betont ihre Ausbilderin gegenüber unserer Zeitung. „Ich wurde von Anfang an komplett in die Arbeit, sowohl in der Werkstatt als auch im Kundenbereich eingebunden“ erklärt Lina Wagner ganz stolz. Freigesprochen wurde sie von Ina de la Motte, der Vize-Obermeisterin für Unterfranken. Stolz ist sowohl Amelie Weidhaus, die Ausbilderin, als auch die erfolgreiche Absolventin auf diese hervorragende Leistung.
Die Lehrzeit von Lina ist beendet. „Aufgrund ihres Talents steht ihr die Welt im Goldschmiedebereich offen“, sagt Amelie Weidhaus.
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