Wirtschaft
„Nur mit den Mitarbeitern“
Am Freitag wies ein Plakat in Herzogenaurach auf die Transformation hin. Im Hintergrund ist das Gebäude der Unternehmensleitung.
Am Freitag wies ein Plakat in Herzogenaurach auf die Transformation hin. Im Hintergrund ist das Gebäude der Unternehmensleitung.
Foto: Hanna Köhler
Herzogenaurach – Der Gesamt- und Konzernbetriebsrat von Schaeffler war am IG-Metall-Aktionstag „Fairwandel“ aktiv.

Bei den Koalitionsverhandlungen für die neue Bundesregierung in Berlin werden die politischen Weichen für die nächsten vier Jahre gelegt. Bis 2025 entscheidet sich, ob der deutschen Industrie die Transformation hin zu Elektromobilität und Digitalisierung gelingt. Das berichtete die IG Metall und rief am Freitag zu einem bundesweiten Aktionstag „Für einen fairen Wandel!“ auf. Die Betriebsräte aus Herzogenaurach nahmen an der Veranstaltung in Erlangen teil.

Laut Salvatore Vicari, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Schaeffler, wolle man mit der Beteiligung am Aktionstag die Forderungen in der Transformation bekräftigen. „Für uns ist klar, dass Deutschland ein Industrieland bleiben muss.“ Verschiedenes werde von der neuen Bundesregierung und von der Unternehmensleitung bei Schaeffler gefordert. Zum Beispiel „Sichere Brücken in die Arbeitswelt von Morgen“, also keine Standortschließungen und keine betriebsbedingten Kündigungen in der Transformation!

Auch müssten die Arbeits- und Ausbildungsplätze zukunftsfähig bleiben, denn „Natur- und Klimaschutz geht nur mit guter Arbeit“.

Bei Schaeffler wurden seit 2017 über Restrukturierungsprogramme tausende Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut und insgesamt sieben Standorte verkauft oder geschlossen, heißt es in einer Pressemitteilung des Gesamt- und Konzernbetriebsrats. Und weiter: „Aktuell läuft das Programm Space, worüber sich Schaeffler von 4400 Arbeitsplätzen und vier Standorten trennen möchte. Begründet wurden die Programme maßgeblich mit der Transformation in den Sparten Automotive und Industrie.“

Hanna Köhler, Betriebsratsvorsitzende in Herzogenaurach, erklärte: „Eine Neuausrichtung im Zuge der Transformation kann nur zusammen stattfinden, gemeinsam mit den Mitarbeitern. Für uns als Betriebsrat ist das Thema Qualifizierung deshalb elementar wichtig.“ Schaeffler profitiere durch eine große Bandbreite an Erfahrung, die die Mitarbeiter mitbringen. Das nutze dem Unternehmen auch in Zukunft. Die IG Metall setzt laut Köhler auf Qualifizierung und Ausbildung in der Transformation. „Wir als Betriebsrat unterstützen die interne Qualifikation unserer Mitarbeiter und platzieren dies auch regelmäßig in einem Forderungskatalog an die Firmenleitung“, stellt die Herzogenauracherin fest.

Roland Holler, Betriebsratsvorsitzender in Höchstadt, betont: „Mit Sinn und Verstand an sicheren Arbeitsplätzen von Morgen arbeiten und dabei alle mitnehmen!“red