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Mit Landwirtschaftsministern
Erlangen-Höchstadt: So beginnt die Karpfenernte 2026
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (l.) und Landrat Christian von Dobschütz (Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) ziehen die ersten Karpfen der Saison aus dem Hallweiher bei Oberlindach.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (l.) und Landrat Christian von Dobschütz (Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) ziehen die ersten Karpfen der Saison aus dem Hallweiher bei Oberlindach. // Gerd Ankermann
Weisendorf – Die Teichwirte in Erlangen-Höchstadt beginnen die Karpfenernte 2026. Zum Auftakt hilft sogar Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Warum die Teichwirte derzeit besonders gefordert sind.

Am Hallweiher der Familien Stark/Baatz, nördlich von Oberlindach, wurde die diesjährige Karpfensaison offiziell eröffnet. Es kamen die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Letzterer packte gleich mit an und holte die ersten Karpfen aus dem Weiher. Musikalisch umrahmt wurde das Schau-Fischen von den Jagdhornbläsern der Jagdgruppe Höchstadt.

Jagdhündin Sansa jaulte recht textsicher mit, wie ihr Besitzer Oliver Brehm augenzwinkernd bemerkte. Im Anschluss konnten sich die Gäste im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens in der Event-Scheune des Hotels Acantus von der Qualität der diesjährigen Karpfen auch gleich überzeugen. Unter den rund 100 Gästen waren auch die amtierende Karpfenkönigin Antonia Dümmler, der Vorsitzende der Teichgenossenschaften, Landrat Christian von Dobschütz (Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) sowie Walter Jakob, Vorsitzender der Teichgenossenschaft Aischgrund. Bundestagsabgeordneter Konrad Körner und Landrat Alexander Tritthart waren ebenfalls vor Ort.

Besonderer Dank galt, stellvertretend für alle Teichwirte in der Region, der Familie Stark, die einen ihrer 75 Weiher zur Verfügung gestellt hat. Sie übernehmen Verantwortung für die Landwirtschaft und auch für den Nachwuchs, lobte Staatsministerin Kaniber in ihrer Begrüßung. Die Bedeutung der fränkischen Karpfen ist enorm. Rund 40 Prozent davon werden im Aischgrund gezüchtet – von 8000 Betrieben mit durchschnittlich 2,5 Hektar Fläche. In Zeiten des Klimawandels, nach lang anhaltender Trockenheit und Wasserknappheit im Sommer und nach einer Eisbedeckung im Winter, die zu Sauerstoffnot führte, seien das riesige Herausforderungen, führte Kaniber aus.

Wegen Fischotter: Geld für Teichwirte in Erlangen-Höchstadt

Fischotter, Kormoran und Reiher schmälern die niedrigen Margen der Betriebe weiter. Der Freistaat stelle Ausgleichszahlungen in Millionenhöhe zur Verfügung, die die Not lindern helfen. Das könne aber nicht die Lösung sein, es brauche veränderte Rahmenbedingungen beim Naturschutz, um die Teichwirte wirksam zu schützen. Kaniber zeigte sich kämpferisch: „Wir brauchen einen wirksamen Schutz vor Fischotter und Kormoran. Beispielsweise könnte das Klagerecht für bestimmte Verbände eingeschränkt werden.“

Michaela Kaniber, Alois Rainer und Antonia Dümmler (von links).
Michaela Kaniber, Alois Rainer und Antonia Dümmler (von links). // Gerd Ankermann

Sie pocht aber vorher auf die Vernunft. Ihr Appell an Verbraucherinnen und Verbraucher: „Sie können Politik mit dem Einkaufskorb machen. Wer seine Heimat liebt, kauft regional ein.“ Dabei könnten Verbraucherinnen und Verbraucher in dieser Saison eine sehr gute Fleischqualität bei den Karpfen erwarten.

Schutz für Karpfen in Erlangen-Höchstadt

Unterstützung bekam Kaniber von Bundesminister Alois Rainer. Er freute sich zunächst, zum ersten Mal bei der Karpfensaisoneröffnung dabei sein zu können. Die Professionalität, das Geschick und die Leidenschaft, nicht nur bei der gastgebenden Teichwirtsfamilie, hob er besonders hervor. „Franken zählt zu den Herzkammern der Karpfenproduktion“, stellte der gebürtige Niederbayer in seiner Rede heraus. Dann kam er auf die europäische Agrarpolitik zu sprechen.

Seine Einstellung zum Thema Fischotter und Kormoran als Herausforderung für die Teichwirte wurde von den Anwesenden mit großer Zustimmung aufgenommen. „Tierschutz muss für alle Tiere in der Kette sein, auch für die Karpfen.“ Der messbare Schaden, der durch Fischräuber wie Otter, Kormoran sowie Grau- und Silberreiher entstanden ist, schmälere die Erträge um rund 30 Prozent, wie das Staatsministerium in einer Pressemeldung mitteilt. Rund 4000 Tonnen Speisekarpfen kommen in dieser Saison auf den Markt. Der Preisdruck durch importierte Ware aus dem Ausland dürfte allerdings keine Preissteigerungen befürchten lassen.

Erlangen-Höchstadt: Bis zu 4,50 Euro pro Kilo Karpfen 

Ab Weiher werden 3,50 bis 4,50 Euro pro Kilo erwartet. „Europa ärgert uns manchmal mit bürokratischen Regelungen“, sagte Rainer zudem. Landtagsabgeordneter Walter Nussel helfe jedoch, die Bürokratie hartnäckig zu bekämpfen.

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